Interessiert an den Details: Zahlreiche Bürger wollten mehr über das ambitionierte Projekt erfahren, dessen Kosten sich auf 21 Millionen Euro belaufen würden. | Foto: Florian Ertl

Renaturierung

Pläne für die Gartenschaubewerbung begeistern vor allem junge Brettener

Anzeige

Die Stadt Bretten hat ihre Pläne für die Gartenschau-Bewerbung vorgestellt. Die sehen Renaturierung und Verkehrsberuhigung vor. Das begeistert vor allem jüngere Brettener. Neue Schulden will die Stadt für das Projekt nicht aufnehmen.

Von unserem Mitarbeiter Florian Ertl

Unter dem Motto „Bretten verwandelt“ hatte sich die Stadt Bretten im Dezember 2019 um die Ausrichtung einer Gartenschau im Zeitraum von 2031 bis 2036 beworben. Am vergangenen Samstagvormittag konnten sich die Brettener Bürgerinnen und Bürger einen ersten Eindruck von diesem Großprojekt machen.

Vor der Touristeninformation am Marktplatz wurde hierfür ein umfangreicher Info-Stand aufgebaut. Auf verschiedenen Präsentationstafeln konnten Interessierte diverse Pläne für das geplante, mehr als sieben Hektar große Gartenschaugelände einsehen.

Mehr zum Thema: Brettens OB Martin Wolff informiert auf Marktplatz über die Gartenschau

Wertheimer Baumarkt soll Standort wechseln

Oberbürgermeister Martin Wolff, Bürgermeister Michael Nöltner und das Gartenschau-Planungsteam aus dem Technischen Rathaus waren vor Ort, um auf Fragen und etwaige Bedenken einzugehen.

Unser Konzept soll die Stadt weiterentwickeln und das Stadtbild nachhaltig verändern.

Karl Velte, Brettens Stadtbaumeister

„Unsere Bewerbung ist ganz bewusst kein Plan für eine Gartenschau auf der grünen Wiese. Unser Konzept soll die Stadt weiterentwickeln und das Stadtbild nachhaltig verändern“, ordnete Stadtbaumeister Karl Velte das Projekt ein.

Vorgesehen sei – neben dem Ausbau des Radwegenetzes zwischen den einzelnen Brettener Ortsteilen – die Umsiedlung des Wertheimer Baumarkts an der Wilhelmstraße. An dessen Stelle würde ein großer Stadtpark entstehen.

Auch interessant: Gartenschau: Das Ziel in Bretten heißt grüne Urbanität

Die Wilhelmstraße solle zudem zurückgebaut werden und nur noch einspurig in jede Richtung verlaufen. Des Weiteren sei ein Kreisverkehr an der Kreuzung zwischen Wilhelmstraße und Hermann-Beuttenmüller-Straße vorgesehen. Der Schwerlast- und Autoverkehr liefe dann zukünftig über die geplante, südliche Umgehungsstraße.

Renaturierung steht im Mittelpunkt der PläneWilhelm

Die Pläne für die Gartenschaubewerbung beinhalten grundsätzlich die Idee, die Innenstadt vom Verkehrsproblem zu befreien und stattdessen Fahrrad und Gehwege auszubauen. Das Stichwort Renaturierung zieht sich durch sämtliche Planungen.

Auch interessant: Grillen wird immer mehr zum Trend – Grillplätze in Bretten gut besucht

So sollen Parkflächen am Seedamm ebenfalls in Grünflachen umgewandelt werden. Die verlorenen Parkplätze würden durch ein neues Parkhaus auf dem Röther-Parkplatz ausgeglichen. Ein Dachgarten auf den Gebäuden, die bei der Bebauung des Sporrgassenparkplatzes entstehen, solle als Erweiterung des bereits bestehenden Stadtparks dienen.

Bauprojekte sollen keine neuen Schulden verursachen

Die Kosten des Projekts sind auf mehr als 21 Millionen Euro angesetzt. Die Stadt Bretten müsse von dieser Summe etwa die Hälfte tragen, sollte sie den Zuschlag erhalten. Zudem sei angedacht, keine neuen Schulden für die zahlreichen Baumaßnahmen anzuhäufen.

Die Gartenschau ist ein wichtiger und notwendiger Schritt in der Stadtentwicklung.

Martin Wolff, Oberbürgermeister von Bretten

Velte sprach gegenüber den BNN von einer Million Euro, die man für die Finanzierung des Projekts nun jedes Jahr zurücklegen wolle. OB Wolff zeigte sich zuversichtlich, dass Bretten den Zuschlag für die Gartenschau bekomme. „Die Gartenschau ist ein wichtiger und notwendiger Schritt in der Stadtentwicklung“, erklärte der Rathauschef.

Brettener bewerten Bewerbung unterschiedlich

Die zahlreichen interessierten Brettener, die bei der Info-Veranstaltung vorbei schauten, waren im Bezug auf die Bewerbung geteilter Meinung. Viele jüngere Besucher zeigten sich begeistert über die Pläne, größere Flächen zu renaturieren und sahen darin einen wichtigen Schritt hin zu einer emissionsfreien Stadt.

Auch interessant: Bauchrednerin Murzarella und ihre Puppen: Bei uns liegen die Nerven blank

Eine Seniorin äußerte die Befürchtung, dass der Verkehr nach dem Umbau der Wilhelmstraße durch die angrenzenden Seitenstraßen geleitet werde. OB Wolff nahm zu diesen kritischen Tönen Stellung und versicherte, dass das ausgearbeitete Konzept aufgehen würde.