"Notfalls kümmern wir uns selbst um die Glasfaserversorgung der Innenstadtr", erklärt Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff | Foto: Rebel

Frist der BBV endet am 31. Mai

Wolff: Dann kümmern wir uns selbst um Glasfaser

In rund zwei Wochen stellt sich Oberbürgermeister Martin Wolff in der BNN-Redaktionskonferenz in Karlsruhe den Fragen der Journalisten. Mit der Brettener BNN-Redaktionsleitung sprach Wolff am Dienstagnachmittag über aktuelle Themen.

OB-Wahl-„Hängepartie“: Wolff blendet Verfahren aus

Das schwebende Verfahren vor dem Verwaltungsgericht blendet Martin Wolff weitgehend aus: „Ich gehe davon aus, dass das Gericht die Einschätzung des Regierungspräsidiums bestätigt“, sagt er nur. Und: „Ich mache ganz normal meine Arbeit – und das ist momentan nicht wenig. So 60 bis 70 Stunden pro Woche kommen da zusammen.“

„Hochwasserschutz reicht aus“

„Wir haben ein umfangreiches Hochwasserschutzprogramm aufgelegt – für rund acht Millionen Euro in den nächsten Jahren“, erklärt der OB – und weist Kritik, dass die Einzelmaßnahmen allein nicht ausreichten, zurück. So fordert etwa die Brettener FDP, unterstützt von Gewässerexperte Markus Delor, dass wirksamer Hochwasserschutz auch die Auswirkungen von tagelangem Dauerregen berücksichtigen müsse. Konkret sollten „Fluten aufgehalten werden, bevor sie bebaute Areale erreichen“, wie es der Brettener FDP-Chef Kai Brumm formuliert. Delor schlägt unter anderem „Rückhaltebecken vor den Toren Brettens“ vor, wobei Zuflüsse und Hauptbäche wie Salzach und Weißach ganzheitlich betrachtet werden müssten. Hier zeige das städtische Präventionskonzept klare Defizite, so der Vorsitzende des Brettener Angelsportvereins.
Für Martin Wolff dagegen ist es „fraglich, ob der gewünschte Effekt eintritt“, wenn man die Dämme verlängere. „Man muss das Große und Ganze sehen“, sagt Wolff, weshalb die Stadt ein „renommiertes Fachbüro beauftragt hat, die Planungen zu machen“. Die umfasse übrigens auch Retentionsflächen.

Glasfaser: Notfalls übernehmen das die Stadtwerke

Das Ziel der BBV, bis Ende Mai rund 600 Verträge in der Innenstadt abzuschließen, dürfte trotz massiver Unterstützung der Freien Wählervereinigung (FWV) nicht erreicht werden. Für die – oft älteren – Bewohner der Innenstadt, die den Lockrufen widerstehen, zeigt der OB Verständnis: „Es gibt eben Menschen, die haben keinen Bedarf. Da würde ich mich auch nicht informieren, wenn ich etwas nicht haben wollte.“ Andererseits hätte mancher den langfristigen Nutzen nicht erkannt. „Ein Haus ohne schnelles Internet ist halt schwerer zu verkaufen“, ist sich Wolff sicher.

Solche Glasfaserkabel möchte die BBV gerne in der Innenstadt verlegen – allein es fehlen die Verträge. | Foto: BNN

Falls die BBV die Innenstadt mangels Nachfrage nicht versorge, werde er zunächst mit anderen Telekommunikationsunternehmen sprechen, sagt Wolff. „Und notfalls kümmern wir, das heißt: die Stadtwerke, uns selbst um Glasfaser für die Innenstadt. Wir fragen dann natürlich auch jeden an.“ Die Anschlusskosten dürften mit 500 bis 600 Euro ähnlich hoch sein wie bei der BBV oder den anderen Privaten, aber er sei zuversichtlich, dass sich dann doch genügend Interessierte finden würden.

Katholische Altenpflege: Wir sind im Gespräch

Beim Thema, wie es nach dem Desaster mit der Caritas mit der katholischen Altenpflege weitergehe, hält sich Wolff zurück. Nur soviel: „Wir sind im intensiven Austausch mit der Kirche.“

Barriere freier Bahnhof bis 2022?

Der Brettener Bahnhof könnte bereits 2022 Barriere frei sein, erklärt Wolff. Einen entsprechenden Vertrag mit der AVG habe er unterschrieben, nun müsse man noch die Deutsche Bahn ins Boot holen. Die Stadt habe bereits eine entsprechende Planung in Auftrag gegeben und bezahlt.

Parken in der Innenstadt

Kostenloses Parken in der Innenstadt lehnt der OB ab: „Das würde es lauter Dauerparker geben“. Man habe neuen Parkraum geschaffen, etwa 140 Plätze hinter dem Behördenzentrum oder die – kostenlosen – Plätze am Husarenbaum. „Wir haben alles ausgelotet, was Parkraum hergeben könnte“, sagt Wolff, aber bei größeren Veranstaltungen sei der Raum eben nun mal begrenzt. Der Idee, vor der Stadt Parkplätze einzurichten und einen Shuttleservice anzubieten, könne er auch nichts abgewinnen.

Wohnen in der Innenstadt

Die Innenstadtentwicklung sieht Wolff als eines seiner Hauptziele an. In den nächsten Jahren würden „über 400 neue Wohneinheiten“ in der Innenstadt entstehen, meist von privaten Investoren. Ein größeres Projekt sei beispielsweise das auf dem ehemaligen Heidt-Gelände hinter der neuen Post. Die Diskussion über vierstöckigen Wohnbau könne er schwer nachvollziehen: „Die Fläche ist endlich und der Bedarf nach Wohnungen wird immer größer. Da muss man eben in die Höhe gehen – moderat.“