Bleibt Geschichte: Der Kreistag hat gegen die Wiedereinführung des BR-Kennzeichens für den alten Landkreis Bruchsal gestimmt.
Bleibt Geschichte: Der Kreistag hat gegen die Wiedereinführung des BR-Kennzeichens für den alten Landkreis Bruchsal gestimmt. | Foto: Heintzen

Keine Rückkehr

Kreistag stimmt gegen BR-Kennzeichen

Der Kreistag hat sich das zweite Mal nach 2013 gegen die Wiedereinführung des Kfz-Kennzeichens BR für Bruchsal entschieden. Dabei fiel das Ergebnis deutlicher aus als zu erwarten war: In der Schönbornhalle in Bad Schönborn-Mingolsheim sprachen sich 61 Kreisräte gegen ein BR-Kennzeichen aus, 16 hätten seine Wiedereinführung gerne gesehen, zwei Kreisräte haben sich enthalten.

BR galt bis in die 70er-Jahre

Bis er in den 70er-Jahren im Kreis Karlsruhe aufging, stand das Kennzeichen BR für den alten Landkreis Bruchsal. Beantragt werden kann die Rückkehr zu ehemaligen Kennzeichen seit 2012.

Eine Wahl, keine Pflicht

Vor der Abstimmung meldeten sich die Fraktionen zu Wort: Kreisrat Sven Weigt (CDU) führte Argumente beider Seiten auf: BR-Befürworter identifizieren sich mit ihrer Region und wollen das auch zeigen. Für alle Anderen bleibe das BR-Kennzeichen lediglich eine Wahlmöglichkeit, keine Pflicht. Die Gegner hingegen forderten genau diese Identifikation mit dem Landkreis Karlsruhe. „Wir sind eine Solidargemeinschaft. Ist es da richtig, sich einen solchen Vorteil zu verschaffen nur weil er geboten ist?“, fragte Weigt.

Bruchsal mit Sonderstellung?

Eberhard Roth (Freie Wähler) erinnerte sich daran, dass es nach der Gebietsreform nicht einfach gewesen sei, die Regionen und Städte des Landkreises „zusammenzukriegen“. Inzwischen ist aber eine Gemeinschaft entstanden.“ Dennoch müsse man Respekt haben vor den 4 900 Personen, die im vergangenen Jahr eine Petition für die Wiedereinführung unterschrieben hatten. Roth warnte aber auch davor, Bruchsal, das als größte Stadt im Kreis und mit Einrichtungen wie seiner Klinik ohnehin schon eine Sonderstellung habe, noch deutlicher hervorzuheben.

Ein funktonierender Landkreis

SPD-Kreisrat Heinrich Sickinger verwies darauf, dass der Landkreis Karlsruhe ein höheres Bruttoinlandsprodukt als das Bundesland Hamburg hat. „Das haben wir einem funktionierenden Landkreis zu verdanken. Deswegen sollten wir bei dem bleiben, was wir haben“, so Sickinger.

 Landrat fordert Akzeptanz ein

Landrat Christoph Schnaudigel plädierte vor der Abstimmung dafür, die Entscheidung – egal wie sie ausfallen werde – zu akzeptieren. Ähnliche Worte fand Kreisrat Gerd Rinck (SPD): „Ich wünsche mir einen respektvollen Umgang miteinander – auch nach der Abstimmung. Die, die gegen BR sind, sind nicht gegen Karlsruhe oder den Kreis.“

Staatsverdrossenheit verringern

Kreisrat Jürgen Wacker plädierte dafür, die Bürger zwischen den Kennzeichen wählen zu lassen. „Sie werden die Zufriedenheit der Bürger steigern und ihre Staatsverdrossenheit verringern.“