In knapp zwei Jahren könnte die Fläche der früheren Salmkaserne in Philippsburg so bebaut sein. Ein Investor will für 65 Millionen bauen, der geplante Hauptnutzer könnte 400 Arbeitsplätze schaffen. | Foto: Simulation: Dietz AG

Phil.ippsburg: zentrale Lage

Aus Salmkaserne wird Logistikzentrum

Die einen hoffen auf das baldige Eintreffen der Baugenehmigung, die anderen kündigen „erbitterten Widerstand“ an: Der geplante Bau eines Logistikzentrums auf dem Areal der ehemaligen Philippsburger Salmkaserne sorgt in der Stadt für Diskussionen. Die Argumente einer örtlichen Bürgerinitiative kann Bürgermeister Stefan Martus nicht nachvollziehen. Das Verkehrsaufkommen nach Bau des Logistikzentrums mit drei Hallen werde nicht größer sein als in der Zeit, in der das Gelände baufreif gemacht wurde. Ganz zu schweigen sei in der Debatte von den Zeiten, als die Kaserne noch in Betrieb war.

Kein „Ei gelegt“

Auch dass den Philippsburger ein „Ei ins Nest“ gelegt werde, wie es aus Reihen der Bürgerinitiative heißt, könne man nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Seit Jahren ringe man im Dialog mit den Anwohnern um die bestmögliche Lösung für das Gelände, für das es einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt.

Mehrheitliche Zustimmung

Die Lösung für das Areal Salmkaserne ist aus Sicht des Philippsburger Gemeinderates gefunden. Das Gremium stimmte dem ersten Bauabschnitt, mit dem nach Angaben von Wolfgang Dietz, Vorstand des Investors Dietz AG aus Bensheim, möglichst bald begonnen werden soll, mehrheitlich zu. Er und Martus machten jetzt noch einmal deutlich, dass die Entscheidung, das Gelände nicht zu parzellieren, um kleine und mittlere Betriebe anzusiedeln, Sinn mache. „Das würde viele Jahre dauern, in denen quasi unentwegt gebaut würde.“

Täglich 200 Lkw

Der große Investor bringe zudem einen Vorteil mit sich, so Martus: „Man hat nur einen Ansprechpartner.“ Und der will idealer Weise einen Mieter für die drei Hallen gewinnen und sieht sich dabei auf einem guten Weg. Dietz sprach von etwa 200 Lkw, die täglich zwischen 6 und 22 Uhr das Gelände ansteuern könnten. Dieses werde übrigens so erschlossen, dass die erste Wand der ersten Halle eine Art Lärmschutzfunktionen gegenüber der Wohnbebauung übernehme.

65 Millionen Euro Investment

Dietz will rund 65 Millionen Euro in Philippsburg investieren und setzt auf die Fertigstellung Ende 2019/Anfang 2020. Die Kritik an der Zahl der wahrscheinlichen 400 Arbeitsplätze weist Bürgermeister Martus zurück. „Als der Drogeriemarkt in Waghäusel ansiedelte, war anfangs auch von 400 Arbeitsplätzen die Rede. Heute sind es sehr viel mehr.“ Er und Dietz betonen, dass Logistik in Deutschland die drittstärkste Wirtschaftsbranche sei. Falsch sei diesbezüglich das Vorurteil, dass es dort vorrangig ungelernte und zudem wenige Arbeitskräfte gebe.

Hohe Wertschöpfung

„Logistik ist heute etwas anderes als früher und bringt eine hohe Wertschöpfung durch qualifizierte Arbeitnehmer“, sagt Dietz. Er und der Philippsburger Bürgermeister Stefan Martus betonen die verkehrstechnisch günstige Lage des Philippsburger Kasernenareals „mitten in Europa“. Insbesondere sei auch dessen Größe ein Pluspunkt – „zusammenhängende Flächen dieses Ausmaßes sind sehr gefragt und in der Region sehr selten“.

Willkommen

Rückblickend äußerte sich Dietz zu den Ereignissen in Waghäusel. Auch dort wollte sein Unternehmen tätig werden – auf Basis eines Gemeinderatsbeschlusses. Allerdings habe auch dort eine Bürgerinitiative Stimmung gegen die Ansiedlung gemacht, was dazu führte, dass der als Mieter geplante Kunde absagte. Der Nutzer habe unter den gegebenen Umständen dort nicht arbeiten wollen. „Ein Unternehmen will auch willkommen sein“, so Dietz.