Per Glasfaserkabel gelangen die Daten im FTTH-Verfahren bis in die Wohnung. Das ermöglicht ungeahnte Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde | Foto: dpa

Jetzt muss die Telekom liefern

100 Prozent erreicht: Genügend Bruchsaler wollen das Giganetz

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„Tip Top“ findet Wolfgang Müller die Sache: Über 100 Prozent der nötigen 900 Haushalte haben schon mit der Telekom einen Vertrag über das superschnelle Internet abgeschlossen. Damit ist man erst drei Wochen nach Vermarktungsstart schon jetzt am Ziel. Wenn 900 Haushalte in Obergrombach, Untergrombach und Büchenau mitmachen, dann verlegt die Telekom kostenloses Glasfaserkabel bis in die Wohnung, so lautete der „Deal“.

Ich bin begeistert

Der Fachbegriff heißt FTTH, Fiber to the home. FTTH ermöglichst Internetgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde. Kräftig die Werbetrommel gerührt hat die Telekom daher die vergangenen Wochen. „Ich bin begeistert“, erklärt Bruchsals Hauptamtsleiter Müller, dass so viele Bruchsaler das Angebot annehmen. Es erspart der Stadt den Ausbau auf eigene Kosten und bringt – anders als in den meisten Gemeinden im Umland – den superschnellen Standard bis in die Wohnungen. Auch bei der Telekom freut man sich: „Wir waren optimistisch und haben mit einer hohen Nachfrage gerechnet. Überrascht hat uns, dass wir diese Zahlen so schnell erreichen konnten.“

Am Donnerstagmorgen lag der Wert bereits bei 108 Prozent. Mehr als 900 Haushalte haben sich für FTTH entschieden | Foto: BNN

Auch die Stadt will ans schnelle Netz

Die Stadt prüft gerade, welche städtischen Einrichtungen von der Telekom kostenlos mit Glasfaser ausgestattet werden sollen. „Natürlich machen wir da mit“, erklärt Müller vor allem mit Blick auf die Schulen.  Bis Mitte Mai bleibt noch Zeit, sich zu entscheiden. Insgesamt 5 000 Haushalte gibt es in den drei Stadtteilen, sie alle könnten von dem Angebot profitieren. Das Ganze ist ein Pilotprojekt. Nur drei weitere Städte in Deutschland bekommen derzeit diesen Ausbau.

Es sind dies Bad Staffelstein in Oberfranken. Dort endet die Ausschreibung am Mittwoch, hier lag die Beteiligung bei 104 Prozent, sprich mehr als die geforderten 750 Haushalte haben einen Vertrag mit der Telekom unterschrieben.

In anderen Städten läuft es schleppender

Nahezu zeitgleich mit Bruchsal ist Markkleeberg im Landkreis Leipzig gestartet. Dort haben Stand Donnerstagmorgen 34 Prozent unterschrieben. Im thüringischen Hildburghausen wollen erst neun Prozent der geforderten 1900 Haushalte FTTH haben.

Zwar ist das Interesse an der Glasfaserleitung in den Bruchsaler Stadtteilen groß, mit Turbogeschwindigkeit darüber surfen werden wohl aber erstmal die Wenigstens. „Natürlich gibt es auch Haushalte, die Gigabit-Anschlüsse wollen, die Zahl ist aber überschaubar. Überwiegend werden die Produkte von 100 und 200 Mbit/s gebucht“, heißt es aus der Telekom-Pressestelle. Für die volle Leistung zahlt man monatlich über 100 Euro. Die kleineren Tarife der Telekom gibt es ab 19,95 Euro. Die Vermarktung läuft noch bis Mai. Bis dahin ist der Ausbau kostenlos. Danach kostet er knapp 800 Euro pro Haushalt.

Hier gibt es die Übersicht über die vier Städte. 

Wann geht es los?

Nach dem Ende der Vermarktungsphase beendet die Telekom auf der Basis der eingegangenen Aufträge die Ausbauplanung und startet die Ausschreibung der Firmen. Je nach Zahl der dann vorliegenden Aufträge wird es dauern, bis alle Hausanschlüsse gelegt sind. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten. Wir werden natürlich zunächst die Kunden bedienen, die sich jetzt melden. Wer sich später entscheidet, muss dann warten“, so teilt die Telekom auf Anfrage mit.