Den Garten verschönern: Das ist ein Trend, den man im Raiffeisenmarkt Bretten in dieser Corona-Zeit festgestellt hat. Und auch beim Gartenbaucenter Toom auf der Diedelsheimer Höhe macht sich die Sehnsucht nach dem Grünen bei der Kundennachfrage bemerkbar.
Den Garten verschönern: Das ist ein Trend, den man im Raiffeisenmarkt Bretten in dieser Corona-Zeit festgestellt hat. Und auch beim Gartenbaucenter Toom auf der Diedelsheimer Höhe macht sich die Sehnsucht nach dem Grünen bei der Kundennachfrage bemerkbar. | Foto: Rebel

Urlaub zu Hause

Sehnsucht nach dem Grün: Werden die Brettener in der Corona-Krise zu Kleingärtnern?

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Gibt es angesichts der Corona-Krise einen Trend ins Grüne – sozusagen zurück zur Natur? Der rege Andrang in den Gartenfachmärkten könnten diese Vermutung bestätigen. Und auch sonst gibt es zahlreiche Hinweise, dass die mehr oder weniger zwangsweise häusliche Quarantäne den Drang in Grüne verstärkt. Und auch sein Umfeld grüner zu gestalten.

„Unser erster Eindruck ist, dass unser übliches Frühjahrsgeschäft stabil ist. Da sehen wir keine große Veränderungen“, sagt Jerome Kronenwetter. Allerdings, so der Niederlassungsleiter des Brettener Raiffeisenmarkts weiter, sei unter dem Slogan „Ich mache meinen Garten schön“ bei Blühblumen und Pflanzen doch ein höherer Absatz zu spüren.

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Insbesondere Pflanzen mit südlichem Flair wie etwa Palmen oder Olivenbäume seien gefragt. Und auch der Rasenpflege komme eine größere Bedeutung zu. Rasensanierung lautet dabei ein Stichwort.

Urlaub zu Hause im Blick

Deutlich spürbar ist laut Kronenwetter, dass sich viele Kunden auf den Urlaub zuhause einstellen und die Vorbereitungen dafür treffen. Getreu dem Motto, wenn man schon nicht in den Süden kann, holt man sich den Süden einfach in den Garten.

Und auch bei den Kleingeräten für die Gartenbewirtschaftung verzeichne man ein leichtes Umsatzplus. Auch hier wird der Trend ins Grüne erkennbar.

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Einen stärkeren Kundenandrang verzeichnet auch die Gartenabteilung des Toom-Baumarkts auf der Diedelsheimer Höhe. Wohl aus ganz verschiedenen Gründen, wie Marktleiter Thomas Ehrhardt erklärt: „Die Leute sind teilweise in Kurzarbeit, andere sind zuhause, weil sie ihre Kinder betreuen müssen und können auf keine Spielplätze. Wer also einen Garten hat, macht sicher etwas draußen“, bekundet er.

Und dann sei auch das Wetter so gewesen, dass man nach draußen konnte. Und so habe mancher aus seinem Garten nicht nur ein Arbeitsfeld, sondern auch ein Erholungsgebiet gemacht.

Besonders nachgefragt sei der Bereich „Bepflanzen“ und auch das Thema „Selbstversorgung“ sei im Aufwärtstrend: Die Leute bauen an, was sie verzehren möchten, angefangen bei Tomaten und dann quer durchs komplette Gemüsebeet.

Lust auf eigene Tomaten

Auch bei den Gartengeräten beobachtet der Marktleiter eine gestiegene Nachfrage. Insbesondere bei Geräten zum umgraben oder mulchen, eben allen Werkzeugen, die die Leute brauchen, um Beete schön anzulegen, vor allem, wenn sie ihn nicht nur als Rasenfläche, sondern auch als Pflanzbeete für Obst und Gemüse nutzen.

In Summe eine positive Entwicklung, aber kein Trend, der aus der Reihe schlägt, wie der Toom-Chef ausführt. Wenn man überhaupt von einem Trend reden wolle, dann am ehesten das Thema Gemüse im Blick auf die Selbstversorgung. Man könne die positive Entwicklung jetzt aber nicht nur auf Corona schieben.

Deutlich stärker habe sich das schöne Wetter ausgewirkt, meint Ehrholdt. Normalerweise gehe es Mitte April erst so richtig los mit der Pflanzzeit, das sei in diesem Jahr nun schon Mitte März erfolgt.

Die Flehinger Familie Bina will ins Grüne. Sie sucht ein Obstbaugrundstück mit viel Platz zum herumtollen und ausruhen.
Die Flehinger Familie Bina will ins Grüne. Sie sucht ein Obstbaumgrundstück mit viel Platz zum herumtollen und ausruhen. | Foto: Rebel

Tina und Tihan Bina sind so eine junge Familie, die es ins Grüne zieht. „Wir haben zwar eine Terrasse und einen kleinen Garten, doch wir suchen trotzdem ein Obstbaumgrundstück, das wir pachten oder kaufen können“, sagt die junge Mutter aus Flehingen, warum sie per Anzeige im Ortsblättle ein „Stückle“ sucht.

So ein größeres Gartengrundstück, auf dem man einen Bauwagen stellen und am Lagerfeuer sitzen könne, und wo die Kinder auf Bäume klettern könnten, habe man sich schon immer gewünscht.

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Die Corona-Krise, die die Familie ja auch ein Stück weit zuhause einsperrt, hat für sie den Ausschlag gegeben, eine neue Suche zu starten. Jetzt hätte man ja Zeit für die Gartenarbeit, und die Mädchen könnten ein Bienenhotel bauen und die Hasen springen lassen.

Picknick auf der Obstbaumwiese

Marion und Stefan Feldmann aus Oberderdingen geht es nicht viel anders. Auch sie suchen ein Gartengrundstück, auf dem sie ihre Sommerabende verbringen, ein Picknick machen oder einfach nur mit Freunden zusammensitzen können.

Das Ehepaar wohnt in einem Reihenhaus, im Freien sitzen geht nur auf dem Balkon. Die Kinder sind aus dem Haus. Ein Grundstück, mit guter Zufahrt und bestückt mit ein paar Obstbäume und einem Gartenhäuschen wäre der Traum schlechthin. „Einen Gemüsegarten wollen wir allerdings nicht anlegen“, erklärt die Personalleiterin.

Allenfalls Brennholz wolle man dort lagern, ansonsten ginge es nur um freie Zeit im Grünen.