Der Abbruch ist erfolgt, vom Neubau ist am Oberderdinger Freibad allerdings noch nichts zu sehen. Die Arbeiten sind zwei Monate im Verzug, weil die Baugenehmigung des Landratsamtes wegen Differenzen bezüglich der Statik auf sich warten ließ. Foto: Ebert

Eine Million Euro Mehrkosten

Runderneuerung des Oberderdinger Freibads wird teurer

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Die Runderneuerung im Oberderdinger Freibad kommt mit aktuell kalkulierten Gesamtkosten von knapp 6,5 Millionen eine Million Euro teurer als ursprünglich geplant. Außerdem ist die Baumaßnahme mit zwei Monaten im Verzug. „Sollte es einen saftig kalten Winter geben, wird es mit der Eröffnung am 1. Mai 2020 eng“, erklärte Planer Jochen Wilfert vom Ludwigsburger Büro Knecht im Oberderdinger Gemeinderat. Die Ratsmitglieder hatten angesichts der Kostensteigerung um fast elf Prozent doch zu schlucken. „Das ist starker Tobak“, bekundete Michael Blankenhorn (FWV). Er wies darauf hin, dass man 2017 noch von 5,2 Millionen Euro ausgegangen war. Julian Breitschwerdt (Grüne) sah es nicht anders. Die Mehrkosten seien doch absehbar gewesen. Ob es dann nicht ehrlicher dem Bürger gewesen wäre, das gleich zu sagen, gab er zu bedenken.

Gestiegene Baukosten

„Wir müssen ja bei allen Anträgen von aktuellen Zahlen und Berechnungen ausgehen, die können wir nicht gleich präventiv höher ansetzen“, erwiderte Bürgermeister Thomas Nowitzki. Er erklärte, dass die Ausschreibungen bislang gut gelaufen seien und dass man die Mehrkosten im Haushalt gut darstellen könne: „Wir haben 1,5 Millionen Euro an Rücklagen in einen Bausparvertrag investiert“, erklärte der Schultes.
Gründe für die Mehrkosten sind zum einen gestiegene Preise bei den Firmen. Außerdem schlug der notwendig gewordene Abriss des alten Beckens im Freibad  mit 200 000 Euro zu Buche, die Baunebenkosten mit 211 000 Euro zusätzlich. Der Markt sei eben so, hieß es. Allein 26 000 Euro musste die Gemeinde zudem für die Baugenehmigung ans Landratsamt überweisen. Die Breitwellenrutsche (95 000 Euro), die Sprunganlage (50 000 Euro) und die Schlangenrutsche im Kinderplanschbecken (20 000 Euro) wollen die Freibadfreunde Oberderdingen allerdings über Spenden und Sponsoren finanzieren.

Baugenehmigung ließ auf sich warten

Als Grund für die Verzögerung der Arbeiten nannte die Verwaltung die fehlende Baugenehmigung. Das Landratsamt hatte den von der Gemeinde bestellten Statiker nicht anerkannt, sodass ein anderer Prüfstatiker hatte beauftragt werden müssen. Insofern muste man fünf Monate statt der geplanten drei auf die Baugenehmigung warten. Den geplanten Endtermin will man aber trotzdem halten. Die Gestaltung der Freianlagen werde aber sicher länger dauern.
Zunächst hatte Planer Jochen Wilfert dem Gemeinderat die Pläne für die einzelnen Gebäudetrakte erläutert und das Farb- und Materialkonzept vorgestellt. Vorgesehen ist, das Verkaufs- und das Technikgebäude farblich mit einem kräftigen Rotton hervorzuheben, die Lamellenverkleidung der Fenster in Holz zu halten, die Fenster selbst in anthrazit. Dazu kommen als Farbtupfer zwei geflieste Wände.

Grünes Licht für Stadtpark

Vorgestellt wurde auch das Konzept für den nördlichen Bereich der Liegewiese, die so gestaltet werden soll, dass sie als Stadtpark genutzt werden kann, wenn das Bad geschlossen ist. Dieser Bereich soll mit einem mobilen Zaun vom restlichen Bad abgetrennt werden können. Die Kosten für diese Stadtparkvariante, die mit Bänken und Bäumen ausgestattet wird, belaufen sich auf 122 000 Euro. Weitere 18 000 Euro kämen hinzu, wenn die vom Planer vorgeschlagenen Sichtfenster in die Hecke eingebaut würden, die das Freibad nach außen optisch abschottet.
Mit einer Gegenstimme billigte der Gemeinderat das Farb- und Materialkonzept sowie die vorgestellte Gestaltung des Stadtparks.