Einen Freispruch hatte Rechtsanwalt Bastian Meyer im Oberderdinger Mordprozess für seinen Mandanten erreicht. | Foto: Ebert

Revision zurückgezogen

Staatsanwaltschaft findet keine Rechtsfehler

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Der Prozess um die Brandstiftung im Oberderdinger Seniorenheim, der mit einem Freispruch für den Angeklagten endete, hatte die Gemüter in der Gemeinde wie kaum ein anderer bewegt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ihre Revision, die sie gegen das Urteil eingelegt hatte, zurückgenommen.
Dies bestätigte Mirko Heim, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, auf Nachfrage. „Bei einer Revision wird ein Urteil auf mögliche Rechtsfehler überprüft“, erklärt Heim. Nach intensiver Überprüfung der ausführlichen schriftlichen Urteilsbegründung habe man jedoch keine Rechtsfehler gefunden. Damit habe eine Revision keine Erfolgsaussichten. Mögliche Rechtsfehler könnten verbotene Vernehmungsmethoden oder falsch angewandtes Strafrecht sein, erläuterte der Pressesprecher.

Zweifel nicht restlos beseitigt

Im Oberderdinger Mordprozess war der Angeklagte, ein 24-jähriger Altenpflegeschüler aus Oberderdingen, freigesprochen worden, weil letzte Zweifel an seiner Schuld nicht hatten ausgeräumt werden können. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm eine Brandstiftung zur Last gelegt, bei der eine 82-jährige Heimbewohnerin ums Leben gekommen war. Zwar belastete eine Vielzahl an Indizien den Angeklagten, den zwingenden Nachweis für die Tat hatte die Anklage jedoch nicht erbringen können. Und auch ein möglicher anderer Täter hatte nicht ausgeschlossen werden können.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Rechtskräftig ist das Urteil damit allerdings noch nicht. Denn auch die Nebenklage hatte Revision beantragt. Ob diese aufrecht erhalten bleibe, habe man noch entschieden, hieß es von der Kanzlei auf Nachfrage.