Na, wer bist du denn? Im Brettener Tierpark gehen tierische Bewohner und Besucher auf Tuchfühlung.
Na, wer bist du denn? Im Brettener Tierpark gehen tierische Bewohner und Besucher auf Tuchfühlung. | Foto: Rebel

Re-Start ist geglückt

Im Tierpark Bretten herrscht seit Ende der Corona-Schließung wieder Alltag

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Der Start ins Jubiläumsjahr hätte für den Brettener Tierpark kaum schlechter laufen können. Wegen der Corona-Pandemie musste die von Familie Willig betriebene Anlage, die stets am 1. März öffnet, bereits nach wenigen Tagen wieder schließen. Doch die Zeit des Lockdowns, die bei den Tieren und bei Familie Willig gleichermaßen an die Substanz ging, ist nun vorbei.

Seit zwei Wochen herrscht auf dem rund sechs Hektar großen Areal endlich wieder der bekannte Alltag. Und da zuletzt in der Region und damit auch in der Melanchthonstadt bestes Frühsommerwetter herrschte, können die Tierpark-Betreiber auf eine äußerst gelungene Wiedereröffnung zurückblicken.

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„Wir sind einfach froh und glücklich und dankbar, dass wir jetzt wieder offen haben dürfen“, erklärt Annika Willig, die gemeinsam mit Ehemann Jörg den vor 50 Jahren von Seniorchef Herbert Willig eröffneten Tierpark führt.

Viel Futter und viele Streicheleinheiten für die Tiere

„Ganz besonders freuen sich natürlich die Tiere, denn die bekommen von den Besuchern nun wieder das von ihnen geliebte Futter und ganz viele Streicheleinheiten“, betont Willig, die vom Besucherandrang der ersten Tage fast schon überwältigt ist: „Es war wirklich sehr viel los, mit so vielen Besuchern hatten wir wirklich nicht gerechnet. Da auch das Wetter so toll mitgespielt hat, war das gefühlt ein perfekter Start.“
Am vergangenen Sonntag kamen über den Tag verteilt rund 1.000 Gäste in den Tierpark, an der Straße entlang bis zum Eingang parkten die Autos Stoßstange an Stoßstange.

Besucherandrang im Tierpark Bretten verteilt sich über den ganzen Tag

„Es ist klasse, dass die Besucher im Moment über den Tag verteilt kommen, das ist sonst kaum der Fall. Aber so gibt es am Eingang und vor dem Kiosk keine Warteschlagen“, berichtet Annika Willig. Schließlich gelten auch im Tierpark die bekannten Abstands- und Hygienevorgaben. „Die Leute halten sich alle daran, das macht es dann auch für uns viel einfacher“, sagt Willig.

Am Kassenhäuschen sowie am Kiosk wurde jeweils eine Plexiglasscheibe als Spukschutz angebracht, zudem stehen ausreichend Spender mit Handdesinfektionsmittel zur Verfügung. Die Gäste müssen beim Betreten des weitläufigen Geländes eine Schutzmaske tragen, im Tierpark selbst herrscht keine Maskenpflicht.

Die Tiere sind jetzt wieder glücklich, das sieht man ganz deutlich.

Annika Willig, Betreiberin des Tierparks

Den über 300 Bewohnern ist das freilich egal. Die Tiere genießen es sichtlich, dass ihr Zuhause nun wieder tagtäglich von vielen Menschen bevölkert wird und sie nun endlich wieder im Mittelpunkt stehen. „Die Tiere sind jetzt wieder glücklich, das sieht man ganz deutlich. Denn für sie war die Corona-bedingte Schließung ganz schlimm. Die haben sofort gemerkt, dass etwas anders ist als in den anderen Jahren“, erklärt Annika Willig und betont, dass Bewohner und Besucher gleichermaßen jeden Menge Spaß haben.

Zu sehen und zu erleben gibt es für die kleinen und großen Tierpark-Gäste derzeit übrigens einiges. Neben Pony-Fohlen Muna, das am 25. März das Licht der Welt erblickte, gibt es mittlerweile bei den Ziegen, den Alpakas, den Waldschafen sowie bei den Eseln und Schweinen Nachwuchs.

Finanzielle Lage entspannt sich etwas

Durch die Öffnung des Brettener Tierparks am 6. Mai hat sich auch die finanzielle Lage etwas entspannt. „Den Verlust, den wir in den vergangenen Wochen gemacht haben, holen wir natürlich nicht mehr rein. Aber jetzt wird der Verlust zumindest ein Stück weit aufgefangen, deshalb hoffen wir natürlich, dass es in den nächsten Tagen und Wochen so weiterläuft“, betont Annika Willig.

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Da aktuell der Betrieb in den Schulen und Kindergärten nur auf Sparflamme läuft, habe man im Moment sogar mehr Besucher als sonst im Mai. Man bekomme so quasi drei Wochen geschenkt, erklärt die Betreiberin, danach kommen die Pfingstferien – und in dieser Zeit sei der Tierpark traditionell sehr gut frequentiert.

Fehlendes Geschäft in Corona-Krise gleichen Besucher aus

„Wenn das Wetter weiterhin so mitspielt, dann sieht es gar nicht so schlimm aus. Das ist dann so etwas wie der Ausgleich für das fehlende Geschäft vom Frühjahr. Fast vergleichbar mit einem Frühjahr, das verregnet ist“, meint Tierpark-Betreiberin Annika Willig.

Es sehe so aus, als ob man – im Tierpark ist eine längerfristige finanzielle Planung üblich und unabdingbar – über den nächsten Winter komme, so Annika Willig zuversichtlich. Die Hoffnung ist also groß, dass das 50. Jahr des Brettener Tierparks nicht das letzte sein wird.