Am Edith-Stein-Gymnasium sowie an anderen Schulen in Bretten und um Umgebung beginnt am 4. Mai der Unterricht für die Prüfungsklassen wieder.
Lange hat es nicht gedauert, bis der Präsenzunterricht am Brettener Edith-Stein-Gymnasium schon wieder eingestellt wurde – zumindest vorrübergehend. | Foto: Bindschädel

Fünf positive Fälle

Coronavirus an Brettener Gymnasium: Schüler und Lehrer werden getestet

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Lange hat es nicht gedauert, bis der Präsenzunterricht am Brettener Edith-Stein-Gymnasium schon wieder eingestellt wurde – zumindest vorrübergehend. Nachdem am vergangenen Sonntag bekannt wurde, dass es vier Corona-Fälle in der Schule im Breitenbachweg 15 gibt, sind die Schotten jetzt zunächst bis Mittwoch dicht. Mittlerweile hat sich die Zahl auf fünf erhöht.

„Diese Maßnahme ist absolut richtig“, betont Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff (parteillos). In Absprache mit dem für den Schulbetrieb zuständigen Regierungspräsidium sowie dem Landratsamt hat daneben die ESG-Leitung beschlossen, die Schülerinnen und Schüler vorerst nur via Homeschooling zu unterrichten.

„Wir haben den digitalen Fernlern-Unterricht, den wir bisher ja schon praktiziert haben, wieder aufgenommen“, teilt ESG-Schulleiter Daniel Krüger, der zu Wochenbeginn für eine weitere Stellungnahme für die BNN nicht erreichbar war. Die Klassenzimmer des Edith-Stein-Gymnasiums sind also wieder verwaist, so wie das bis einschließlich zum Ende der Pfingstferien wegen des Lockdowns über mehrere Monate hinweg der Fall war.

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„Es ist nun die Aufgabe des Gesundheitsamtes, die Infektionsketten nachzuverfolgen. Es ist jetzt ganz wichtig, dass wir zeitnah wissen, ob es nur diese  bestätigten Fälle gibt oder ob es noch weitere Infizierte gibt“, erklärt OB Wolff. „Wir stehen permanent Gewehr bei Fuß, denn wir wissen, dass in Sachen Corona einfach immer mal wieder etwas aufflammen kann“, versichert der Brettener Rathauschef. Bislang sind vier Schüler der Klassenstufe elf sowie eine Lehrerin positiv auf Covid-19 getestet worden.

Während der Landkreis Karlsruhe mittlerweile von fünf Corona-Fällen spricht, sind für die Kommune Bretten Stand 29. Juni um 9 Uhr weiterhin nur vier Fälle bekannt. Zumindest geht das aus der Übersicht der Landkreis-Fallzahlen hervor. „Wir waren quasi auf Null“, betont Wolff. Die Entwicklung am ESG zeige aber, dass es weiterhin notwendig sei, die geltenden Sicherheitsvorschriften sowie die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, so der Rathauschef.

Testergebnisse in spätestens 48 Stunden

Innerhalb der nächsten 24 oder spätestens 48 Stunden erhofft man sich in der Melanchthonstadt Klarheit darüber, ob es noch weitere Infektionsfälle gibt. In diesem Zeitraum werden die Ergebnisse der Tests, die durch das zuständige Gesundheitsamt seit Wochenbeginn bei Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrerkollegium gemacht wurden, erwartet. „Das ist alles sehr fragil. Wir sind jetzt lieber eine Spur sorgsamer als zu lax“, versichert OB Wolff und betont: „Wir werden solange mit diesem Virus leben müssen, bis es einen Impfstoff gibt.“

Sollten die Testergebnisse – wie von allen Beteiligten erhofft – negativ ausfallen, dann soll der Präsenzunterricht am ESG bereits an diesem Donnerstag, 2. Juli, wieder starten. In letzter Konsequenz werden das Oberbürgermeister Wolff und Schulleiter Krüger entscheiden. Man werde dabei alles genau abwägen und keineswegs vorschnell handeln, man wolle jedes Risiko so weit es nur geht ausschließen.

Schulschließung sorgt für Unverständnis

Nachdem wegen der Corona-Pandemie die Bildungseinrichtungen im Land seit Mitte März für mehrere Wochen geschlossen waren, sind mit der vorrübergehenden Schließung des ESG nicht alle einverstanden. In einem Leserbrief an die Redaktion der Brettener Nachrichten, dessen Verfasser anonym bleiben möchte, wird großes Unverständnis für diesen Schritt geäußert. „Ich bin sehr erstaunt darüber und auch genervt. Ist das jetzt die Realität? Vier Personen sind infiziert und 700 Personen sind die Leittragenden – ohne die Eltern, wohlgemerkt“, heißt es dort: „Meiner Meinung nach hätte es gereicht, die Infizierten zu separieren und die Schüler weiterhin am Unterricht teilnehmen zulassen. Wohlgemerkt – wir reden von einem Bruchteil der Schüler.“

Kritik gibt es auch an den „vorausgegangenen Maßnahmen“ wie Abstandhalten und das Tragen von Mund-Nasen-Masken auf den Fluren, die durch diese Schließung „ad absurdum geführt werden“.