Souverän paddelt Markus Kaltenmeier über den Untergrombacher Baggersee. Das Gleichgewicht zu halten, ist beim Stand-up-Paddeln nicht so einfach. | Foto: Lara Teschers

„Stand-up-Paddeln“

Balanceakt auf dem Untergrombacher Baggersee

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Platsch! Da ist er ins Wasser gefallen. Thomas Schweikert stand bis gerade eben zum ersten Mal auf einem Stand-up-Board. Das Lenken falle ihm schwer, erklärt er, sobald er aus dem Wasser des Untergrombacher Baggersees wieder aufgetaucht ist. Beim Stand-up-Paddeln (SUP) steht man auf einem Surfbrett und bewegt sich mithilfe eines Paddels fort.

Eine richtige Sportart

Der Bruchsaler Markus Kaltenmeier und seine Frau haben die Trendsportart in ihren „Flittermonaten“ 2015 in Australien für sich entdeckt. Als sie wieder nach Deutschland kamen, stand für die beiden fest: Sie werden weiter „suppen“. So, wie andere ins Fitnessstudio gehen, wurde das Stand-up-Paddeln zu ihrem Sport – mehrmals wöchentlich, egal, wie das Wetter ist. „Ich finde einfach, es macht extrem viel Spaß. Es ist eine richtige Sportart, bei der man auch ins Schwitzen kommen kann“, erklärt Kaltenmeier.

Seebesucher zeigen Interesse

2016 fingen er und seine Frau an, SUP-Boards auch zu vermieten. „Die Anfrage ist extrem. An den Wochenenden sind alle Boards weg“, erklärt Kaltenmeier. Vier aufblasbare Surfbretter hat er. Sie sind knapp vier Meter lang. Mit ihnen ist er seit Beginn des Sommers jeden Montagnachmittag am Baggersee in Untergrombach. Hier lässt er Interessierte Probe fahren. „Wenn es am See voll ist, kommt die Hälfte der Besucher und will fahren“, sagt er. Doch an diesem Tag ist es bewölkt, die Wiese am See fast leer.

Erste Fahrt auf den Knien

Drei Leute haben sich zum kostenlosen Schnupperkurs angemeldet: Neben Thomas Schweikert und seiner Frau ist auch Markus Lindner da. Mit ihm dreht Kaltenmeier eine Runde über den Baggersee – zunächst auf den Knien. Das macht es am Anfang etwas leichter, man bekommt ein Gefühl fürs Board. Um von den Knien in den Stand zu kommen, gibt Kaltenmeier den Tipp: „Man muss Geschwindigkeit haben.“ Er behält recht: Mit dem richtigen Tempo ist das Stehen weniger wackelig. Kinder hätten weniger Probleme beim Ausbalancieren, erklärt der SUP-Begeisterte: „Je schwerer man ist, desto schwieriger ist es, auf dem Board zu bleiben.“

Am Anfang ist es anstrengend

Nach ein bisschen Ausprobieren sind alle sicher auf dem Board und paddeln gemütlich über den See am kleinen Strand und um die Insel herum. Hier haben sie einen freien Ausblick über den ganzen See. „Es ist natürlich recht anstrengend, wenn man es zum ersten Mal macht“, ist das Fazit von Markus Lindner, „aber ich habe auch gewusst, dass es herausfordernder ist als Schlauchbootfahren.“ Gerade bei Rückenproblemen sei Stand-up-Paddeln angenehmer als Paddeln im Sitzen, findet er.

Markus Kaltenmeier (rechts) erklärt Markus Lindner die richtige Paddel-Technik. | Foto: Lara Teschers

Schwimmen können ist Voraussetzung

Die Sportart sei an den meisten Baggerseen in der Gegend erlaubt, meint Markus Kaltenmeier. Manche Seen haben eigene Board-Verleihe. Aber auch am Altrhein, auf der Ems oder anderen Flüssen mache es Spaß, da müsse man nur auf die Strömung achten. „Wirklich gefährlich ist das Paddeln nicht“, denkt er. Man sollte allerdings schwimmen können. Im Winter, wenn er mehr Kleidung anhat, trägt er beim „suppen“ eine Schwimmweste.

Es geht um den Spaß

Vom SUP-Board-Verleih, den er mit der Aktion in Untergrombach bewirbt, kann Kaltenmeier nicht leben, aber das ist auch gar nicht sein Ziel. „Die Grundphilosophie ist, dass es Spaß machen soll und dass die Leute vor dem Kauf das Stand-up-Paddeln testen können“, sagt er. Er gehe gern an den See, der Verleih sei nebenberuflich als Hobby gedacht. „Oft wollen die Teilnehmer mir danach Trinkgeld geben“, sagt Kaltenmeier. So auch das Ehepaar Schweikert. Die beiden hatten bei ihren ersten Runden auf dem Board sichtlich Spaß – obwohl sie nass geworden sind. „Fürs Gleichgewicht finde ich es toll. Es ist etwas ganz Neues“, lautet Thomas Schweikerts Resümee. Er will nochmal „suppen“ gehen.