Aus Sicherheitsgründen hat die Polizei den Fundbereich der Granate mit Trassierband und Gittern abgesperrt.
Aus Sicherheitsgründen hat die Polizei den Fundbereich der Granate mit Trassierband und Gittern abgesperrt. | Foto: Tom Rebel

Gefährliches Spielzeug

Sechsjähriger findet Granate in Gondelsheim

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Dass sich die rostige Granate am Ende als harmlos entpuppte, nimmt der Geschichte nichts von ihrer Dramatik. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn die Handgranate, die ein Sechsjähriger am Mittwoch in Gondelsheim auf dem Schulgelände fand und zum Spielen mit nach Hause nahm, noch funktionstüchtig gewesen wäre. Der Erstklässler hatte das rostige Teil nach Unterrichtsschluss bei der Kraichgauschule an einem Hang entdeckt und mitgenommen.

Zu Hause zeigt er das Teil seiner Großmutter, der der Fund gleich verdächtig vorkam. Der herbeigerufene Großvater vermutete, dass es sich um eine Granate aus dem Ersten Weltkrieg handelte und verständigte die Polizei. Die rückte sogleich mit einer Streife an, fotografierte die Granate und schickte das Bild an den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) nach Stuttgart. Der bestätigte den Verdacht und machte sich auf den Weg nach Gondelsheim.

Aus dem Ersten Weltkrieg stammt diese Granate, die sich bei näherer Untersuchung allerdings als ungefährlich erwies. | Foto: pol

Derweil sperrte die Polizei das Anwesen in der Bruchsaler Straße ab und brachte die Anwohner auf Sicherheitsabstand. Auch bei der Kraichgauschule wurde der Fundort abgesperrt. Bürgermeister Markus Rupp und Schulleiterin Nikola Steinbach waren umgehend vor Ort, als die Mitarbeiter des KMBD das Objekt unter die Lupe nahmen.

Nach kurzer Zeit gab es jedoch Entwarnung; Die Sprengstoffexperten hatten nach eingehender Untersuchung festgestellt, dass die Granate bereits abgeschossen war und daher zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für Leib und Leben darstellte.

Herkunft der Granate unbekannt

Doch woher stammt das Kriegsrelikt? Zunächst hatte man vermutet, dass die Granate vor ein paar Jahren mit Auffüllmaterial aus Karlsruhe nach Gondelsheim gelangt war. Das Rathaus bekundet allerdings, dass bei den besagten Landschaftsarbeiten 2013/2014 zwar Erde abgetragen, aber kein Auffüllmaterial aufgeschüttet worden sei.

Trotzdem will die Gemeinde Gondelsheim aus Sicherheitsgründen auf einer Fläche von 100 Quadratmetern eine 25 Zentimeter dicke Schicht abtragen lassen. Bereits heute soll dies eine Gartenbaufirma unter Anleitung des KMBD angehen.