Nichts geht mehr auf dem Mellert-Fibron-Gelände - zumindest nichts im Bereich Altenheim. Dies erklärte Caritas-Geschäftsführerin Yvonn Hürten | Foto: Rebel

Caritas baut nicht in Bretten

Hürten: Katholische Altenpflege vor dem Aus

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Die katholischen Altenpflege in Bretten steht vor dem Aus: Nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen zeigt sich Yvonn Hürten, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Ettlingen, auf Nachfrage der BNN ernüchtert: „Für uns gilt jetzt Plan B, die Betriebsschließung.“ Am 7. November werde die Gesellschafterversammlung der Caritas über die Schließung des Altenheims St. Laurentius beraten, die mit der Kündigung der 155 Mitarbeiter einhergehe. „Wir werden dafür Sorge tragen, dass dies alles sozial verläuft“, sagt Hürten, die „natürlich versuchen wird, Mitarbeiter, Bewohner und Kunden zu anderen Anbietern weiterzuleiten“. Das, erklärt die Caritas-Chefin „gebietet einfach der Anstand“.

 

Invest im sechsstelligen Bereich?

Das Auftragsverhältnis mit der Südbau werde nun beendet – und die Brettener Firma, die bereits Mitte vergangenen Jahres auf dem Rechberg-Gelände Möglichkeiten eines Altenheims planerisch aufgezeigt hatte, werde jetzt ihre Rechnung stellen. Aussagen von gut informierten Kreisen, dass sich diese im sechsstelligen Bereich bewege, will die Caritas-Geschäftsführerin gegenüber den BNN indes weder bestätigen noch dementieren. Nur soviel: „Als wir von dem Vergabeverfahren für die Rechbergklinik ausgestiegen sind, konnten wir die Pläne der Südbau weiter verwenden und auf das Mellert-Fibron-Gelände umswitchen.“

 

Hürten sah nach Erbpachtvertrag keine Schwierigkeiten

Sie sei davon ausgegangen, dass es auf dem Gelände im Brettener Süden keine baurechtlichen Probleme geben werde: „Wir haben ja vor der Gemeinderatssitzung im Mai vom Aufsichtsrat der Kommunalbau einen Entwurf eines Erbpachtvertrages bekommen. Das hätten die Grundeigentümer ja nicht gemacht, wenn es dort nicht realisierbar gewesen wäre“. Allerdings habe sich im Nachhinein herausgestellt, dass es „doch noch viele ungeklärte Dinge“ gebe. Hürten: „Das Ganze ist eben blöd gelaufen und extrem ärgerlich.“ Die Caritas hätte mit dem Neubau „die Möglichkeit gehabt, ein Problem zu lösen“, wenngleich klar gewesen sei, dass das „ein enges Zeitfenster ist“. Man wolle eben „professionelle Altenpflege“ anbieten – und das sei im bestehenden Heim St. Laurentius nicht möglich. „Dieses Gebäude bietet dauerhaft die Betriebssicherheit nicht mehr“, begründet Hürten die Ablehnung, „und da beuge ich mich den Fakten“. Die lauten auch: „Wir werden in absehbarer Zeit keinen akzeptablen Neubau haben.“

 

Umbau in Laurentius während des Betriebes „nicht möglich“

Wie die BNN bereits berichtet haben, wurde der Pachtvertrag für St. Laurentius zum 31. Dezember 2018 gekündigt. „Hätte man nun frühzeitig die Zusage für den Neubau bekommen, hätte man da vielleicht noch einige Zeit bleiben können.“ Ein Umbau während des laufenden Betriebes sei indes „nicht möglich“ – und die angedachte Umquartierung der Bewohner und Mitarbeiter ins leer stehende evangelische Heim „Im Brettspiel“ sei aufgrund der dortigen Bedingungen undenkbar, so Hürten.

Nicht mehr zeitgemäß ist das katholische Altenheim St. Laurentius – doch einen Umbau lehnt die Caritas aus wirtschaftlichen Gründen ab. | Foto: Rebel

Was nach dem Auszug der Bewohner und der Mitarbeiter mit dem bestehenden katholischen Altenheim passiere, liege allein in der Zuständigkeit der katholischen Kirche. Die Caritas stehe zur Verfügung, wenn Ideen gefragt seien.
Für Hürten selbst hat die Causa Bretten kein unangenehmes Nachspiel – im Gegenteil: Ihr Vertrag beim Caritasverband wurde dieser Tage um drei weitere Jahre verlängert, erfuhren die BNN.