ARBEITEN FÜR BLANCO: Die Oberderdinger sind weltweit die Nummer eins bei Granit-Spülen und die Nummer zwei bei Küchen-Spülen generell. Ziel des Managements ist es, dass Endkunden ins Küchenstudio gehen und gezielt nach Blanco fragen. | Foto: Martin Wagenhan

Spülen-Spezialist

Blanco will bekannter werden

Elektro-Staplerfahrer surren vorbei. Flink holen sie Spülen für europäische Kunden aus den Stellplätzen des Bruchsaler Hochregallagers. Gegenüber begrüßt der neue Blanco-Chef Frank Gfrörer Journalisten. Er bittet sie, auf stylishen Möbeln Platz zu nehmen, die aus nagelneuen Europaletten zusammengezimmert wurden. Gfrörers Botschaft: Während Blanco in seinen Werken weltweit Premiumspülen herstellt und sie designverliebt im Oberderdinger Showroom präsentiert, sorgen die Blanco-Logistiker in Bruchsal dafür, dass die Spülen rechtzeitig beim Kunden sind. Denn nichts würde den Besitzer einer neuen Küche mehr ärgern, als wenn er diese wegen einer (noch) fehlenden Spüle nicht benutzen könnte.

Die Blanco-Bilanz blitzt wieder einmal: Der Umsatz ging um fünf Prozent auf 379 Millionen Euro nach oben. Eine matte Stelle gibt es nur, weil das Deutschland-Geschäft mit minus 0,4 Prozent stagnierte.
Auch wenn Gfrörer auf Nachfrage den Namen nicht in den Mund nimmt, wissen die anwesenden Wirtschaftsjournalisten, um wen es geht: Infolge der Alno-Pleite konnten die anderen Küchenhersteller die entstandene Kapazitätslücke nicht rechtzeitig füllen – somit wurden in Deutschland letztlich weniger Spülen eingebaut.

Blanco erzielt 66 Prozent des Umsatzes im Ausland

Mittlerweile  hat das Ausland bei Blanco einen Anteil an den Erlösen von 66 Prozent. Vor allem in Nordamerika, in Russland und in China sei es sehr gut gelaufen, berichtet Gfrörer.
Der Oberderdinger Familienbetrieb ist nach seinen Worten – weltweit – die Nummer eins bei Granit-Spülen, die Nummer zwei bei Küchen-Spülen generell und die Nummer fünf bei Küchen-Armaturen. Während das in der Branche jeder weiß, können selbst in Deutschland viele Endverbraucher mit dem Namen Blanco nichts anfangen.

Das weiß Gfrörer: Sein (Ideal-)Ziel ist, dass Konsumenten ins Küchenstudio gehen und gezielt nach einer Blanco-Spüle fragen. Und dass der Markenname deutlicher und wertiger auf dem Produkt steht. Andere Premium-Anbieter – in der Journalisten-Runde fallen Name wie Miele – stapelten ja auch nicht tief. All dies werde den Küchenstudios den Verkauf erleichtern.

Markenpositionierung wird überarbeitet

Ergo wird die Markenpositionierung überarbeitet. In diesem Zusammenhang ist laut Gfrörer wichtig, dass jeder Beschäftigte weiß, wofür Blanco steht. „Da sollte von jedem einzelnen Mitarbeiter der gleiche Satz kommen. Den haben wir noch nicht.“

Viele Blanco-Produkte wurden ausgezeichnet – beim Design sieht Gfrörer jedoch noch weiteres Potenzial, ebenso bei den Armaturen für die Küche. Dass Hansgrohe aus Schiltach mittlerweile den Spieß umgedreht hat und als Armaturenhersteller eigene Spülen anbietet, sehe er gelassen. Gfrörer: „Über Hansgrohe freue ich mich.“ Solche Wettbewerber spornten Blanco weiter an.

Zum Gewinn äußert sich Gfrörer nicht. Aber es wurde weiter kräftig investiert, wie seine Geschäftsführer-Kollegen Rüdiger Böhle und Wolfgang Schneider unterstreichen: 17,2 (2016: 16,2) Millionen Euro waren fürs vergangene Jahr budgetiert. 2018 soll auch das neue Werk in Tschechien gebaut werden. Und: Auf dem Heimatmarkt Deutschland will Blanco wieder wachsen.

 

• Firma/Sitz: Blanco GmbH + Co KG (Oberderdingen)
• Gründungsjahr: 1925
• Produkte: Spülen, Küchenarmaturen, Abfallsysteme
• Vorsitzender der Geschäftsführung: Frank Gfrörer
• Umsatz (konsolidiert): 379 (2016: 361) Millionen Euro
• Jahresüberschuss: k. A.
• Auslandsanteil: 66 (2016: 65) Prozent
• Mitarbeiterzahl: 1 500 (2016: 1 420)/umgerechnet in Vollzeitstellen. Davon 1 100 Mitarbeiter in Deutschland
• Homepage des Unternehmens: www.blanco-germany.com