Als glühender Befürworter eines privaten Heisenberg-Gymnasiums in Oberderdingen outet sich der frühere Blanco-Chef Frank Straub (am Mikrofon) bei der Fragerunde. Andere Besucher wollen wissen, wie es mit den Kosten für die Privatschule, den Hausaufgaben und der Krankheitsvertretung aussieht.
Als glühender Befürworter eines privaten Heisenberg-Gymnasiums in Oberderdingen outet sich der frühere Blanco-Chef Frank Straub (am Mikrofon) bei der Fragerunde. Andere Besucher wollen wissen, wie es mit den Kosten für die Privatschule, den Hausaufgaben und der Krankheitsvertretung aussieht. | Foto: Rebel

Privatschule

Heisenberg-Gymnasium in Oberderdingen: Kleine Klassen und mehr Zeit zum Lernen

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Kleine Klassen, motivierte Lehrer, wenig Hausaufgaben und mehr Zeit zum Lernen verspricht das pädagogische Konzept des Heisenberg-Gymnasium in Oberderdingen. Bei einer Infoveranstaltung stellte der Trägerverein des privaten Ganztagsgymnasium sein Bildungsangebot vor.

Rund 200 Interessierte waren zur Infoveranstaltung des Heisenberg-Gymnasiums in die Aschingerhalle gekommen, um mehr zu erfahren über das, was diese Privatschule denn alles zu bieten hat. Nicht alle waren Eltern von Drittklässlern, die als künftige Heisenberg-Schüler in Frage kommen. Auch manche Lehrkräfte und Schulleiter der Oberderdinger Schulen wollten wissen, was das für eine Schule ist, die vielleicht schon bald am Ort startet.

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Stärkung des Standorts

In seiner Begrüßung wies Bürgermeister Thomas Nowitzki darauf hin, dass auch die Nachbargemeinden in ihren Amtsblättern wohlwollend auf diesen Infoabend hingewiesen hätten. Allein die Stadt Bretten habe dies mit dem Hinweis abgelehnt, man sehe Risiken für die zwei allgemeinbildenden Gymnasien in der Stadt.

„Ich bin überzeugt davon, dass ein weiteres Gymnasium den gesamten Mittelbereich Bretten stärken und nicht schwächen würde“, hielt Nowitzki dem entgegen. Und ließ keinen Zweifel daran, dass die Gemeinde die Voraussetzungen für ein zweizügiges Privatgymnasium schaffen kann. Die wichtigste Grundvoraussetzung dafür: ein ausreichendes Interesse der Eltern. Und genau dies war das Anliegen des Infoabends: Die Bereitschaft der Eltern, ein solches Schulangebot zu nutzen, zu ermitteln. Am Ende der zweieinhalbstündigen Veranstaltung hatten die Besucher Gelegenheit, ein solches Interesse zu bekunden. Sie konnten einen ausgefüllten Fragebogen in eine Briefurne werfen. Dies ist auch weiterhin im Oberderdinger Bürgerbüro möglich.

Mit zwei fünften Klassen a 24 Schüler könnte es laut Nowitzki zum Schuljahr 2021/2022 losgehen. Dazu bräuchte es allerdings zumindest 70 bis 80 Bewerbungen, denn die Schule möchte sich ihre künftigen Schüler schon auswählen. Ganz so hoch, wie ein begeisterter Opa, der sich später in der Fragerunde zu Wort meldete, liegt die Messlatte allerdings nicht. Note zwei in Mathe und Deutsch im Drittklässlerzeugnis reichen schon mal aus – und nicht lauter Einsen.

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Individuelle Förderung

Kleine Klassen, mehr Lernzeit in der Schule und eine individuelle Förderung durch integrierten Unterricht stellte Manuel Sexauer, der Schulleiter des Bruchsaler Heisenberg-Gymnasiums als besondere Qualitäten seiner Schule heraus. „Als Mathelehrer habe ich sechs oder sieben Stunden in der Woche und damit auch Zeit zum Üben“, bekundete er. Zu Hause müssten normalerweise nur noch Vokabeln gelernt, Lektüren gelesen, Rechercheaufgaben erledigt und Klassenarbeiten vorbereitet werden.

Als MINT-Exzellenzschule lege man besonderen Wert auf die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und fördere das fächerübergreifende und forschende Lernen. Kooperationen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ergänzten das Angebot.

Schulleiter Manuel Sexauer erklärt das naturwissenschaftliche Profil des Heisenberg-Gymnasiums.
Schulleiter Manuel Sexauer erklärt das naturwissenschaftliche Profil des Heisenberg-Gymnasiums. | Foto: Rebel

„Wir sind Unesco-Projektschule und pflegen internationale Kontakt“, führte Sexauer weiter aus. Jedes Jahr fahre eine Klasse zu einer Partnerschule nach Indien und engagiere sich dort. Unterm Strich gehe es darum, die Persönlichkeit der Schüler herauszubilden und dabei die Fachkompetenz, die Sozialkompetenz, die Methodenkompetenz und die Medienkompetenz zu stärken.

Und was kostet das Ganze? Dagmar Sorgatz, Vorstand des Trägervereins, erläuterte das Finanzierungsmodell der Privatschule, die zu 80 Prozent über staatliche Zuschüsse getragen wird. Den Rest muss die Schule über Schulgeld und Sponsoren aufbringen. „330 Euro betragen die monatlichen Kosten für Klasse drei bis sieben, für Klasse acht bis zehn sind es 340 Euro und für die Kursstufen 350 Euro“, informiert Sorgatz. Das zweite Kind koste die Hälfte, für Nummer drei sind es noch 25 Prozent. Und für Notfälle gebe es noch einen besonderen Topf.

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Gute Ausstattung der Schule

Marcus Wolf berichtete als Vorsitzender von der Arbeit des Elternbeirats, der sich um eine gute Ausstattung der Schule, insbesondere bei der Digitalisierung, aber auch bei der Verpflegung kümmert. An vier Tagen die Woche serviere ein Familien-Caterer an der Ganztagsschule ein warmes Mittagessen.

„Ich habe richtig Lust auf Schule bekommen“, kommentierte Frank Straub die Präsentation. In den höchsten Tönen lobte er die naturwissenschaftliche Ausrichtung und das pädagogische Konzept. Das Vorhaben sei eine „einmalige Gelegenheit“.

Wie viel Zeit verbringen die Kinder tatsächlich zuhause mit dem Lernen, wollte ein Familienvater wissen, wie es mit dem Transport bestellt sei, ein anderer. Und wie werden Krankheitsausfälle kompensiert? Schulleiter Manuel Sexauer stand Rede und Antwort.

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