Großeinsatz in Bad Schönborn: In den Sankt Rochus-Kliniken ist Chlorgas ausgetreten. Mindestens 40 Personen sind verletzt.
Großeinsatz in Bad Schönborn: In den Sankt Rochus-Kliniken ist Chlorgas ausgetreten. Mindestens 40 Personen sind verletzt. | Foto: Maciejewski

Kurklinik teilweise evakuiert

Chlorgas-Unfall in Bad Schönborn

Anzeige

Einsatz an den Sankt Rochus-Kliniken in Bad Schönborn: Wegen des Austritts von Chlorgas musste das Kurkrankenhaus zum Teil evakuiert werden. Der Einsatz von Feuerwehr und Polizei dauerte bis zum Dienstagabend an. Wie Polizei und Feuerwehr mitteilen, sind mehrere Personen verletzt worden. Von 40 verletzten Personen ist bislang die Rede. Diese seien größtenteils leicht verletzt, mindestens eine Person jedoch mittelschwer.

Ermittlungen zur Unglücksursache

Die Polizei war mit sieben Streifenwagen und zwei Motorrädern vor Ort, dazu 93 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bad Schönborn und Östringen, der Gefahrgutzüge Nord und Süd für den gesamten Landkreis, des Rettungsdienstes sowie Notärzte. Zudem nahmen Polizeibeamten von „Gewerbe und Umwelt“ die Ermittlungen auf. Auch Bürgermeister Klaus Detlev Huge verschaffte sich ein Bild von der Lage.

Unterschiedliche Angaben zur Ursache

Zunächst hieß es, dass das Gas im Bereich des Schwimmbades ausgetreten sei.  Fabian Geier, Pressesprecher für die Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe, teilte mit, dass beim Mischen zweier Stoffe im Bereich des Hallenbades eine größere Menge Chlorgas entstanden sei. Dort fanden Malerarbeiten statt. Dabei hatten die Handwerker Schwefelsäure und Chlorbleichlauge gemischt. Wie es zu diesem Versehen kam, ist bislang noch unklar. Die Polizei geht von einem „Bedienungsfehler“ aus, die Klinik schreibt stattdessen in einer Pressemitteilung von einer „Fehlhandlung eines externen Dienstleisters beim Befüllen des Bewegungsbades“. Die Arbeiter konnten sich in Sicherheit bringen. Gegen 9.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Diese dichtete den betroffenen Krankenhausbereich ab, weshalb nur ein Teil des Gebäudes evakuiert werden musste.

Nur in Schutzanzügen betreten die Einsatzkräfte den betroffenen Klinikbereich.
Nur in Schutzanzügen betreten die Einsatzkräfte den betroffenen Klinikbereich. | Foto: Maciejewski

„Die Situation ist unter Kontrolle“

Die Verletzten wurden in der Cafeteria der Klinik von Rettungskräften betreut. Die Einsatzkräfte des Gefahrgutzuges neutralisierten den entstanden Stoff. Danach wurde der betroffene Keller belüftet. „Die Situation ist unter Kontrolle“, so Fabian Geier. Das Unglück sei glimpflich verlaufen, so seine Einschätzung. Dennoch waren die Messwerte am Nachmittag noch nicht in Ordnung und der Einsatz dauerte an. Mit einem Großlüfter wurde der kontaminierte Klinikteil schließlich belüftet.

Sperrungen wegen Einsatz

Die Kraichgaustraße wurde ab der Richard-Wagner-Straße bis zum Ärztehaus gesperrt. Alle anderen Straßen waren befahrbar. Für die Bevölkerung bestand keinerlei Gefahr, so die Angaben der Polizei. Die Gemeinde Bad Schönborn hatte dazu aufgerufen, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Einsatz mit Schutzanzügen

Chlorgas verursacht eine erhebliche Geruchsbelästigung, zudem reizt es die Schleimhäute. Die Feuerwehrleute waren in Schutzanzügen in das Gebäude gegangen, zudem wurde eine Dekontaminationsschleuse eingerichtet. Die Klinik-Leitung teilte weiter mit: „Sollten weiterhin gesundheitliche Beschwerden auftreten, steht das Ärzteteam der Sankt Rochus Kliniken für weitere Behandlungen jederzeit zur Verfügung.“ Vor neun Jahren gab es zuletzt einen solchen Vorfall in Bad Schönborn. Damals war der Einsatz in der Gotthard-Schettler-Klinik.