Gefragte Musiker in französischen Tanzlokalen: Das Duo aus Akkordeonist und Schlagzeuger gehört zu einem mechanischen Musikinstrument. Der „Accordéo-Boy“ ist eine Attraktion im Deutschen Musikautomaten-Museum Bruchsal. | Foto: Sandbiller

Lösung Teil 6 / 2017

Besondere Klänge erfüllen das Schloss

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Die richtige Lösung von Teil  sechs unseres Sommerrätsels lautet Deutsches Musikautomaten-Museum in Bruchsal. Auch den früheren Namen „Museum für mechanische Musikinstrumente“ in Bruchsal ließen wir gelten. Eines der wertvollsten Stücke im Museum ist der „Accordeó-Boy“, ein mechanisches Duo aus dem Jahr 1930. In der sechsten und letzten Folge unseres Rätsels erreichten die Redaktion 14.794 Einsendungen. Insgesamt kamen in den vergangenen sechs Wochen 81.926 E-Mails und Postkarten – damit wurde ein neuer Sommerrätsel-Rekord erreicht.

Die Hand des Akkordeonisten scheint über die Bass-Knöpfe zu gleiten, der Kopf des Schlagzeugers wendet sich immer wieder dem Kollegen mit dem Melodieinstrument zu. Beide genießen offenbar das gemeinsame Spiel. Sie öffnen den Mund zu einem Lächeln und ziehen die Augenbrauen nach oben. Schwungvoll gehen die beiden Musiker eine Polka an. Doch mit der Zeit hört sich das Stück doch sehr scheppernd an. Ändern lässt sich das nicht, durch keinen Dirigenten der Welt. Das Musiker-Duo ist keines aus Fleisch und Blut, sondern ein mit lebensgroßen Figuren, sogenannten Androiden, ausgestattetes Orchestrion namens „Accordéo-Boy“. Ein Musikinstrument, das mechanisch angetrieben wird. Wie so viele andere wertvolle Stücke im Deutschen Musikautomaten-Museum (DMM), das im Bruchsaler Schloss untergebracht ist. „Der Accordéo-Boy“ ist eine unserer Hauptattraktionen, ein ganz seltenes Stück“, erklärt Klaus Biber. Mit einem Knopfdruck in den „Innereien“, im Schrank hinter den beiden Musikern, kann der Restaurator das überdimensionale Instrument in Gang setzen. Biber arbeitet beim Badischen Landesmuseum, denn das DMM ist ein Zweigmuseum des BLM in Karlsruhe.

Blick ins Innenleben des Accordéo-Boy: Ein Elektromotor treibt über Keilriemen die Blasebälge an. Diese erzeugen einen Unterdruck für Bewegungen der Androiden. | Foto: Sandbiller

„Dieses Orchestrion einer französischen Firma arbeitet mit deutscher Technik und einem originalen Akkordeon der Brüder Scandalli aus Italien“ erzählt Biber. Der inoffizielle Name des Android-Instruments lautet „Tino Rossi“. Angeblich diente der französische Musiker Tino Rossi als Vorbild für den Akkordeonisten. „Rossi war zwar in den 1920er- und 1930-Jahren der Inbegriff von Chanson, aber er spielte Gitarre“, schmunzelt Bieber. Zusammen mit dem Afroamerikaner am Schlagzeug sollte „Rossi“ in französischen Tanzlokalen für Stimmung sorgen. „Es gibt zahlreiche Notenrollen dafür, aber die meisten klingen heute nicht mehr gut“, sagt Biber. Der Stutenseer hat Orgelbauer gelernt. Wenn er den braunen Kasten hinter dem Podest der Musiker öffnet, fallen zunächst die Räder auf, über die ein Keilriemen die Verbindung von Elektromotor zu Blasebälgen schafft. Die Bälge erzeugen einen Unterdruck. Dieser sorgt dafür, dass Luft in vielen kleinen Schläuchen zu Hebeln gelangt, die wiederum Akkordeontasten herunterdrücken. Mithilfe einer echten Instrumentenzunge aus Metall kommen die Töne zustande. Über einen zweiten Elektromotor werden die Bewegungen der Figuren gesteuert. Sozusagen die Noten für das Duo liefert eine Papierrolle, deren Stanzungen das Musikstück ablaufen lassen.

Ende der 20er-Jahre hatten die Orchestrions keine Chance mehr

„Das Androiden-Orchestrion kostete damals 8 500 Francs und war auch für 350 Francs monatlich zu mieten“, weiß Andreas Seim. „Das Instrument steht aber am Ende der großen Orchestrion-Zeit zwischen 1900 und 1930“, erklärt der Volkskundler vom Musikautomaten-Museum in Bruchsal. Die Erfindung von Grammofon und Schallplatte machte den mechanischen Orchestern noch nicht gleich den Garaus. Für Cafés und Tanzlokale waren die Abspielgeräte aber irgendwann zu leise. Als dann ab 1927 Röhrenverstärker fürs Radio und Lautsprecher auf den Markt kamen, hatten die klobigen Orchestrions keine Chance mehr. „Die Weltwirtschaftskrise tat das übrige, um eine ganze Branche für große mechanische Musikinstrumente auzuslöschen,“ so Seim.

Jahrzehnte unbeachtet

Die Geräte blieben Jahrzehnte als Relikte ziemlich unbeachtet, bevor um 1970 einige Sammler begannen, sich Schätze zu sichern. Wie beispielsweise der Baden-Badener Jan Brauers. Aus seinem Privatmuseum in der Kurstadt wurde er 1985 vertrieben. Das Land Baden-Württemberg sorgte für neue Räume im Bruchsaler Schloss und kaufte die Sammlung nach und nach auf. Vom Badischen Landesmuseum kümmerten sich der frühere Leiter Harald Siebenmorgen und Wolfram Metzger als Bruchsaler „Chef“ um den Ausbau. So entstand ein „Museum mechanischer Musikinstrumente“ in Seitenräumen des Barockjuwels. Durch weitere Ankäufe entstand folgerichtig und ohne, dass es eine PR-Aktion gewesen wäre, das „Deutsche Musikautomaten-Museum“.

500 Exponate auf drei Etagen

Orchestrien, Musikdosen, Jukeboxen, Drehorgeln, klingende Alltagsgegenstände wie Nähkästchen und Kleiderhaken, Androiden, ein automatischer Flügel von Konrad Adenauer, „mobile Discos“ und viele Dinge mehr sind dort zu entdecken. Gezeigt werden rund 500 Exponate auf drei Etagen. Beginnend mit kunsthandwerklicher Fertigung im 17. Jahrhundert, über viele schöne Stücke aus dem Schwarzwald bis hin zum mechanischen Adenauer-Flügel sowie aktuellsten Medien. Natürlich lauscht man bei einer Führung Instrumenten, wie dem Accordéo-Boy und seinem Schlagzeuger.

Service: Das Museum ist außer Montag täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt acht Euro für Erwachsene. Telefon 07251/742652. Es gibt auch eine Kombikarte, die es erlaubt, auch die prächtig wiederhergestellten fürstlichen Räume zu besichtigen. Das Schloss klingt nicht nur wunderbar.

Den Sommer-Hauptpreis hat in diesem Jahr Dietmar Eyring aus Karlsruhe gewonnen: 

„Total überrascht“, war Eyring, als ihn der Anruf aus der BNN-Redaktion erreichte. „Wir gewinnen ja doch nichts“, habe er gedacht – und trotzdem per Mail sein Glück beim Sommerrätsel versucht. Mit Erfolg: Eyring ist der Gewinner des diesjährigen Sommer-Hauptpreises und darf sich über eine Mittelmeer-Kreuzfahrt mit „AIDAperla“ freuen. Wen er mitnimmt? „Meine Frau Gudrun natürlich“, sagt Eyring und strahlt.
Sie reisen beide viel und gerne, regelmäßig geht es für das Rentnerpaar aus Karlsruhe-Rüppurr etwa nach Portugal zum Golf spielen. „Aber auf einem Schiff waren wir tatsächlich noch nie“, sagt Gudrun Eyring. Die pensionierte Lehrerin freut sich sehr auf die Mittelmeerreise – besonders auf die „Ewige Stadt“: „In Rom bin ich noch nie zuvor gewesen.“

Freuen sich auf die Kreuzfahrt: Dietmar Eyring und seine Frau Gudrun (Mitte) nahmen den Gutschein von BNN-Redakteurin Tina Mayer entgegen. | Foto: Fabry

Beim BNN-Sommerrätsel knobeln die beiden seit Jahren mit. Manches Bilderrätsel sei besonders knifflig, findet der frühere Grundschulrektor: „Aber dann hilft ja immer noch das Internet weiter.“ Die beiden können nun aus zwei verschiedenen Routen wählen, Rom wird aber in jedem Fall angesteuert, wie auch Florenz und Barcelona. Los geht es im Hafen von Mallorca. Das Ehepaar Eyring möchte am liebsten so schnell wie möglich aufs Schiff – „am besten noch im Oktober“. Mit den beiden freut sich die ganze Familie, zwei Töchter und insgesamt sechs Enkelkinder gehören dazu. „Wahnsinn, da hat es die Richtigen getroffen“, habe die eine Tochter zu dem Hauptgewinn gesagt, verrät Gudrun Eyring.
Insgesamt erreichten die Redaktion beim diesjährigen Sommerrätsel zum Thema „Faszination Technik“ 81.926 Einsendungen – so viele wie noch nie. Unter all diesen Mails und Postkarten wurde nun der Sommerhauptgewinner gezogen.

DIE GEWINNER DER WOCHE: Der Hotelpreis der Woche geht diesmal an Julia Merx aus Pfinztal. Das Hotel Bruggers am Titisee sponsert zwei Übernachtungen für zwei Personen im Deluxe-Atelier. Im Preis inbegriffen sind neben einer Flasche Sekt zur Begrüßung sowie einem Willkommens-Cocktail auch Frühstück, Abendessen und die Nutzung des Wellnessbereichs.
Je zwei Plätze für die exklusive Führung durch das Deutsche Musikautomaten-Museum Bruchsal am 15. September: Kerstin Baudy (Karlsruhe), Karlheinz Bauer (Eisingen), Barbara Böhland (Linkenheim-Hochstetten), Ingrid Diederichs (Graben-Neudorf), Silvia Edel (Zaisenhausen), Bernd Eigenmann (Sulzfeld), Helga Herzog (Pfinztal), Werner Jung (Stutensee), Erich Scholl (Ubstadt-Weiher), Roland Süss (Stutensee-Spöck).
Je zwei Plätze für die exklusive Führung durch das Tropenhaus im Zoo Karlsruhe inklusive Eintritt am 4. Oktober: Alfred Becker (Bruchsal), Alexander Grill (Pfinztal), Severin Heckele, Elisabeth Westhoff (beide Linkenheim-Hochstetten), Elisabeth Knorre, Ingrid Scherrer (beide Karlsruhe), Peter Kühn (Malsch), Isolde Rath (Waldbronn). Ein Hudora Scooter „Big Wheel“ aus dem BNN-Shop: Nils Deparade (Kraichtal).
Zwei Gutscheine „Rouge & Noir“ für das Restaurant „The Grill“ im Casino Baden-Baden: Corinna Sommer (Cleebronn).
Zwei Tageskarten für die Fitness- und Wellnesskette Pfitzenmeier : Susanne Schöne (Karlsruhe).
Je zwei Gutscheine für eine Insider-Tour auf dem Hockenheimring: Uschi Feger (Karlsruhe), Helmut Mett (Ettlingen).
Fünf Karten für den BNN-Familienblock beim KSC-Spiel gegen die Würzburger Kickers am 14. Oktober: Susanne Vetter (Karlsruhe).
Je zwei Tickets für die Brotzeit-Führung der Alpirsbacher Brauwelt: Brunhilde Reiser (Karlsbad), Erwin Söls (Rheinstetten).
Vier Eintrittskarten für die Badisch’ Bühn in Karlsruhe für eine Vorstellung bis 31. Dezember 2017: Christa Dutzi (Odenheim).
Zwei Freikarten für das Kino Forum Rastatt: Marion Zimmer (Ottersweier).
Zwei Karten für „Cavewoman“ am 3. November im Rantastic in Haueneberstein: Thomas Kohler (Kappelrodeck). Zwei Karten für Özgür Cebe am 24. November in der klag-Bühne Gaggenau: Horst Krosta (Rastatt).
Zwei Tageskarten (Saunalandschaft inklusive Therme) für das Thermarium Bad Schönborn: Hellmut Franz (Linkenheim-Hochstetten).
Zwei Tageskarten für das Palmenparadies der Badewelt Sinsheim: Silvia Schäfer (Kraichtal).
Je zwei Tageskarten für das Rotherma Gaggenau: Richard Bauer (Sasbach), Susanne Bertlein (Karlsruhe), Martin Müller (Baden-Baden).
Ein Familienticket plus Parcours-Mitfahrt im Unimog-Museum Gaggenau: Albert Schück (Baden-Baden).
Je zwei Gutscheine für den Gasometer Pforzheim: Liesel Boloff (Staufen), Heinz Bräutigam, Birgit Schmid, Gerhard Woditschka (alle Karlsruhe), Marion Fuchs (Pfinztal), Ursula Jehle (Eggenstein-Leopoldshafen), Leopold Lorenz (Achern), Barbara Lüdtke (Stutensee).
Drei Freikarten (plus Rutschentickets) für den Baumwipfelpfad: Gerhard Fallert (Achern).

 

Hier gibt es eine Übersicht über die attraktiven Preise dieser Woche:

 

Das BNN Sommerrätsel

Unser BNN-Sommerrätsel lief dieses Jahr unter dem Motto „Faszination Technik – von Riesen und Winzlingen“. Sechs Rätselfolgen hatten wir für Sie vorbereitet, unsere Serie führte Sie zu sehr unterschiedlichen Technik-Attraktionen.

Jede Woche wurden attraktive Preise verlost, von Hotelübernachtungen über Treffen mit Prominenten bis hin zu Eintrittskarten für kulturelle Einrichtungen. Zudem wurde nun am Ende unter allen Einsendungen der Sommerhauptpreis verliehen – eine Mittelmeer-Kreuzfahrt mit dem Kreuzfahrtschiff „AIDAperla“.