Fällt sie oder fällt sie nicht? Die Fahrer der Seitenlader müssen die Mülltonnen bei der Leerung genau im Blick behalten. Wenn der Behälter am höchsten Punkt hin und her gerüttelt wird, kann der Kamm schon einmal abrechen.
Fällt sie oder fällt sie nicht? Die Fahrer der Seitenlader müssen die Mülltonnen bei der Leerung genau im Blick behalten. Wenn der Behälter am höchsten Punkt hin und her gerüttelt wird, kann der Kamm schon einmal abrechen. | Foto: Alàbiso

Mysteriöses Verschwinden

Wenn das Auto die Tonne verschluckt

25Stellen Sie sich vor, Sie ziehen am Sonntagabend noch schnell die Restmülltonne an den Fahrbahnrand, hören am frühen Montagmorgen das Müllauto durch die Straße fahren und stellen später fest: Nicht nur der Müll, gleich die ganze Tonne ist verschwunden. Nachdem die eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen auf den Nachbargrundstücken ohne Erfolg bleiben, suchen Sie schließlich die Nummer des Abfallwirtschaftsbetriebes heraus. Und bekommen folgenden Satz zu hören: „Wahrscheinlich hat das Auto ihre Tonne verschluckt.“ Klingt seltsam? Kann aber durchaus einmal vorkommen.

Pro Jahr verschwinden bis zu 240 Tonnen

„Pro Monat verschwinden ungefähr zehn bis 20 Tonnen auf diese Weise“, sagt Uwe Bartl, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs. Der Entsorger ist für die Leerung von 135 000 Restmüll- und ebenso vielen Wertstofftonnen im Landkreis zuständig. „Dabei arbeiten wir mit der sogenannten Seitenlader-Technik“, erklärt Bartl. Die Müllautos verfügen über einen an der Seite des Fahrzeugs angebrachten Greifarm, der die Mülltonne am sogenannten Kamm – einer Leiste auf der Vorderseite der Tonne – greift, sie anhebt und den Inhalt dann ins Innere des Wagens kippt. „Weil das die Leiste ziemlich beansprucht, haben viele Tonnen an dieser Stelle bereits einen Riss“, so Bartl. Damit beim Ausleeren auch der ganze Müll in den Wagen fällt, werde die Tonne am höchsten Punkt auch noch hin und her gerüttelt. „Dabei bricht der Kamm manchmal ab und die Tonne fällt mit ins Auto hinein.“

Eine Kamera nimmt alles auf

Wem das passiert, der ruft – unwissend, dass die Tonne auf diese Weise verschwinden kann – früher oder später wohl ohnehin beim Entsorger an. Schaden kann es nicht, im Grunde ist es aber nicht notwendig. „Die Fahrer haben eine Kamera am Auto. Auf einem Bildschirm im Führerhaus können sie sehen, ob die Leerung problemlos verläuft – oder ob die Tonne mit ins Auto fällt“, erklärt Bartl. Weil sich die Abfallgebühr eines Haushaltes nach der Anzahl der Restmüll-Leerungen berechnet, verfügt jede Restmülltonne über einen Mikrochip, der vom Bordcomputer des Müllfahrzeuges erkannt wird. Fällt also eine Tonne in den Wagen, meldet der Fahrer das seinem Einsatzleiter, der es dann an die zuständige Stelle im Abfallwirtschaftsbetrieb weitergibt. „Spätestens drei Tage später steht die neue Tonne vor der Tür“, sagt Bartl. Das gelte auch für Wertstofftonnen, die in der Jahresgebühr enthalten und deswegen nicht gechippt sind.

Ein Anruf genügt

Ist eine Mülltonne beschädigt, hat der Kunde grundsätzlich die Möglichkeit, den Behälter austauschen zu lassen. „Wenn der Kamm oder der Korpus der Tonne einen großen Riss haben, der Deckel kaputt oder ein Rad ab ist, genügt ein Anruf“, so der Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes.

Wenn eine Mülltonne beschädigt oder verschwunden ist, hilft der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises unter
0 80 02 98 20 20.