Tropfen Wasser
Brettens Trinkwasser ist sauber - und enthält fast kein Chlor. Dennoch kann es manchmal nach Chlor riechen, was aber andere Ursachen hat. | Foto: dpa

Brettener Trinkwasser sauber

Ursache für Chlorgeruch steht wahrscheinlich fest

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Die Nachricht, dass das Brettener Trinkwasser „nach Chlor riecht“, geistert derzeit in sozialen Netzwerken, so auch in den Brettener Facebook-Gruppen. Das wurde zunächst als „Unsinn“ abqualifiziert, doch die Ursache für den Chlorgeruch steht wahrscheinlich fest: „Wir vermuten stark, dass es mit Kanalarbeiten zusammenhängt, die die Stadt bis Ende letzten Jahres durchgeführt hat“, sagt Stefan Kleck, als Geschäftsführer der Stadtwerke Bretten für die Qualität des Trinkwassers verantwortlich, den BNN auf Nachfrage.

Kleck: Chlorgeruch kommt aus dem Kanalnetz

Dabei werde mit so genannten „Inlinern“ gearbeitet, wofür man die jeweiligen Haushaltsanschlüsse aufschweißen müsse. „Da wurde schon im ein oder anderen Fall ein beißender Geruch festgestellt, der dann möglicherweise in die Wohnungen zog“, nennt Kleck als vermutliche Ursache der Geruchsbelästigungen, die einige Bürger jüngst wahrgenommen und darüber berichtet hatten.

Gesundheitsamt: Brettener Trinkwasser ohne Mängel

Das Trinkwasser selbst, das aus dem Wasserhahn fließe, sei allerdings ohne Mängel, berichten Kleck und Ulrich Wagner, Leiter der Abteilung Gesundheitsschutz beim Landratsamt Karlsruhe unisono. Zwar werde, so Wagner, das in Bretten beigemischte Bodenseewasser am Entstehungsort mit Chlor versetzt, um zu verhindern, dass sich auf dem langen Leitungsweg nach Bretten Keime bildeten. „In Bretten selbst, wo das Wasser ankommt, riecht und schmeckt man aber nichts mehr, da ist die Chlormenge fast verflogen.“
Stefan Kleck untermauert diese Aussage mit einer aktuellen Wasserprobe, wonach im Bodenseewasser, das in Bretten ankommt, 0,22 Milligramm Chlor pro Liter gemessen wurden. Erlaubt sind bis zu 0,3 Milligramm. „Das ist voll im Rahmen.“ Zudem gelte dieser Wert nur für das Bodenseewasser, das 75 Prozent des Brettener Trinkwassers ausmacht. Das restliche Viertel stammt von der Bauschlotter Platte. Beide Wässer werden in einem Wasserwerk auf dem Stadtwerke-Areal vermischt, erläutert Kleck, und alle zwei Wochen in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt kontrolliert. „Wenn da irgendwas gefunden wird, müssen wir das sofort melden.“

Früher war das Brettener Wasser härter

Früher habe Brettens Wasser mehr Magnesium und Kalzium enthalten, erinnert sich Kleck, dann habe man sich aufgrund der Wasserhärte für eine Mischung mit weichem Bodenseewasser entschieden. „Ich trinke unser Wasser gern – und für Babynahrung kann es auch unbedenklich verwendet werden.“

Von eigenen Wasserproben wird abgeraten

Der Stadtwerke-Chef rät den Bürgern davon ab, eigene Wasserproben zu nehmen und die zu den Stadtwerken zu bringen. Sollte man Auffälligkeiten bemerken, könne man sich gerne an den Abteilungsleiter Wasserversorgung, Torsten Barth, wenden – per Telefon (07252) 913-141 oder mobil unter (0176) 17239141. In dringenden Fällen komme dieser vor Ort vorbei, um Proben zu nehmen, so Kleck.