An den Kliniken in Bruchsal und Bretten stehen jedes Jahr insgesamt 10 800 Operationen auf dem Plan – die Krise um das Narkosemittel Remifentanil hat derzeit keine Auswirkungen.
An den Kliniken in Bruchsal und Bretten stehen jedes Jahr insgesamt 10 800 Operationen auf dem Plan – die Krise um das Narkosemittel Remifentanil hat derzeit keine Auswirkungen. | Foto: dpa

Engpass bei Narkosemittel

Kliniken in Bruchsal und Bretten sind nicht betroffen

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Die Kliniken des Landkreises Karlsruhe sind nicht vom Lieferengpass beim Narkosemittel Remifentanil betroffen. Sowohl die Fürst-Stirum-Klinik in Bruchsal als auch die Rechbergklinik in Bretten verwenden das Mittel nur selten bei Operationen. „Und wir haben noch genug auf Lager“, sagte Regionaldirektorin Susanne Jansen von der Kliniken Holding auf Anfrage der BNN.

Gründe sind schleierhaft

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet hatte, haben Ärzte und Kliniken seit Monaten Schwierigkeiten, an Remifentanil zu kommen. Über Verunreinigungen der Rohstoffe, die aus China oder Indien stammen, wird ebenso spekuliert wie darüber, dass die Produkte aus wirtschaftlichen Gründen in andere Märkte geliefert würden.

Punktgenaue Dosierung

„Remifentanil ist gut verträglich und wirkt nur wenige Minuten lang“, sagt Martin Schuster, ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie in der Fürst-Stirum-Klinik, die auch Bretten mitversorgt. Remifentanil kann punktgenau dosiert werden und kommt deswegen vor allem bei ambulanten Operationen wie zum Beispiel einer Meniskus-OP beim Chirurgen zum Einsatz. Das Medikament baut sich schnell ab, der Patient kann nach nur wenigen Stunden wieder nach Hause.

Engpass trifft niedergelassene Anästhesisten

Daher trifft der Lieferengpass vor allem sogenannte niedergelassene Anästhesisten, die der ambulant operierende Arzt für die Vollnarkose hinzuzieht. Laut FAZ könnten manche bereits in zwei Wochen auf dem Trockenen sitzen. „Auch wir operieren viel ambulant“, sagt Jansen. „Aber wir haben auch eine breite Palette an Patienten und Operationen“, ergänzt Schuster. „Deswegen haben wir ausreichend Alternativen zur Verfügung.“ Dass die Kollegen überhaupt mit diesem Problem konfrontiert sind, ärgert den Anästhesisten: „Die Regierung muss sich dafür einsetzen, dass die Versorgung mit lebensnotwendigen Medikamenten gesetzlich gesichert ist.“