In den ersten Tagen nach dem Restart ging es auf dem Freibadgelände der Badewelt Bretten sehr gemächlich zu, so hatten alle Besucher sehr viel Platz beim Sonnenbaden.
In den ersten Tagen nach dem Restart ging es auf dem Freibadgelände der Badewelt Bretten sehr gemächlich zu, so hatten alle Besucher sehr viel Platz beim Sonnenbaden. | Foto: Rebel

Gästezahl geht nach oben

In der Brettener Badewelt soll an diesem Wochenende die 1.000-Besucher-Marke geknackt werden

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Die ersten Tage nach dem Corona-Restart sind in der Brettener Badewelt eher ruhig verlaufen. Doch nun hofft man dort auf einen Besucheransturm. Nicht zuletzt dank des guten Wetters werden an diesem Wochenende an beiden Tagen jeweils mehr als 1.000 Gäste erwartet.

An den Wochentagen dürfen derzeit höchstens 450 Gäste ins Bad, deshalb sei man von einem kostendeckenden Betrieb noch weit entfernt, betont Stadtwerke-Chef Stefan Kleck.

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Temperaturen konstant um die 30 Grad bedeuten normalerweise, dass es auf der Liegewiese kaum noch Platz gibt und dass in den Schwimmbecken eifrig gekrault und getaucht wird. Doch wie nahezu überall ist in Corona-Zeiten auch in der Brettener Badewelt nichts so, wie es normalerweise Ende Juni wäre.

Warteschlangen von Badegästen am Eingang des Spaßbades sind ebenso Fehlanzeige wie Gedränge am Rutschturm oder vor dem Kiosk. „Wir sind weit von den Besucherzahlen entfernt, die wir sonst haben“, erklären Stefan Kleck, der Geschäftsführer der Brettener Stadtwerke, und Bäderleiter Holger Poppeck.

Zunächst nur wenige Wasserratten in der Badewelt

Als die Badewelt am 15. Juni nach mehrmonatigem Corona-Lockdown erstmals wieder ihre Tore öffnete, kamen nur einige wenige Wasserratten in das Spaßbad, was unter anderem auch mit dem kühlen Wetter damals zu tun hatte. Doch es besteht berechtigte Hoffnung auf Besserung. Bestes Badewetter hat bereits in den zurückliegenden Tagen dafür gesorgt, dass die Gästezahl kontinuierlich angestiegen ist.

Nun, am zweiten Wochenende nach dem Restart, soll sowohl am Samstag als auch am Sonntag jeweils die 1.000-Besucher-Marke geknackt werden. „Es gibt an beiden Tagen zwei Zeitfenster, jeweils von 11 bis 15 Uhr und von 16 bis 20 Uhr. Das haben wir extra für die Wochenenden so gemacht, da hier doch immer mehr Familien kommen als unter der Woche“, berichtet Stadtwerke-Chef Kleck.

Ticket-Buchung bequem über die Smartphone-App

Erstmals in dieser mit mächtig Verspätung gestarteten Badesaison besuchte Hugo Kellermann das Brettener Spaßbad. „Ich bin froh, dass die Badewelt endlich wieder geöffnet ist. Ich war letztes Jahr in den Sommerferien fast jeden Tag hier und werde auch in diesem Sommer so oft es geht ins Schwimmbad gehen“, erzählt der Schüler aus Diedelsheim. Kellermann hat sich zuvor ganz bequem über die Smartphone-App sein Ticket gebucht.

„Das läuft jetzt ja alles mobil, das finde ich gut. Die App ist wirklich ganz einfach zu bedienen“, versichert der Schüler, der wie jeder andere Badbesucher beim Betreten des Geländes einen Mund-Nasen-Schutz trägt. Im Eingangs- und Kassenbereich herrscht Maskenpflicht, zudem muss man sich in der Badewelt wie mittlerweile fast überall üblich zunächst die Hände desinfizieren.

Letztlich hängt es komplett davon ab, ob die Gäste mitspielen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Kleck über die Einhaltung der Corona-Regeln

Daneben wird auf einem großen Hinweisschild auf die geltenden Abstands- und Hygienevorgaben hingewiesen, weitere Infos – auch zu den Schwimmzeiten, den sogenannten Zeitslots – sind auf einem Flyer abgedruckt. „Das Abstandhalten auf der Liegewiese ist bislang überhaupt kein Problem. Es ist ja noch nicht so viel los, insofern gibt es hier genug Platz“, meint Hugo Kellermann.

Im Eingangsbereich überwachen Badewelt-Mitarbeiterin Heike Poppeck und ihre Kolleginnen, die ebenfalls allesamt Schutzmasken tragen, dass sich auch alle Besucher an die Regeln halten. „Letztlich hängt es komplett davon ab, ob die Gäste mitspielen. Denn wenn die Besucher nicht mitspielen, kommen wir ganz schnell an einen Punkt, wo wir dann sagen müssen, dass es so nicht geht“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Kleck.

Stadtwerke-Chef hofft auf Verständnis der Besucher

„Wir setzen hier einfach auf das Verständnis der Gäste. Wenn sich die Besucher nicht an die Vorgaben halten, wird es schwer, den Badbetrieb aufrecht zu erhalten“, ergänzt Bäderleiter Poppeck. Täglich sind 20 Mitarbeiter aus dem Brettener Bäderteam im Einsatz und sorgen dafür, dass zwischen den verschiedenen Zeitslots die vorgeschriebenen Reinigungsmaßnahmen, etwa an den Edelstahl-Handläufen und den Becken-Einstiegen, sorgfältig durchgeführt werden.

An den Wochentagen dürfen pro Schwimmzeit derzeit maximal 450 Gäste ins Freibad, dazu kommen 65 Personen im Hallenbad – erreicht wurde diese Zahl bislang noch nicht. Deshalb sei man auch noch weit von einem kostendeckenden Betrieb entfernt, betont Kleck.

Die Betreiber haben die Wirtschaftlichkeit ständig im Kopf

In den Sommermonaten habe man normalerweise Umsätze zwischen 100.000 und 130.000 Euro, berichtet der Stadtwerke-Chef, in diesem Jahr komme man höchstens auf die Hälfte. „Das schaffen wir aber nur, wenn das Wetter mitspielt und es richtig gut läuft“, meint Kleck und stellt allgemein klar: „Ein Bad ist immer ein Zuschussgeschäft.“

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Nichtsdestotrotz habe man auch in Zeiten der Corona-Pandemie stets die Wirtschaftlichkeit im Kopf. Man versuche, den Badbetrieb mit dem vorhandenen Personal zu stemmen, betont Poppeck.

Viele Stammgäste im Brettener Spaß- und Erlebnisbad

Wie Hugo Kellermann sind auch Evelin und Joseph Geier Stammgäste der Badewelt. Das Ehepaar aus der Enzkreis-Gemeinde Kämpfelbach hat in der letztjährigen Saison das Bad der Melanchthonstadt für sich entdeckt. „Uns gefällt es hier sehr gut. Wir kommen gern und nutzen das Bad vor allem zum Schwimmen“, sagt Joseph Geier.

„Es kommt nicht oft vor, dass so wenig los ist. Man hat jetzt zwar viel Platz auf der Liegewiese, aber generell ist das natürlich nicht gut, dass nach dem Restart bislang noch nicht mehr Leute kommen“, ergänzt Gattin Evelin.

Stadtwerke-Chef Stefan Kleck und Bäderleiter Holger Poppeck sehen das genauso. Wie die Eheleute Geier hoffen auch sie, dass die Besucherzahlen in den kommenden Tagen weiter nach oben gehen – und dass an diesem Wochenende möglichst zweimal die 1.000-Besucher-Marke geknackt wird.