Monstermäßige Stimmung herrschte beim „Monsterkonzert Brusl“. Zu den Stammgruppen der Veranstaltung gehören „Die Nashörner“ aus Obergrombach, die pro Kampagne gut 25 Auftritte absolvieren. | Foto: Klaus Müller

Guggenmusik-Event in Bruchsal

„Monstermäßig“ etwas auf die Ohren

Von Klaus Müller

Monsterkonzert? Woher kommt eigentlich der Begriff? Steffen Ott, Vorsitzender des Vereins „Monsterkonzert Brusl“, hält kurz inne. „Ich glaube, aus der Schweiz“, sagt er dann fast schon brüllend. Brüllend deswegen, weil sich in unmittelbarer Nähe, da oben auf der Bühne, gerade die „Weihermer Schneckeschleimer“ austoben. Gegen die Guggemusik der Gruppe ist stimmlich kaum anzugehen. Und die Ohren beginnen auch, langsam aber sicher zu vibrieren. Vielleicht kommt ja daher der „Monster“-Begriff – eben weil man bei so einem Konzert „monstermäßig“ was auf die Ohren bekommt.

27. Auflage für das „Monsterkonzert“

Damit kann es was zu tun haben, allenfalls aber nur peripher. An der Erklärung mit der Schweiz ist tatsächlich was dran. Dort dürfte diese Form der närrischen musikalischen Unterhaltung ihren Ursprung haben. Bei einem Monsterkonzert kommen viele Guggemusikgruppen zusammen. Höhepunkt, wenigstens im Land des Schweizer Käse, ist dann das gemeinsame absolut schrille Spiel aller beteiligten Gruppen. In diesem Fall gewinnt der Begriff Monster in der Tat an eindrücklicher Bedeutung.

Längst ein Selbstläufer

Zurück nach Bruchsal – zur inzwischen 27. Auflage des dortigen Monsterkonzerts. Dass das Konzert längst zu einem Selbstläufer geworden ist, bestätigt Ott. Groß bitten in Bruchsal zu spielen, müsste man die Gruppen nicht. Dafür hat der Name Monsterkonzert Brusl in der Szene einen zu guten Ruf. Im Grund sei es eine kleine Schar von fünf aktiven Vereinsmitgliedern, die das Konzert Jahr um Jahr organisieren. „Und wir werden von der Stadt unterstützt, sonst wäre das alles in der Größe nicht möglich“, ergänzt Ott.
Von 2 000 bis 3 000 Zuschauern geht sein Mitstreiter Thomas Barth aus; gemessen am gesamten Konzertzeitraum von 15 Uhr bis etwa 19 Uhr. Glück hatten die Organisatoren mit dem Wetter. Vergangenes Jahr gab’s eine Sturmwarnung (der Sturm blieb jedoch aus), die Jahre zuvor kaltes oder regnerisches Wetter. Zehn Gruppen waren diesmal dabei, darunter die „Pälzer Scholleklobber“, die erstmals beim Monsterkonzert mit von der Partie waren. Überhaupt sind die „Pälzer“ eine junge Formation. „Vergangenes Jahr haben wir uns gegründet“, erzählt Scholleklobber-Frau Annette Blumenschein. Der eigene Anspruch – außer laut zu sein? „Der Funke muss aufs Publikum überspringen. Das macht für mich gute Guggemusik aus.“

Schrill und laut reicht heute nicht mehr

Schrill und laut allein reichen heute übrigens nicht mehr aus. Dafür sind die (musikalischen) Ansprüche der Gruppen zu hoch. „Doch, da wird schon auf Qualität geachtet“, bestätigt Mario Butterer, Vorsitzender der Obergrombacher Formation „Die Nashörner“. Sie gehören zu den Stammgruppen beim Monsterkonzert und sind wie die meisten Gruppen in der Kampagne stark gefragt. 25 bis 30 Auftritte seien keine Seltenheit, berichtet Butterer. Also „monstermäßig viel“ Auftritte. Und schon findet sich für so ein Monsterkonzert eine weitere Erklärung.