In der Sporthalle Bruchsal hat das Deutsche Rote Kreuz kurzfristig seine nordbadische Blutspendezentrale eingerichtet. Eine Woche lang werden nachmittags an bis zu zehn Betten gleichzeitig Blutspenden abgenommen. | Foto: Safranek

Kein Test auf Virus

Blut spenden in der Coronakrise ist in der Turnhalle Bruchsal mit viel Abstand möglich

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In Bruchsals großer Sporthalle hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sein nordbadisches Blutspendezentrum eingerichtet. Das Gebäude ist weiträumig genug, um alle Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Und trotzdem bis zu zehn Blutspender gleichzeitig aufzunehmen. Bis zum 27. März werden die Spender an Nachmittagen erwartet.

Die Bereitschaft, den besonderen Saft herzugeben, ist gestiegen. Das abgegebene Blut wird nicht auf das Coronavirus getestet. Eine Übertragung sei nach aktuellem Wissensstand nicht möglich, versichert das DRK.

Ein halber Liter Blut pro Spende

„Es hat gerade gepasst mit dem Zeitabstand zwischen den Spenden. So habe ich mich gleich hier für Bruchsal angemeldet. Das ist mir wichtig helfen zu können – und weiß, wann man selbst Bedarf hat“, meinte die junge Frau aus Karlsdorf.

Sie hat sich gerade einen halben Liter Blut abzapfen lassen. Also hat sie eine gute Tat für diesen Krisentag hinter sich und eilt auf den Ausgang der Sporthalle Bruchsal zu. Dort hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Montag ein regionales Blutspendezentrum eingerichtet.

Bisherige Stationen haben nicht genug Abstand

Im Bruchsaler Westen ist die Größe des Gebäudes ideal, um alle Abteilungen der Spendenaktion unterzubringen und gleichzeitig den richtigen Abstand in diesen heiklen Zeiten zu wahren. Im Foyer gibt es genug Platz für Empfang mit Erstcheck samt Fiebermessen, die Anmeldung und Schreibplätze, um Formalien zu erledigen. In einer Ecke der Halle wartet das Labor auf die Spender, an der weit entfernten Stirnseite sind zehn Betten für die Blutabnahme aufgestellt – mit genug „Luft“ dazwischen.

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„Die Stadt Bruchsal hat sofort großartig reagiert, als wir nach einem Standort gefragt haben, und jetzt ist hier diese Woche unser nordbadisches Zentrum für Blutspenden mit neuem Sicherheitskonzept“, sagt Marcus Kohlbecker. Bei dem Baden-Badener laufen die organisatorischen Fäden zusammen. „Die üblichen mobilen Spendeaktionen ,vor der Haustür‘ sind in kleineren Hallen oder gar Schulen nicht mehr möglich. Die Abstandsregeln könnten wir nicht einhalten.“

 

Check am Eingang der neuen Blutspendezentrale in Bruchsaler Sporthalle. Ein Ehrenamtlicher des DRK misst Körpertemperatur aller Besucher und Spender. | Foto: Safranek

DRK arbeitet wegen Coronavirus mit Mundschutz und Schutzhelmen

Deshalb sind die je zehn hauptamtlichen DRK-Mitarbeiter an die Schwetzinger Straße gezogen und werden von je sechs Ehrenamtlichen unterstützt. Alle arbeiten mit Mundschutz. Das DRK Untergrombach mit dem Team um Tobias Müller stellt zahlreiche Helfer. Vom DRK-Ortsverein Karlsdorf haben sich Andreas Völker und Katharina Schäfer am Montag die Schutzhelme aufgesetzt.

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Sie kontrollieren bei allen Ankommenden auf Erkältungskrankheiten und Fieber. Ab einer Körpertemperatur von 37,5 Grad ist keine Blutspende mehr möglich. Viele Stammkunden wissen das. Sie kennen auch das Höchstalter von 65 für die Erstspende und das Dabeisein bis maximal zum 73. Geburtstag.

Blutabnahme dauert acht Minuten

„Seit voriger Woche kommen auch viele neue und viele junge Leute. Das schöne Wetter hat geholfen. Und alle gehen ruhig daran, es gibt ja im Moment mehr Zeit“, so die gute Erfahrung von Kersten Urban. Die Tageschefin und ihre Kolleginnen benötigen acht Minuten für die Blutabnahme.

Der besondere Saft wird bei diesen Terminen nicht auf das Coronavirus getestet. Nach jetzigen Stand kann es aber nicht bei einer Spende übertragen werden, versichert das DRK.

Das Blutspendezentrum in der Sporthalle Bruchsal, Sportzentrum 3,  an der Schwetzinger Straße ist bis Freitag, 27. März, täglich von 13 bis 18 Uhr offen. Terminreservierung empfohlen www.blutspende.de/termine. Spontanes Erscheinen ist aber auch möglich. Blutspender müssen 18 Jahre alt sein.