Er ist der Präsident des evangelischen „Kirchenparlaments“ in Baden: Axel Wermke leitet die Synode der Landeskirche, die zwei Mal jährlich in Bad Herrenalb zusammen kommt. Vor seiner Zeit als "Präsident" war der Pädagoge und Rektor schon stark in der Kirche engagiert. | Foto: lie

Axel Wermke führt Landessynode

Der Präsident des evangelischen Parlaments

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Ein Semester lang studierte Axel Wermke einst evangelische Theologie. Gern hätte er einen Beruf in der kirchlichen Jugendarbeit ausgeübt. Doch die Sprachen Griechisch und Hebräisch waren eine hohe Hürde. Pädagoge wurde der gebürtige Mannheimer dennoch. Und blieb zwei Schulen in Ubstadt-Weiher bis zum Ruhestand 2013 treu.

Im Ruhestand Präsident geworden

„Studiert habe ich Deutsch, Religion und Geografie, aber unterrichtet mehr Mathe und Geschichte“, blickt der als streng, aber gut bekannte Lehrer und Rektor mit einem Lächeln zurück. Und mit evangelischen Theologen hat er seit Jahrzehnten auch wieder viel zu tun. Als Vizepräsident und seit 2014 als Präsident des evangelischen „Kirchenparlaments“ in Baden. So könnte man die Versammlung namens Landessynode umschreiben.

Was macht eine evangelische Synode?

Ab Dienstag treffen sich rund 100 Mitglieder der Synode – vor allem Vertreter der Kirchengemeinden und dabei bewusst nicht mehr als die Hälfte Pfarrerinnen oder Pfarrer – zur Frühjahrstagung einige Tage lang in Bad Herrenalb. „Die Synode ist nicht nur für Wahlen und Haushaltssachen zuständig, sondern behandelt Eingaben, die alle Kirchenmitglieder machen können. Wir prüfen sie dann auf Rechtmäßigkeit und setzen sie auf die Tagesordnung. Auch Grundsatzthemen werden in die Synode eingebracht. Diesmal kümmern wir uns um den Religionsunterricht“, erklärt der 69-Jährige Präsident. Bis 2020 ist er gewählt. Durch sein Amt ist er Mitglied in zahlreichen weiteren kirchlichen Gremien und viel zwischen Main und Bodensee unterwegs.

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Disziplin und Gelassenheit bringt er mit für die 30 Stunden pro Woche erfordernde Aufgabe. „Jemand, der noch eine Beruf hat, könnte das nicht mehr machen“. Ausgleichend wirken muss Wermke, selbst wenn es in Badens Synode keine um Einfluss ringende „kirchenpolitischen Kreise“ wie in Württemberg gibt. Der Ubstädter bezeichnet sich selbst als liberal-konservativ. „Und als CDU-Mitglied bin ich bewusst nur lokal engagiert“, betont der Gemeinderat.

Er baute ein Jugendzentrum mit auf

Vorsitzender der Bezirkssynode Bruchsal-Bretten ist er auch noch. „Das war eine spontane Aktion, als jemand gesucht wurde“. Seinen Glauben hat er immer in den Kirchengemeinden am Wohnort gelebt. In Mannheim baute er ein Jugendzentrum mit auf, in Ubstadt-Weiher hielt er Kontakt zu Gemeinden in der DDR.

Heimischer Baggersee ist sein Revier

Mit sommerliches Schwimmen im heimischen Baggersee und Besuchen im Fitnessstudio zusammen mit seiner Frau erhält er sich Gesundheit trotz vieler Sitzungen. Zur Entspannung von kirchlichen Publikation liest er gern Krimis wie Volker Kutschers „Babylon Berlin“ oder von skandinavischen Autoren.

In Mannheim wuchs der 1949 geborene Axel Wermke auf. Seine Eltern waren angestellt bei der Firma BBC und den Stadtwerken Heidelberg. Früh fand er zu Jugendgruppen der evangelischen Kirche. Nach dem Abitur 1968 studierte er an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Er wurde Lehrer in Ubstadt-Weiher und war fort fünfzehn Jahre in der Schulleitung an der Herrmann-Gmeiner-Grund- und Werkrealschule. Seit 2014 ist er Präsident der Landessynode in der evangelischen Kirche von Baden, zuvor war er Vizepräsident.  Neben Bischof, Oberkirchenrat und Landeskirchenrat ist die Synode das vierte Organ der Kirchenleitung. Wermke ist zudem Präsident der Bezirkssynode Bruchsa-Bretten und Gemeinderat (CDU) in Ubstadt-Weiher. Mit seiner Frau hat er drei Kinder. Neun Enkel gehören schon zur Familie.