Rund 30 neue Wohnungen zu sozial verträglichen Preisen sollen auf Areal des mittlerweile abgerissenen Altenpflegeheims Im Brettspiel entstehen.
Rund 30 neue Wohnungen zu sozial verträglichen Preisen sollen auf Areal des mittlerweile abgerissenen Altenpflegeheims Im Brettspiel entstehen.

Förderprogramm greift

Baubranche in Bretten boomt: 400 neue Wohnungen per Nachverdichtung

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Die Wohnungsnot ist auch in Bretten groß – doch es tut sich auch einiges: Eine Vielzahl an Bauprojekten ist derzeit in Planung und im Gange, um in der Stadt und in den Stadtteilen bezahlbaren und attraktiven Wohnraum zu schaffen. Und auch das von der Stadt aufgelegte Förderprogramm greift.

„Wir sind mit unserer Städtischen Wohnungsbaugesellschaft sehr aktiv“, bekundet Oberbürgermeister Martin Wolff im Pressegespräch. So habe man An der Schießmauer zwei vom Landkreis erworbene Gebäude mit zwölf und sechs Wohnungen saniert. Die Miete dort betrage weniger als die 6,50 Euro pro Quadratmeter der Sozialmiete. An der Gleisstraße werde in diesem Jahr noch ein Gebäude abgerissen. Dort sind 18 Wohnungen geplant.

Sozialverträgliche Mietpreise

„Insgesamt verfügt die Städtische Wohnungsbau GmbH über 479 Wohneinheiten, die Mietpreise bewegen sich zwischen vier und 6,50 Euro“, ergänzt der Brettener Bürgermeister Michael Nöltner. Doch damit nicht genug: Auf dem Gelände des ehemaligen Evangelischen Alten- und Pflegeheims Im Brettspiel baut die Firma Harsch rund 30 neue Wohnungen, die zu verträglichen Preisen an den Markt gehen sollen.

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Denn hier greift bereits das städtische Förderprogramm, das die Landesförderung für sozialen Wohnungsbau von rund 650 Euro je Quadratmeter auf 800 Euro aufstockt. Ein Zuschuss, der es privaten Bauträgern leichter machen soll, in günstigen Wohnraum zu investieren. Und die Wohnungsnot zu lindern.

„Wenn man bedenkt, dass die Herstellungskosten im Mietwohnungsbau bei rund 3.000 Euro pro Quadratmeter liegen, dann ist eine Förderung von 800 Euro schon eine Hausnummer“, meint Nöltner. Das Programm werde gut angenommen, so eine erste Bilanz.

Der Wohnungsbau in Bretten boomt – im Steinzeugpark bedient er allerdings eher die gehobeneren Ansprüche.
Der Wohnungsbau in Bretten boomt – im Steinzeugpark bedient er allerdings eher die gehobeneren Ansprüche. | Foto: Rebel

Nicht wiederzuerkennen ist mittlerweile auch das Steinzeugwerkgelände, auf dem vier große Gebäudekomplexe in die Höhe gezogen wurden. Die sind allerdings nicht für den kleinen Geldbeutel gedacht sondern eher für gehobene Ansprüche.

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Weiterer Wohnraum entsteht in Bretten hinter der neuen Post. Fünf Wohnblocks mit Tiefgarage sind dort vorgesehen, in der Hirschstraße sind 20 Wohnungen bereits fast fertiggestellt. Auf dem Plüsch-Gelände sind es etwa 20, bei der Polizei in der Heilbronner Straße sind es 15 Wohneinheiten. Rund 60 Wohnungen entstehen in einer Wohnanlage mit sechs Mehrfamilienhäusern neben dem Edith-Stein-Gymnasium, und auch auf dem Rechberg werden bei der neuen Klinik Wohnungen gebaut. „Minimum 50 bis 100 Wohneinheiten werden dort entstehen, und zwar in ganzer Bandbreite“, kündigt der Oberbürgermeister an.

Rund 400 Wohneinheiten sind es, die bis 2024 entstehen sollen, die Projekte, die im Vorjahr gestartet wurden, eingerechnet. „Bretten wächst“, freut sich das Stadtoberhaupt, „und alles per Nachverdichtung“, betont Nöltner.

Mietwohnungsbau auch in Neubaugebieten

Mietwohnungsbau gibt es allerdings auch in den Neubaugebieten, so etwa in Diedelsheim in der Katzhälde, in Neibsheim im Näheren Kirchberg 2 in Büchig im Neibsheimer Weg und in Sprantal im Gebiet Hub. Und das alles mindestens dreigeschossig. „Denn um verantwortungsvoll mit dem vorhandenen Grund und Boden umzugehen, müssen wir in die Höhe bauen“, sagt Wolff.

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Doch damit ist man noch lange nicht am Ende der Fahnenstange. Immer mehr kleine Singlewohnungen werden gesucht, das erhöht die Wohnungsnot und den Wohnraumbedarf weiter, bekundet der Bürgermeister. Und der OB erinnert daran, dass in Baden-Württemberg derzeit rund 45.000 Wohnungen fehlen.