Das Wegwerfen von Zigarettenkippen und anderem Müll soll in Rastatt künftig mit höheren Strafen belegt werden.
Bretten macht ernst und führt eine Null-Toleranz-Grenze ein, was die Vermüllung der Stadt anbelangt. | Foto: pr

Kontrollen seit Anfang Mai

Kippen auf der Straße kosten in Bretten jetzt 100 Euro

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Man könnte es ein Dauerärgernis nennen: zuhauf achtlos weggeworfener Müll, bevorzugt Zigarettenstummel, Kaugummis, Papiertaschentücher, Dosen, Schnellimbiss-Verpackungen und Ähnliches. In Bretten könnte dies die Müllsünder in Zukunft teuer zu stehen kommen.

100 Euro plus Gebühren von fast 30 Euro für einen ausgespuckten Kaugummi oder einen weggeschnalzten Glimmstängel – für die allermeisten Müllsünder wird das Bußgeld in dieser Höhe schon schmerzen. Im Wiederholungsfall wird es noch teurer. Bretten macht ernst und führt eine Null-Toleranz-Grenze ein, was die Vermüllung der Stadt anbelangt. Man schlägt damit den Weg wie Mannheim oder Heilbronn ein, die auf diese Weise mehr Sauberkeit im Stadtbild durchsetzen wollen.

„Müllstreife“ auf Kontrollgang

Mit einer „Müllstreife“ will das städtische Ordnungsamt erreichen, „dass sich die Menschen mal überlegen, was sie der Umwelt mit ihren weggeworfenen Hinterlassenschaften antun“, sagt Ordnungsamtsleiter Simon Bolg. Im Mai haben diese Sauberkeits-Kontrollgänge mit dem Ziel begonnen, Müllsünder auf frischer Tat zu erwischen.

Regelmäßig sind derzeit zwei Bedienstete der Behörde in der Zeit zwischen 7 und 21.30 Uhr als Müllpolizisten unterwegs und haben ein Auge darauf, ob beispielsweise jemand einen Kaugummi ausspuckt oder eine Zigarettenkippe wegwirft.

Uns ist Sauberkeit wichtig. Wir haben diese Müllstreife schon länger geplant, um schwarze Schafe festzustellen.

Simon Bolg, Ordnungsamtsleiter Bretten

„Uns ist die Sauberkeit wichtig. Wir haben diese Müllstreife schon länger geplant, um schwarze Schafe festzustellen. Niemand soll sicher sein, dass er unbeobachtet ist, weil Streifen auch in Zivil unterwegs sind“, erläutert Bolg.

Ertappte durchlaufen den üblichen Prozess mit der Aufnahme der Personalien, einer Anhörung sowie der Ausfertigung der Anzeige. „Da gibt es keinen Spielraum. Jede Ordnungswidrigkeit wird zur Anzeige gebracht. Bei einem Vorsatz verdoppelt sich die Strafe“, fährt der Amtsleiter fort.

Die Brettener Innenstadt gleicht wohl vielen anderen Kommunen. Es gibt unschöne Winkel und Straßenzüge, die übersät sind mit weggeworfenen Dingen aus Papier oder Plastik. Selbst in der Fußgängerzone, sozusagen das Aushängeschild der Stadt, sieht es zuweilen nicht sonderlich einladend aus. Zigarettenkippen in den Pflasterfugen, leere Zigarettenschachteln, Verpackungen mit Essensresten oder Kaffeebecher scheinen auf Dauer präsent zu sein.

50 bis 100 Kilo Müll täglich allein in der Einkaufsstraße

Obwohl die Stadt einiges unternimmt, um die Fußgängerzone sauber zu halten. Fast täglich bearbeiten zwei Leute des Bauhofs die Einkaufsstraße zwischen Marktplatz und Gottesackertor, sammeln Müll ein und leeren die Abfalleimer. Zwischen 50 und 100 Kilogramm Unrat kommen allein dort bei diesen Reinigungstouren zusammen.