Poller soweit das Auge blickt. Die beiden dicken wurden am Donnerstagnachmittag erstmals ausgefahren, die vorderen verschwinden demnächst. Künftig soll auch die Zufahrt vom Gottesackertor in die Fußgängerzone möglich sein. | Foto: Kampf

Gelungener Probelauf

Poller gehen Ende September in Betrieb

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Kaum wurden sie Ende Februar montiert, ist jetzt, fast ein halbes Jahr später, die Generalprobe: Die Rede ist von den Pollern, die an drei Stellen die Zufahrt zur Fußgängerzone blockieren beziehungsweise nur für Berechtigte ermöglichen sollen. Die Poller hatte der Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossen, da sich die Klagen über rücksichtsloses Befahren der Brettener Fußgängerzone zu jeder Tages- und Nachtzeit häuften. „Da gibt es Leute, die mal schnell nen Döner abholen, oder ein Eis“, beobachteten Anwohner und Passanten, „und dafür halt bis vor die Ladentür vorfahren“, sagt ein Anlieger.
Auch der ungeregelte Lieferverkehr war dem Gemeinderat offenbar ein Dorn im Auge, gab es doch vormittags Zeiten, wo sich Fußgänger durch links und rechts geparkte Fahrzeuge schlängeln mussten. Sicherlich kein schönes Einkaufserlebnis.

Poller erstmals testweise hochgefahren

Wie auch immer: Am Donnerstagnachmittag richteten Mitarbeiter des Tiefbauamts die Anlagen ein. Ordnungsamtsleiter Simon Bolg und sein Team begutachteten die Wirksamkeit der Poller. „Wir werden nun unsere Leute schulen.“ Ende September werde die Anlage in Betrieb gehen, sagte Bolg auf BNN-Nachfrage.

Pro Tag 15 Euro – oder lieber Dauerberechtigung?

Das Ordnungsamt ist für die Berechtigungskarten zuständig, die ein Befahren außerhalb der Öffnungszeiten erlauben. Die Poller sind laut Achim Kleinhans von der Verkehrsbehörde werktags von sechs bis 11 Uhr für den Lieferverkehr unten. Fahrräder, Taxen, maschinell angetriebene Krankenfahrstühle sowie Not- und Einsatzfahrzeuge haben zudem durchgehend die Erlaubnis, durchzufahren, ebenso, wie die Beschicker der verschiedenen Märkte an Markttagen.
Wer sonst die Fußgängerzone befahren will, muss dafür zahlen: Beim Ordnungsamt können Dauererlaubnisse, aber auch einzelne Erlaubnisse beantragt werden. Die werden dann als Chip-Karte oder QR-Code vergeben.
Die Tagesgebühr beträgt 15 Euro, drei Tage kosten 30 und für eine Woche sind 50 Euro zu berappen.
Dauerausnahmegenehmigungen für Bewohner sind kostenfrei; für Handwerker (pro Kfz) und Taxen, die nur Kranken- und Behindertentransporte machen, sind pro Jahr 100 Euro fällig; sonstige Nutzer müssen pro Jahr 200 Euro auf den Tisch legen, wenn sie die Fußgängerzone befahren wollen. Bislang haben 40 Anlieger eine Dauerkarte beantragt, weiß Bolg, der in den nächsten Tagen via Amtsblatt erstmals mit den Daten und Fakten an die Öffentlichkeit treten wird.

In der Oberen Kirchgasse, am BNN-Gebäude, wurde die Anlage ebenfalls getestet. Hier ist stets die Ausfahrt aus der Fußgängerzone. | Foto: Kampf

Eine gute Nachricht hat der Ordnungsamtschef zum Schluss: Nachdem bei der Anlieger-Informationsveranstaltung im Frühjahr heftige Kritik laut wurde, dass man künftig die ganze Fußgängerzone durchfahren müsse, auch wenn man sein Geschäft im westlichen Teil habe, ging die Verwaltung nun auf den auch von den BNN als Anlieger ins Spiel gebrachten Vorschlag ein und gab die Zufahrt von der Straße Am Gottesackertor in die Melanchthonstraße frei. Die Ausfahrt erfolgt stets am BNN-Gebäude vorbei über die Obere Kirchgasse.