Der brennende Sportwagen war bei den Fahrern im Gegenverkehr ein beliebtes Fotomotiv. | Foto: Bereitschaftspolizei Bruchsal

Leute filmten brennendes Auto

Bruchsaler Polizisten ermitteln wegen Gaffern

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Bruchsaler Bereitschaftspolizisten erwischten bei dem Brand eines Sportwagens auf der A81 einige Gaffer, die den Unfallort filmten. Diese müssen nun mit Anzeigen rechnen.

Die Bereitschaftspolizei war auf dem Rückweg von einer Razzia in Villingen-Schwenningen, als auf ihrer Strecke ein Auto brannte. Sie sicherte die Unfallstelle und sperrte zwei Fahrstreifen. Nachdem die Bereitschaftspolizisten, die normalerweise in so einem Fall nicht zuständig sind, Erste Hilfe geleistet, sowie Rettungskräfte und die Verkehrspolizei Böblingen alarmiert hatten, sahen sie Gaffer auf der Gegenspur.

Person hält zum Filmen an

Einige Fahrer im Gegenverkehr fuhren extrem langsam an der Einsatzstelle vorbei und filmten diese dabei, so berichtet eine Bruchsaler Beamtin. Eine Person blieb auf dem Seitenstreifen der gegenüberliegenden Fahrbahn stehen und fotografierte oder filmte aus dem Seitenfenster. Da so keine Fahrzeugkontrolle möglich war, ermittelten die Beamten über das Kennzeichen den Fahrzeughalter und identifizierten ihn mit einem im System hinterlegten Foto. Wie die Bereitschaftspolizeidirektion Bruchsal mitteilt, werden gegen die Gaffer Anzeigen gestellt.

Gaffen kostet

Das Fotografieren oder Filmen eines Unfalls ist eine Straftat und kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe führen. Gaffen allein ist eine Ordnungswidrigkeit, die 20 bis 1 000 Euro kostet.

Bei Unfällen gehe für die Einsatzkräfte die Gefahrenabwehr vor. Doch Gaffer gefährden den Verkehr, zum Beispiel durch Auffahrunfälle an Stauenden. „Soweit irgend möglich werden die Kennzeichen festgehalten oder kontrolliert.“