Die Zuckersilos hinter der Eremitage in Waghäusel sollen Anfang 2020 abgerissen werden. | Foto: BNN

Heftiger Disput im Rat

Anfang 2020 sollen die Waghäuseler Zuckersilos weichen

Die beiden Zuckersilos bei der Waghäuseler Eremitage werden frühestens Anfang 2020 der Abrissbirne zum Opfer fallen. Diesen Beschluss fasste der Gemeinderat am Montagabend aufgrund der Rechtslage bei drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Damit dürfte eine über Jahre kontrovers geführte Diskussion in der Großen Kreisstadt zu Ende sein. Vorausgegangen war ein heftiger Disput mit den Vodafone-Vertretern Marcel Staschenuk und Roland Martus.

Vorwürfe gegen Mobilfunkanbieter

Insbesondere CDU-Fraktionsvorsitzender Uli Roß machte ihnen den Vorwurf, dass der Mobilfunkanbieter trotz eines am 31. Dezember 2017 ausgelaufenen Vertrags bisher keine Anstalten zum Abbau der Antennen auf einem der Silos machte. „Sie haben um eine Vertragsverlängerung gebeten, aber der Gemeinderat hat nicht zugestimmt“, betonte Roß. Auf Anfrage bestätigte Waghäusels Oberbürgermeister Walter Heiler, dass diese Entscheidung der Firma Vodafone so auch mitgeteilt wurde.

Widersprüche

In Widersprüche verwickelte sich Staschenuk, der zunächst den endgültigen Abbau der Antennen bis Mitte 2019 angab, dann aber aufgrund heftiger Reklamationen ein Ende des Funkbetriebs bereits bis Oktober 2018 ankündigte. Heiler gab zu verstehen, dass eine Klage den Prozess weiter verzögern würde. SPD-Stadträtin Angelika Nosal erwähnte, dass sie den Unmut der CDU-Fraktion verstehen könne. Sie erinnerte allerdings auch daran, dass der Gemeinderat vor allem die Interessen der Bevölkerung im Auge haben müsse und plädierte für eine einvernehmliche Lösung.

20.000 Handynutzer betroffen

Auf Anfrage bestätigte Marcel Staschenuk, dass bei einer sofortigen Abschaltung des Funkverkehrs bis zu 20.000 Handy-Nutzer direkt betroffen wären. Anders ist die Situation beim Mobilfunkanbieter Telefonica, der noch bis zum 31. Dezember 2022 seine auf dem Silo aufgebauten Antennen vertraglich nutzen könne. Deren Vertreter Bernd Heideck bekundete gleich zu Beginn, dass seine Firma nicht auf sein Recht bis zum Vertragsende beharren würde. Er nannte für den Abbau der Richtfunkantennen einen Zeitkorridor bis Ende 2019. Sie hätten auch bereits einen Hochspannungsmasten auf Gemarkung Oberhausen-Rheinhausen als Alternativ-Standort ausfindig gemacht.

Abriss kein Thema im Wahlkampf

SPD-Fraktionsvorsitzender Lutz Schöffel lobte die Kooperationsbereitschaft von Telefonica und sprach sich für einen Kompromiss aus, damit der Silo-Abriss nicht zum Thema im nächstjährigen Kommunalwahlkampf werde. Beschlossen wurde letztlich auf Vorschlag von OB Heiler, dass die Stadtverwaltung mit der Planung und dem Genehmigungsverfahren zum Abriss der beiden Zuckersilos beauftragt werde. Demnach sollen Anfang 2020 die beiden Betonklötze abgerissen werden.

von Kurt Klumpp