Maschinengewehrrattern und "Tote": In ihrer „eindrucksvollen und erschütternden Darbietung“ (OB Wolff) benannten Schüler der Max-Planck-Realschule die weltweit tobenden Kriege der letzten Jahre und verlasen die jeweilige Zahl der Toten.
Maschinengewehrrattern und "Tote": In ihrer „eindrucksvollen und erschütternden Darbietung“ (OB Wolff) benannten Schüler der Max-Planck-Realschule die weltweit tobenden Kriege der letzten Jahre und verlasen die jeweilige Zahl der Toten. | Foto: Rebel

300 Beteiligte in Bretten

Lichterzug durch Brettener Altstadt: Wunsch nach Frieden

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Ihren Wunsch nach Frieden haben am Montagabend rund 300 Brettener aller Altersgruppen beim traditionellen Lichterzug durch die Altstadt eindrucksvoll geäußert. Hinzu kamen Aktionen verschiedener Brettener Schulen an insgesamt vier Stationen.

In seiner Ansprache auf dem Marktplatz freute sich OB Martin Wolff über die große Zahl deren, die „Hand in Hand gemeinsam ein deutlich sichtbares Zeichen für Frieden“ setzen wollen. Seit 2007 seien die Friedenstage „ein fester Bestandteil in unserer Stadt“.
„Frieden ist eine Aufgabe von uns allen.“
OB Martin Wolff

Es werde kein Friede sein, so der OB weiter, wenn „nicht jeder von uns seinen beitrag dazu leitet.“ Denn Frieden sei „nicht nur Aufgabe der großen Politik, sondern es ist eine Aufgabe von uns allen“. Frieden müsse mit allen möglichen Mitteln immer wieder gestiftet werden – mit den Mitteln des Rechts und der Gerichte, mit Bündnissen, mit „Runden Tischen“, an denen Täter und Opfer miteinander redeten. Man dürfe „Hass, Intoleranz und Rassismus keinen Platz geben, denn dies ist der erste Schritt zur Gewalt gegen andere“, sagte Wolff.

Mit Friedenslichtern zogen am Montagabend rund 300 Brettener aller Altersgruppen beim Friedensmarsch durch die Altstadt.
Mit Friedenslichtern zogen am Montagabend rund 300 Brettener aller Altersgruppen beim Friedensmarsch durch die Altstadt. | Foto: Rebel

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Flashmob für den Frieden

Kaum war der Applaus für die Wolffsche Rede verklungen, ratterten Maschinengewehre aus den Lautsprechern: In einer beeindruckenden Aktion „stürzten“ zahlreiche Schüler der Max-Planck-Realschule zu Boden und blieben dort regungslos liegen. Gleichzeitig verlasen Schülerinnen die Kriegsschauplätze der vergangenen 20 Jahre und die aktuellen Konfliktherde – und nannten jeweils die Zahl der Toten. „Das war eindrucksvoll und zugleich mahnend“, kommentierte der OB.

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Lichterzug durch Melanchthonstadt

Im Anschluss führte Wolff den Lichterzug (viele Teilnehmer hatten sich zuvor Friedenskerzen gesichert) über die Pforzheimer Straße zum Seedamm, wo vor den Beruflichen Schulen die zweite Station angesteuert wurde. Hier hatte sich die zwölfte Klasse des Beruflichen Gymnasiums mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigt – und gab in einem wechselseitigen Gespräch manche Anregung, die nachdenklich machte. Schließlich überreichten die BSBler den Teilnehmern noch die „acht Gebote der Nachhaltigkeit“, wovon eine lautet, nicht hungrig einkaufen zu gehen, da 20 Prozent der Lebensmittel im Müll landeten, eine andere, weniger, aber teureres Fleisch zu essen.

Lieder für den Frieden

Die Ministranten von St. Laurentius mussten aufgrund technischer Probleme vom Gottesackertor zum Marktplatz ausweichen. Dort sprachen noch Vertreter des Jugendgemeinderates und es wurden Friedenslieder gesungen. Zum Aufwärmen gaben Mitglieder der Grünen Moschee noch heißen Tee aus.