ALS FLIEGENDER BOTSCHAFTER ist die neue „Bruchsal“, ein Flugzeug vom Typ Airbus A320ceo bald in ganz Europa unterwegs. Im Moment steht die Maschine noch in Finkenwerder bei Hamburg. Sie wird Ende Mai an Lufthansa ausgeliefert. | Foto: Tobias Gudat

Neues Lufhansa-Flugzeug

Bruchsal hebt wieder ab!

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Die erste „Bruchsal“ war eine Boeing 737-500. Die nächste „Bruchsal“ ist ein Flugzug vom Typ A320ceo von Airbus. In wenigen Wochen wird die Lufthansa wieder eine Maschine mit dem klingenden Namen in Dienst stellen. Eine Pressesprecherin des Unternehmens hat jetzt entsprechende BNN-Informationen bestätigt. Erst vor Kurzem wurde der Flieger noch auf dem Airbus-Gelände Finkenwerder bei Hamburg gesichtet, am 25. Mai soll er an die Lufthansa ausgeliefert werden.

Alte „Bruchsal“ wurde in die USA verkauft

Seit 2014 konnte man nicht mehr mit einer „Bruchsal“ abheben, das wird sich demnächst ändern: Dann ist der neue Flieger auf Verbindungen innerhalb Deutschlands und in Europa quasi als fliegender Botschafter für die Barockstadt unterwegs. Für die Benennung hat das Unternehmen eine einfache Erklärung: „Da die vorherige „Bruchsal“ verkauft wurde, geht der Name automatisch auf ein neues Flugzeug über.“ Tatsächlich hat die alte „Bruchsal“, die Boeing 737-500 in ihrer Lufthansa-Karriere mehr als 45 625 Flüge und 49 815 Stunden absolviert, bevor sie außer Dienst gestellt und in die USA verkauft wurde. Danach verlor sich ihre Spur.

Hier gibt es ein Video vom Start der alten „Bruchsal“ vom Flughafen Köln/Bonn

Patin war Carla Doll

Als die erste „Bruchsal“ 1991 an den Start ging, war die damalige First Lady der Stadt, Carla Doll, die Ehefrau von OB Bernd Doll, die Patin. Für den neuen Airbus ist bisher kein Pate auserwählt. Ob es womöglich der „First Husband“, der Ehemann der amtierenden OB wird? Norbert Schick wäre immerhin passenderweise Verkehrsplaner. Die Lufthansa hält sich, was das Thema angeht, bedeckt.

Ausgemustert: Die alte "Bruchsal" (vorne), eine Boing, wurde in die USA verkauft | Foto: dpa
Ausgemustert: Die alte „Bruchsal“ (vorne), eine Boeing, wurde in die USA verkauft

Gut 100 Millionen Dollar kostet der Vogel

Insgesamt fliegen 76 Maschinen vom Typ A320 beziehungsweise A 320neo für das deutsche Luftfahrtunternehmen. Etwa 180 Sitze, eine Geschwindigkeit von 840 km/h und eine maximale Flughöhe von 11 900 Metern kennzeichnen den weltweit beliebten Kurz- und Mittelstreckenflieger. 3 740 Kilometer weit kommt man mit ihm, seine Spannweite beträgt 37,6 Meter. Bei der Bruchsal handelt es sich allerdings nicht um den neueren A320neo mit verbessertem Triebwerk, weniger Treibstoffverbrauch und Emissionen, sowie einer höheren Reichweite, sondern um den A320ceo – der aber, wie das Foto zeigt, mit sogenannten Sharklets ausgeliefert wird. „Diese nach oben gebogenen Flugzeugflügelspitzen sind den Schwungfedern mancher Vögel nachempfunden. Sie optimieren die Aerodynamik, senken dadurch den Treibstoffverbrauch, bringen darüber hinaus zusätzliche Vorteile bei Reichweite, Nutzlast und eine Lärmreduktion“, erklärt die Lufthansa. Bei der neo-Reihe gab es zuletzt Auslieferungsschwierigkeiten wegen Problemen bei den Triebwerken, weshalb Lufthansa wieder auf die älteren „ceo“-Modelle setzte.

Laut Airbus-Listenpreis kostet eine Maschine gut 100 Millionen Dollar. Aber keine Sorge: Die Stadt Bruchsal muss sich nicht an den Kosten ihres neuen fliegenden Botschafters beteiligen.