Erste Reparaturarbeiten nach dem Brandanschlag auf Anlagen der Deutschen Bahn im Großraum Bruchsal haben begonnen. | Foto: FFWBru

Vier Vorfälle bei Bruchsal

Brandanschläge auf die Bahn

Anzeige

Unbekannte haben laut einer Polizeimitteilung an verschiedenen Stellen im Großraum Bruchsal Kabelschächte der Bahn in Brand gesetzt. Das führte zu erheblichen Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs sowohl auf der Strecke Karlsruhe – Graben-Neudorf – Mannheim als auch zwischen Karlsruhe und Heidelberg. Die Polizei berichtete in ihrer Pressemitteilung von Donnerstag Abend von einem Sachschaden im sechsstelligen Bereich

Zugführer entdeckt Flammen

Das erste Feuer wurde am Mittwochabend bei Graben-Neudorf gemeldet. Die Flammen wurden gegen 20.20 Uhr von einem auf der Strecke fahrenden Zugführer in unmittelbarer Nähe zur Brücke der Bundesstraße 35 entdeckt. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand in der Folge löschen, jedoch wurden die in den Schächten für den Bahnbetrieb erforderlichen Kabel durch die Flammen zum Teil erheblich beschädigt. Die von der Polizei vor Ort gesicherten Spuren ergaben, dass die beiden Feuer absichtlich gelegt wurden. Demnach öffneten die Täter etwa gegen 20 Uhr zwei Schächte und setzten anschließend die Kabel in Brand. Eine Gefahr für Menschen bestand laut Polizei zu keiner Zeit.

Drei Feuer in drei Stunden

Einen weiteren Brand gab es am Donnerstag auf der Strecke bei Bruchsal-Untergrombach. Das dritte Feuer in einem Kabelschacht wurde ebenfalls am Donnerstag um die Mittagszeit aus dem Bereich Wiesloch-Walldorf / Rot-Malsch gemeldet. Ein viertes Feuer gab es beim Schlachthof Bruchsal. Alle drei Ereignisse geschahen in dem Zeitfenster von 11.30 bis 14.45 Uhr. Bei dem Feuer in Bruchsal-Untergrombach handelte es sich – so die Polizei – anhand der Spurenlage ebenfalls um Brandstiftung. Ob sich dies auch bei den beiden weiteren Brandorten bestätigt und ob alle Taten in Verbindung stehen, ist Gegenstand der vom Kriminalkommissariat Bruchsal geführten Ermittlungen. Die Bundespolizei unterstützt hierbei mit Beamten der Kriminaltechnik.

Brandbeschleuniger gefunden

Zu dem Feuer in Untergrombach wurde die Feuerwehr Bruchsal mit den Abteilungen Untergrombach, Obergrombach, Büchenau und Bruchsal gerufen. Auf Höhe der Kleingärten in Richtung Bruchsal, vor dem Gewerbegebiet „Im Schollengarten“, brannte es einer Mitteilung der Bruchsaler Feuerwehr zufolge in einem Kabelversorgungsschacht neben der DB-Strecke. Der Brand konnte von der Feuerwehr rasch gelöscht werden. Der Schacht wurde zur Kontrolle noch neben der Brandstelle geöffnet. Da an der betroffenen Stelle Spuren von Brandbeschleuniger gefunden wurden, hat die Polizei weitere Ermittlungen aufgenommen.

Gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr

Die Kriminalpolizei ermittelt seit den Nachtstunden wegen Brandstiftung und Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.
Die Folgen der Brände sind erheblich. Auf der Strecke zwischen Karlsruhe und Mannheim geriet der Fahrplan ziemlich durcheinander. Züge des Fernverkehrs wurden teilweise mit reduzierter Geschwindigkeit an der Brandstelle vorbeigeführt, andere über die Strecke via Bruchsal nach Heidelberg und Mannheim umgeleitet. Die Regionalbahnen blieben auf der Hauptstrecke, allerdings wurde der Fahrplan ausgedünnt. Im abendlichen Berufsverkehr beispielsweise waren die Züge nur jede Stunde unterwegs – der Fahrplan sieht einen 30-Minuten-Takt vor.

Erhebliche Beeinträchtigungen

Die Beeinträchtigungen werden bis in den heutigen Tag hinein andauern.
Auch das Ereignis in Untergrombach hatte Auswirkungen auf den Bahnbetrieb. Die Bundespolizei berichtete via Twitter, dass die Strecke Karlsruhe – Bruchsal gesperrt sei. Als Begründung wurde „Kabelbrand“ genannt. In dem Newsticker auf der Homepage des Karlsruher Verkehrsverbundes hieß es gegen halb zwei, die Störung sei beendet. Es könne aber zu Verspätungen und Fahrtausfällen kommen. Die traten denn auch ein.
Zeugen
Kriminaldauerdienst (0721) 939 55 55