Ein Tuberkulose-Fall sorgt an der Bad Schönborner Michael-Ende-Gemeinschaftsschule für Aufsehen. Nun sind 48 Ansteckungs-Fälle bekannt, bei denen es jedoch bisher nicht zu einer Erkrankung gekommen ist. | Foto: Petra Steinmann-Plücker

Tuberkulose-Fall an Schule

48 Schüler in Bad Schönborn tragen den TBC-Erreger

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48 Schülerinnen und Schüler haben sich bei einem Mitschüler an der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule mit Tuberkulose (TBC) angesteckt, wie das Gesundheitsamt auf Nachfrage der Bruchsaler Rundschau bestätigt. Aufgefallen sind diese Fälle nach einer Umgebungsuntersuchung des betroffenen Schülers (bnn.de/die Rundschau berichtete).

Weitere Untersuchungen

„Das ist eine hohe Zahl, höher als bei anderen Umgebungsuntersuchungen“, stellt ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts des Landkreises Karlsruhe fest. Doch bei Jugendlichen ist die Wahrscheinlichkeit, dass auf eine Ansteckung auch eine Erkrankung folgt, bei 15 Prozent. Nun werde durch Röntgen- und klinische Untersuchungen festgestellt, ob die 48 Schüler, die den Erreger tragen, auch erkrankt sind. Bei TBC gibt es drei Phasen: Ansteckung, Erkrankung und offene Tuberkulose. Erst in der dritten Phase ist der Betroffene ansteckend.

Kein weiterer Schüler auch erkrankt

Bisher ist niemand weiteres erkrankt. Es handele sich bei den 48 betroffenen Jugendlichen um Schüler der Klassenstufe acht, in die auch der erkrankte Schüler geht. Er befindet sich in Behandlung, wird aber nach den Sommerferien wieder zur Schule gehen können.

„Wir überlegen nun, die Untersuchung auszuweiten, auf alle Schüler und Lehrer der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule“, teilt der Mitarbeiter des Gesundheitsamts mit. Das sei eine Vorsichtsmaßnahme. 297 Schüler gehen auf die Gemeinschaftsschule. Diese zu schließen, sei unangemessen.

Gesundheitsamt empfiehlt Selbstbeobachtung

Die Jugendlichen, die nun den Erreger in sich tragen, können Medikamente nehmen, um schlummernde Keime und somit auch die Ausbruchswahrscheinlichkeit der Krankheit weiter zu reduzieren. „Teilweise beruhigt das die Eltern, andere empfinden eine solche Behandlung als bedrohlich, weil die Krankheit ja noch gar nicht ausgebrochen ist“, erklärt der Gesundheitsamt-Mitarbeiter. In sechs Monaten würden die betroffenen Schüler dann noch einmal geröntgt. Das Gesundheitsamt ermutigt aber auch zur Selbstbeobachtung. Zu den Symptomen einer Tuberkulose zählen Husten, Fieber und Erschöpfung, aber auch Gewichtsabnahme und Nachtschweiß.