Mit einem Sonderpreis wurde die Vorbereitungsklasse des Edith-Stein-Gymnasiums bedacht. Die jungen Flüchtlinge hatten zuvor zum ersten mal Kunstunterricht genossen. | Foto: Rebel

Melanchthon-Schülerpreis

Lügen-Geschichte und Religionen-Puzzle in Bretten

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Mit einem Comic hat Laura Duda aus der Klasse 7c des Edith-Stein-Gymnasiums (ESG) beim Melanchthon-Kunstwettbewerb den ersten Preis in der Stufe I bekommen. Sie erzählt eine Machtgeschichte, die sie in eine ferne Welt verlegt, die doch so nahe scheint: Der Herrscher bangt um seine Macht, weil es einen schöneren Rivalen gibt. Aus Neid erfindet er eine Lügengeschichte, um den Konkurrenten aus dem Rennen zu schlagen. Die Begründung klingt vertraut: Er sei ein Verräter und mit den Feinden im Bunde. Doch dann besinnt er sich eines Besseren, räumt seinen Fehler ein – das klingt weniger vertraut. Die Comic-Autorin geht in ihrer Lügengeschichte sogar noch einen Schritt weiter und präsentiert eine salomonische Lösung: Der Herrscher und sein vermeintlicher Rivale teilen sich die Macht.

Freiheit und Gleichheit

Luisa Batz aus der Klasse 8d des ESG wurde für ihre Collage von der Jury mit dem ersten Preis in der Stufe II bedacht. Sie hat auf eine alte Buchseite mit Tusche drei Skizzen gezeichnet: zwei Jungs, die sich küssen, zwei Mädchen, die sich küssen und ein Junge und ein Mädchen, die dasselbe tun. Unterlegt ist die Szenerie mit dem Verweis auf die Freiheit, Gleichheit und Würde aller Menschen.

Sonderpreis für Flüchtlinge

Dazu vergab der Günter Frank, der Vorsitzende der Jury, einen Sonderpreis an die Vorbereitungsklasse des ESG. Ein Dutzend unbegleitete junge Flüchtlinge, die zum ersten Mal in ihrem Leben Kunstunterricht genossen, hatten das Thema auf ihre Art angepackt und mit Linolschnitten ihre Gesichter auf ein Tapetenband gedruckt. In ganz unterschiedlichen Farben schauen Ali, Mamadou oder Khalil den Betrachter an. Dazu gab es eine ganze Reihe von Anerkennungspreisen. Mehr als 120 Arbeiten hatten Brettener Schüler eingereicht, die sich allesamt künstlerisch mit dem Melanchthon-Zitat „Es ist keinem Menschen in seinem Glauben und Gewissen Gewalt anzutun“ auseinandergesetzt haben.

Weltkarte als Flickenteppich

Alina Veit (Max-Planck-Realschule, Klasse 10e) hatte eine Weltkarte als bunten Flickenteppich gezeichnet und die Länder mit den Farben ihrer Flaggen ausgemalt. Aysenur Yigit (MPR 10a) fügt die Weltreligionen mit ihren Zeichen Yin und Yang, Kreuz, Halbmond und Davidstern zu einem Bild zusammen. „Frieden herrscht, wenn alle Religionen zusammenhalten“, sagte sie bei der Preisverleihung, die Alt-Bürgermeister Willi Leonhardt moderierte.

Eindrücklicher Film

Eindrücklich wie die Lügengeschichte von Laura Duda war auch der Film, den Zehntklässler des Melanchthon-Gymnasiums konzipiert und gedreht hatten. Der Streifen von Anna Holfelder, Joy Klepzig und Olivia Treffinger wurde gleichfalls mit einem Preis bedacht. Eine Gruppe Vermummter versperrt einem jungen Mann den Weg, lässt ihn auflaufen und zu Boden gehen. Da schert einer aus der Gruppe aus, legt den Kapuzenpullover ab und hilft dem Hingestreckten auf. Andere folgen. Überhaupt prägen Soldaten, Kinder und der Wunsch nach Frieden etliche Arbeiten.

Musikalischer Farbtupfer: Vier Streicherinnen und eine Flötistin sorgten mit Stücken von Händel und Dvoral für festliche Stimmung. Im Hintergrund die Preisträger. | Foto: Rebel

Zu den Bildenden Künsten gesellten sich an diesem Abend die musikalischen. Vier Streicherinnen und eine Flötistin sorgten mit Stücken von Händel und Dvorák für festliche Stimmung.