Mahlzeit: Dieser Brummifahrer hat nicht nur am Steuer gegessen, sondern zuvor auch sein Müsli während der Fahrt zubereitet. | Foto: Polizei

Auf der A5 bei Kronau

Brummifahrer bereitet sein Frühstück am Steuer zu

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Sein Müsli zubereitet hat ein Brummifahrer – allerdings nicht auf der Raststätte – sondern während der Fahrt auf der Autobahn 5 bei Kronau. Das meldet jetzt die Polizei. Sie spricht dabei von einer „fahrerfremden Tätigkeit“ und „Aufmerksamkeitsdefiziten“. Hier vorzeubeugen galt es bei einer großen Kontrolle der Verkehrspolizei Mannheim mit der Bußdgeldstelle in Kalsruhe. Zumal es gerade in den vergangenen Wochen schwere Unfälle mit Lkw gegeben hatte.

Mehrstündige Kontrolle

Bei einer mehrstündigen Kontrolle am Mittwoch auf der A 5 und der A 6 rund um das Walldorfer Kreuz zeigte sich, dass es nicht einfach ist, unter den mehr als 20.000 Lkw-Fahrern diejenigen herauszufinden, die just bei der Vorbeifahrt fahrerfremde Tätigkeiten vornehmen, so heißt es in der Mitteilung der Polizei. Um 10.37 Uhr wurde ein 61-jähriger Fahrer eines Sattelzuges bei der Fahrt auf der A 5 in Richtung Karlsruhe dabei beobachtet, wie er während der Fahrt ein Müsli zubereitete und anschließend verspeiste. In weiteren vier Fällen wurden Lastzugfahrer beim Telefonieren während der Fahrt aufgezeichnet und zur Anzeige gebracht.

100 Euro Bußgeld

Neben der Möglichkeit, die missbräuchliche Nutzung elektronischer Geräte im Führerhaus seit Oktober 2017 mit 100 Euro Geldbuße und einem Punkt in Flensburg zu ahnden, waren sogenannte fahrerfremde Tätigkeiten bisher eher eine Grauzone. Die Bußgeldstelle werde Tätigkeiten, wie Frachtpapiere sichten, Zeitung lesen, Kaffee kochen, Essen zubereiten und ähnliches ahnden und ebenfalls mit 100 Euro Bußgeld und einem Punkt belegen.

Reaktionsfähigkeit ist beeinträchtigt

Demnach darf ein Fahrzeugführer nur so schnell fahren, dass er sein Fahrzeug ständig beherrscht. Der abgewandt, geneigte Blick bei der fahrerfremden Tätigkeit sowie die gedankliche Abgelenktheit beeinflussen die Reaktionsfähigkeit derart negativ, dass ein Anhalten innerhalb der noch übersehbaren Strecke nicht möglich wäre, so warnt die Polize. Die Reaktionszeit beträgt bei einem durchschnittlichen Autofahrer circa eine Sekunde. Bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von etwa 80 km/h legt das Fahrzeug etwa 22 Meter pro Sekunde zurück. Diese Strecke kann der Fahrzeugführer durch die ablenkende Tätigkeit nicht überblicken, demzufolge könnte er im Bedarfsfalle auch nicht entsprechend reagieren