Mann vor bunter Wand
Ein Bild aus besseren Tagen: Markus Klohr wurde im Dezember 2016 als Pressesprecher der Stadt Bretten eingestellt. Nun hat ihn OB Martin Wolff entlassen. | Foto: BNN

Markus Klohr muss gehen

OB Wolff feuert seinen Referenten

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Markus Klohr ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr Pressesprecher der Stadt Bretten. Dies teilt die Stadtverwaltung in einer knappen Meldung mit.
Erst im Dezember 2016 war der 41-jährige Journalist, der unter anderem als Redakteur bei der Ludwigsburger Kreiszeitung und der Stuttgarter Zeitung gearbeitet hatte, als neuer Sachgebietsleiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ratsangelegenheiten und Städtepartnerschaften sowie als Persönlicher Referent des OB eingestellt worden. Martin Wolff hatte nach eigenem Bekunden „einen Fachmann“ auf diesem Posten haben wollen, auch im Hinblick auf die Pressearbeit im Jubiläumsjahr. Der Neue sollte auch „das, was die Verwaltung täglich tut, transparenter darstellen“, um dem Vorurteil zu begegnen, dass im Rathaus vieles hinter verschlossenen Türen laufen würde.

 

Wolff wollte „klares Bekenntnis zur Stadt Bretten“

Dass er den 41-jährigen Journalisten nun kurz vor Ablauf von dessen Probezeit gefeuert habe, begründete Wolff gegenüber den BNN so: „Es hat keine Basis mehr für eine zukünftige vertrauensvolle Zusammenarbeit gegeben.“ Er habe Klohr „um ein klares Bekenntnis zur Stadt Bretten“ gebeten, was dieser nicht abgegeben habe. Auch Hauptamtsleiterin Susanne Hess, direkte Vorgesetzte des Geschassten, weist in einer Mitteilung darauf hin, dass es sich bei dieser Stelle „um eine besondere Vertrauensstelle“ handele und Klohr für eine weitere Beschäftigung „kein klares Bekenntnis zur Tätigkeit bei der Stadt abgeben konnte oder wollte“.

 

Stadträte äußern sich „verwundert“

Klohr selbst kann die Begründung nicht nachvollziehen: „Ich hatte einen Arbeitsvertrag bei der Stadt, den ich sehr gerne weiterhin erfüllt hätte. Es ist mir ein Rätsel, welches Bekenntnis Herr Wolff von mir erwartet hätte.“
In einer ersten Reaktion äußerten sich mehrere Stadträte „verwundert“ über diesen Schritt des OB, darunter Grünen-Fraktionssprecher Otto Mansdörfer.
Aaron Treut (CDU) findet es „schade, dass jemand, der frische Ideen eingebracht“ und das Rathaus ein Stück weit transparenter dargestellt habe, „internen Strippenziehern“ zum Opfer gefallen sei. Die Stadt brauche aber solche innovativen Leute. Zudem: Man hätte bei dem Vater von drei kleinen Kindern wenigstens eine einvernehmliche Kündigung anstreben sollen, sagte Treut.