Glücklicher Wahlsieger: Thomas Nowitzki hat den Chefsessel im Oberderdinger Rathaus eindrucksvoll behauptet und nimmt die Gratulation von Bürgern und politischen Weggenossen entgegen. | Foto: Thomas Rebel

Mit 80,2 Prozent bestätigt

Bürgermeisterwahl Oberderdingen: Nowitziki wiedergewählt

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Der alte Bürgermeister ist auch der neue: Mit einem eindrucksvollen Ergebnis von 80,2 Prozent der gültigen Stimmen ist Thomas Nowitzki in Oberderdingen als Bürgermeister bestätigt worden. Die Herausforderer kommen weit abgeschlagen über die Ziellinie: Sebastian Berdelmann aus Großvillars mit 9,2 Prozent, Reinhard Schiek aus Oberderdingen mit 7,1 Prozent und Basem Mriesh mit 2,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,2 Prozent. Immerhin hatte sich eine Mehrheit der Oberderdinger für die Bürgermeisterwahl bei nasskaltem Wetter auf den Weg in die Wahllokale gemacht.

„Wahlbeteiligung sehr ordentlich“

Als Wunschergebnis bewertet Nowitzki den Wahlausgang, die Wahlbeteiligung als sehr ordentlich. „Das ist für mich schon ein besonderer Tag, zum dritten Mal wiedergewählt zu werden“, bekundete er und räumte ein, dass er in den vergangenen Wochen schon angespannt gewesen sei. Eine Sau könne man schätzen, eine Wahl nicht, beschreibt er kernig die Unwägbarkeit des Wählerverhaltens. Das Ergebnis gebe Rückenwind, und es sei auch ein gutes Gefühl, wenn man spürt, dass auch die eigenen Mitarbeiter hinter einem stehen und auch weiterhin mit ihrem Chef arbeiten wollen.

Fairer Verlierer: Sebastian Berdelmann gratuliert dem Wahlsieger | Foto: Thomas Rebel

Zahlreiche Gratulanten bei Bürgermeisterwahl

Rund 200 Interessierte hatten sich bis 19 Uhr im Oberderdinger Rathaus eingefunden, darunter ein Dutzend Bürgermeisterkollegen und zahlreiche Vertreter der Regional-, Landes- und Bundespolitik. Sulzfelds Bürgermeisterin Sarina Pfründer gratulierte Nowitzki für sein „hervorragendes Ergebnis“ und würdigte dessen immenses Engagement für Oberderdingen. „Du sagst, was du machst und machst, was du sagst“, beschrieb MdB Axel E. Fischer den Oberderdinger Schultes und nannte ihn einen Netzwerker auf allen politischen Ebenen. MdL Joachim Kössler würdigte Nowitzki als „Zuschussweltmeister der Region“, Landtagskollegin Andrea Schwarz fügte den Wunsch hinzu, Nowitzki möge sein Netzwerk auch in Richtung ökologische Erneuerung nutzen. „Ich bin zufrieden mit dem zweiten Platz, auch wenn ich auf ein zweistelliges Ergebnis gehofft habe“, sagte Sebastian Berdelmann nach der Wahl. Der Wahlkampf sei trotzdem für ihn eine gute Erfahrung gewesen, erstmals habe er vor so vielen Menschen gesprochen. „Vielleicht werde ich es in acht Jahren nochmals versuchen oder vielleicht schon bei der Kommunalwahl antreten“, bekundete der jüngste im Bewerberfeld.

Mitbewerber chancenlos

Mitbewerber Basem Mriesh war am Sonntag gar nicht erst aus dem Schwarzwald nach Oberderdingen gefahren. „Ich hatte nach dem Vorstellungsabend den Eindruck, dass ich gegen den Amtsinhaber keine großen Chancen habe“, erklärte er freimütig. Nowitzki sei eine starke Persönlichkeit, die für Oberderdingen viel geleistet habe, würdigte der Herausforderer den Amtsinhaber. Seine persönlichen Ambitionen im Blick auf einen Bürgermeisterposten will der 49-jährige Hotelmanager allerdings noch nicht ad acta legen. In diesem Jahr sei Bürgermeisterwahl in seinem Heimatort. „Vielleicht trete ich da nochmal an“, bekundete Mriesh. Der dritte im Bunde, Gemeinderat Reinhard Schiek war nach der Wahl nicht mehr für eine zuvor erbetene Stellungnahme aufzufinden. Er war noch vor der Gratulationscour nach Hause gegangen.

Stimmen zur Wahl

Die Bürgermeisterwahl in Oberderdingen stieß auf großes Interesse: Rund 200 Interessierte, darunter zahlreiche Vertreter aus der Landes- und Bundespolitik, hatten sich gegen 19 Uhr am Rathaus eingefunden, um den Wahlausgang aus erster Hand zu erfahren und dem Sieger zu gratulieren. Die BNN haben dabei Stimmen gesammelt.

„Als Unternehmensvertreter freue ich mich über das Wahlergebnis“, bekundet Markus Blümle, Personaldirektor der Blanc und Fischer Familienholding. Nowitzki habe es in den vergangenen 16 Jahren „geschafft, eine sehr attraktive Wohn- und Arbeitsgemeinde zu schaffen“. Besonders hebt Blümle die „exzellente Schullandschaft und Infrastruktur“ hervor.

„Ich freue mich über das Ergebnis“, sagt Karl-Heinz Hauser. Der ehemalige Bürgermeister von Kürnbach sieht in diesem „eine Bestätigung der engagierten und zielorientierten Arbeit Nowitzkis“. Für die Zukunft wünscht er dem Wiedergewählten „Gesundheit und dass es ihm gelingt, auch Zeit für die Freizeit zu finden.“
Freude auch bei Martin Wolff, Oberbürgermeister von Bretten: „Ich freue mich für den Kollegen, dass er ein sehr gutes Ergebnis eingefahren hat.“ Dies zeige, dass Thomas Nowitzki „sehr gute Arbeit geleistet hat und dass die Bevölkerung weiter auf ihn zählt.“ Zudem zeigt sich der Oberbürgermeister erfreut darüber, „unsere auf Freundschaft geprägte Zusammenarbeit weiter fortführen zu können“.

Ebenso zufrieden äußert sich Klaus Hilpp, Ortsvorsteher von Flehingen. „Vor allem das Ergebnis ist gut. Dabei hat es am Anfang gar nicht so gut ausgesehen, die ersten Zettel waren alle nicht Nowitzki“, erzählt er. Die Wahlbeteiligung liegt auf dem Niveau, das er erwartet hat. „Nach der Kandidatenvorstellung haben sicher viele gedacht, sie bräuchten nicht wählen zu gehen, weil Nowitzki sowieso gewinnt.“

So sieht es auch Zaisenhausens Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle. Das Wahlergebnis mit über 80 Prozent sei toll, sagt sie, zumal sie als gebürtige Flehingerin wisse, wie „schwierig es ist, alle drei Ortsteile zufriedenzustellen“. Nowitzki würdigte sie als erfahrenen Kollegen, den man immer um Rat fragen könne.

„Ich freue mich, dass die Bürger von Oberderdingen die sehr gute Arbeit des Bürgermeisters mit dem sehr guten Ergebnis gewürdigt haben“, nimmt Hartmut Alker Stellung. Der Ministerialdirigent a. D. beurteilt die Wahlbeteiligung genauso wie seine Vorredner. Mancher habe sich von der eindeutigen Bewerberlage abhalten lassen, und vielleicht habe das Wetter ein Übriges getan.

„Mit dem Ergebnis habe ich gerechnet“, erklärt Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz. Für die kommende Periode wünscht sich die Grüne einen verstärkten Schwerpunkt auf Klima- und Umweltschutz. „Bauen wie bisher können wir uns nicht mehr leisten. Deshalb wünsche ich mir, dass der Bürgermeister bei der Ausweisung von Neubaugebieten mit Einfamilienhäusern zurückfährt zugunsten von Geschosswohnungen.“

Eine Wahltabelle findet sich auf der Homepage der Gemeinde Oberderdingen.