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SPEZIALEINSATZ IN BRUCHSAL: Einsatzkräfte des SEK Baden-Württemberg am Mittwochmorgen nahe des JVA-Geländes. Geparkt hatten die Spezialkräfte beim Gasthaus Bären. | Foto: str

SEK-Einsatz in Bruchsal

Detonation am Gefängnis

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Ein Mann mit einem Messer hat am Mittwoch vor der JVA Bruchsal für einen größeren Polizeieinsatz gesorgt. Der Bewaffnete hatte Polizeiangaben zufolge damit gedroht, sich das Leben zu nehmen. Nach mehreren Stunden wurde der Mann von Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Baden-Württemberg überwältigt. Warum er sich den Parkplatz direkt vor der Justizvollzugsanstalt ausgesucht hatte, ist unklar. Nach Informationen der Badischen Neuesten Nachrichten handelt es sich bei dem Mann um einen ehemaligen Häftling des Bruchsaler Gefängnisses.

Mann war früher Insasse der JVA Bruchsal

Der von Anwohnern und Passanten viel beachtete Großeinsatz hatte gegen 5.30 Uhr begonnen. Einem Polizeisprecher zufolge hatte ein Mitarbeiter der Bruchsaler Justizvollzugsanstalt (JVA) um 5.25 Uhr die Polizei informiert. Den Angaben zufolge hatte der Mann direkt vor dem abgesperrten Bereich damit gedroht, sich mit seinem Messer das Leben zu nehmen. Nach BNN-Informationen hatte der Mann einst eine Haftstrafe im Bruchsaler Gefängnis verbüßt und war 2009 entlassen worden.

Detonation war „taktisches Mittel“

Neben den SEK-Beamten in voller Montur und teilweise mit stichfester Spezialkleidung waren auch Mitglieder der Polizeihundestaffel und Beamte des Reviers Bruchsal sowie des Polizeireviers Bad Schönborn vor Ort. Zudem waren Experten der „Verhandlungsgruppe“ des Polizeipräsidiums Karlsruhe sowie der Rettungsdienst im Einsatz. Um 9.07 Uhr war eine laute Detonation zu hören. Diese wurde aber nicht von dem Mann, sondern von Spezialisten der Polizei ausgelöst.

Einem Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe zufolge war der weithin hörbare explosionsartige Knall von den Einsatzkräften als „taktischen Mittel“ eingesetzt worden. Offenbar sollte der Mann mit diesem Knall abgelenkt werden, denn direkt im Anschluss wurde der Bewaffnete von Einsatzkräften überwältigt und in Gewahrsam genommen. Wie der Polizeisprecher weiter sagte, wurde der Mann bei dem Zugriff am Kopf verletzt und musste deshalb ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Sprecher: Sicherheit nicht gefährdet

Der Großeinsatz mit zahlreichen Spezialkräften sei nicht etwa der besonderen Sicherheitsstufe des Bruchsaler Gefängnisses geschuldet gewesen, so stellte der Polizeisprecher auf Anfrage klar. Die Sicherheit und die Sicherungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Justizvollzugsanstalt seien von der Situation und dem Einsatz zu keiner Zeit gefährdet gewesen, so hieß es.

Schulweg zeitweise gesperrt

Im morgendlichen Berufsverkehr hatte die zeitweilige Sperrung der Styrumstraße zu kleineren Behinderungen geführt. Auch für Fußgänger war die Straße gesperrt. Schüler der benachbarten Käthe-Kollwitz-Schule mussten auf dem Schulweg teilweise einen Umweg machen. Auch der Stadtbus konnte die dortige Haltestelle zeitweise nicht anfahren.

Telefonseelsorge
Wenn Betroffene am Leben verzweifeln, kann ein Gespräch mit Experten helfen. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind (0 800) 111 0 111 und (0 800) 111 0 222. Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung oder im Einzelverbindungsnachweis.