Im hohen Gras haben Rehkitze Schutz vor Blicken, wird gemäht, sind sie in akuter Lebensgefahr. | Foto: pr

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Hightech-Tierschutz: Wie Drohnen kleinen Rehkitzen in Oberderdingen das Leben retten

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Mai und Juni ist für die Landwirte die perfekte Zeit zum Mähen. Das Problem: Die jungen Rehkitze laufen vor den Mähern nicht weg, sondern verstecken sich im Gras. Mit fliegenden Drohnen versuchen Tierfreunde in Oberderdingen, die Kitze zu retten.

Früh morgens haben sich der Wildmeister und Berufsjäger Dieter Brand sowie Oliver Martin von Farmblick und Heiko Leis vom Bio-Bauernhof Leis auf einem Rotklee-Acker bei Oberderdingen-Flehingen getroffen. Ausgerüstet mit einer Drohne mit Wärmebildkamera und Funkgeräten suchten die Fachleute das Feld nach kleinen Rehkitzen ab.

Mitte Mai bis Mitte Juni ist die kritische Phase für Rehkitze

Wildmeister Dieter Brand

„Mitte Mai bis Mitte Juni ist die kritische Phase für Rehkitze. In den ersten vier Lebenswochen rennen die jungen Rehkitze noch nicht vor Gefahren davon, sondern ducken und verstecken sich“, berichtet Dieter Brand. „Genau in diese Zeit fallen jedoch auch die Mäharbeiten für Grünfutter, Silage oder Heu der Landwirte“, ergänzt Agraringenieur Heiko Leis.

In höchster Gefahr sind frischgeborene Rehkitze, die von ihren Müttern im hohen Gras versteckt werden. Schon in sechs Wochen werden die Weisen gemäht. Bambi droht ein schrecklicher Tod im Mähwerk. Drohnen könnten sie aufspüren und retten.
In höchster Gefahr sind frischgeborene Rehkitze, die von ihren Müttern im hohen Gras versteckt werden. Bambi droht ein schrecklicher Tod im Mähwerk. Drohnen könnten sie aufspüren und retten. | Foto: dpa

Die neu geborenen Rehkitze sind meist so gut versteckt, dass man sie oft übersieht. Eine Wärmebildkamera macht diese sichtbar und die jungen Tiere können gerettet werden. Ein Rehkitz befand sich bei der diesjährigen Aktion zwar nicht auf der circa zwölf Hektar großen abgeflogenen Fläche. Aufgespürt wurde jedoch eine deutlich „warme Stelle“ an der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl in der vorangegangenen Nacht ein Reh aufgehalten hatte.

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Dieter Brand inspiziert die Stelle genau und gibt wenig später Entwarnung: Die Mäharbeiten können wie geplant stattfinden. Diese Technik des Wildtierschutzes hat Zukunft – davon ist Oliver Martin von Famblick überzeugt und bietet diesen Service für Landwirte und Jäger an. Wildmeister Dieter Band zeigte sich beeindruckt von der Drohnen-Technik und möchte in den nächsten Wochen nun weitere Standorte in der Region damit abfliegen lassen.

BNN