Landtagswahl Saarland
Bei der Bürgermeisterwahl in Oberderdingen treten am 27. Januar vier Kandidaten an. Ein Fünfter hat seine Bewerbung zu spät abgegeben. | Foto: Uwe Anspach/Archiv

Wahl am 27. Januar

Oberderdingen: Fünfter Bewerber für Chefsessel im Rathaus kam zu spät

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Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, heißt es. Ob dies auch für den fünften Bewerber bei der Oberderdinger Bürgermeisterwahl am 27. Januar gilt, der seine – ohnehin unvollständigen – Unterlagen erst am 2. Januar, 13.30 Uhr, eingereicht hat, darf man allerdings getrost bezweifeln.

Die Bewerbungsfrist war bereits am Montag, 31. Januar, um 18 Uhr abgelaufen. „Nichts Ernsthaftes“ lautete daher die Bewertung des verspäteten Schreibens, das überdies noch falsch adressiert war, im Oberderdinger Rathaus. Die Identität des Bewerbers wollte die Verwaltung aus verständlichen Gründen nicht nennen, es handle sich um eine in der Gemeinde eher weniger bekannte Person, hieß es auf Nachfrage.

Spätzünder nicht zugelassen

Der Gemeindewahlausschuss, der am Donnerstag unter Leitung der CDU-Fraktionsvorsitzenden Brigitte Harms-Janssen im Rathaus tagte, hatte denn auch keine Bedenken, den Spätzünder bei der Wahl nicht zuzulassen.

Amtsinhaber will es noch einmal wissen

Insofern treten bei der Wahl am letzten Sonntag im Januar vier Kandidaten an. Amtsinhaber Thomas Nowitzki fühlt sich noch fit und motiviert für eine dritte Amtszeit und möchte gerne die lange Reihe begonnener Projekte umsetzen und überdies noch einige neue Vorhaben planen und anpacken.
Der 62-jährige Schultes bekommt es mit drei Herausforderern zu tun, von denen allerdings keiner eine Verwaltungsausbildung hat.
Thomas Nowitzki tritt in Oberderdingen wieder an. | Foto: BNN

Drei Gegenkandidaten

Als Erster hatte der 49-jährige Hotelmanager Basem Mriesh aus Grafenhaus seine Bewerbung bekanntgegeben. Der in Jerusalem geborenen Hotelmanager mit deutschem Pass liebäugelt nach eigenem Bekunden schon lange mit einer Aufgabe im Öffentlichen Dienst oder in der Politik. Mit der Situation in Oberderdingen hat er sich noch nicht vertraut gemacht. Zur Sitzung des Gemeindewahlausschusses ist er allerdings angereist, und bei der Bewerbervorstellung am 15. Januar will er sich in der Aschingerhalle präsentieren. Die Themen soziale Gerechtigkeit, Bildung und Neue Medien lägen ihm besonders am Herzen, sagt er, und auch für Umweltschutz und alternative Energien will er sich engagieren.
Basem Mriesh liegen vor allem die Themen soziale Gerechtigkeit, Bildung und Neue Medien am Herzen, sagt er. | Foto: PR

Unzufrieden mit Gemeindepolitik

Der zweite Herausforderer, der Oberderdinger Reinhard Schiek, der mit seiner Frau einen Ferienhof betreibt, ist unzufrieden mit der Gemeindepolitik des Amtsinhabers. Schiek sitzt für die Unabhängigen Bürger Oberderdingen im Gemeinderat und fällt dort durch mehr oder weniger qualifizierte Beiträge auf. Insbesondere die Ausweisung neuer Bauflächen stößt auf sein Missfallen. Er will neue Baugebiete erst dann zulassen, wenn die freien Flächen innerorts bebaut sind. Skeptisch sieht er „überzogene Prestigeprojekte wie die Mediathek“, und neue Projekte will er ohne öffentliche Zuschüsse umsetzen.
Reinhard Schiek ist nach eigener Aussage unzufrieden mit der Gemeindepolitik von Amtsinhaber Nowitzki. | Foto: PR

Wunsch nach Generationenwechsel

Als dritter Kandidat hat sich der 38-jährige Kaufmann Sebastian Berdelmann beworben, der aus Osnabrück stammt und seit kurzem in Großvillars lebt. Er will das in Oberderdingen Begonnene fortsetzen und vertiefen und einen Generationenwechsel auf dem Chefsessel im Rathaus herbeiführen. Die Gemeinde will er „noch lebenswerter“ machen und die bestehenden Arbeitsplätze erhalten und ausbauen.
Sebastian Berdelmann will die Gemeinde „noch lebenswerter“ machen. | Foto: PR

Bewerber stellen sich am 15. Januar vor

Der Gemeindewahlausschuss hatte bei der Feststellung der Zulässigkeit der Bewerbungen ansonsten keine Beanstandungen. Für die offizielle Vorstellung der Bewerber am Dienstag, 15. Januar, 19.30 Uhr in der Aschingerhalle wurden laut Brigitte Harms-Janssen folgende Regelungen vereinbart: Die Kandidaten werden sich in umgekehrter Reihe, wie sie auf dem Stimmzettel stehen, vorstellen. Während der Präsentation halten sich die anderen Bewerber in einem separaten Raum auf.

Bürger dürfen Fragen stellen

Sebastian Berdelmann macht den Anfang, dann folgen Reinhard Schieck und Basem Mriesh, Thomas Nowitzki kommt als letzter an die Reihe. Jeder hat 20 Minuten Zeit, um sich und seine Anliegen darzustellen, technische Hilfsmittel wie Beamer sind nicht erlaubt. Dann sind zwei Stunden für Fragen der Bürger vorgesehen. Jeder Bürger darf zwei Fragen stellen, muss sich mit Namen und Wohnort vorstellen und sagen, an wen die Frage gerichtet ist. Zwei Minuten Zeit pro Frage wird eingeräumt, ebenfalls zwei Minuten für die Antwort. Die Fragen werden in Fünferblöcke gebündelt.

Wahl am 27. Januar

Gewählt wird am Sonntag, 27. Januar. Bei einem zweiten Wahlgang kann es am Mittwoch, 6. Februar, eine zweite Bewerbervorstellung geben, sofern sich dann noch ein weiterer Bewerber meldet.