Guten Appetit: Eleria Martinez (links) und Annette Woll nehmen die Bestellungen der Kinder in der Bruchsaler Hebelschule entgegen.
Guten Appetit: Eleria Martinez (links) und Annette Woll nehmen die Bestellungen der Kinder in der Bruchsaler Hebelschule entgegen. | Foto: id

100.000 Mittagessen in 2019

Immer mehr Kinder in Bruchsal essen in der Schule zu Mittag

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Ein voller Bauch studiert bekanntlich nicht gerne. Aber ein leerer Magen ist auch nicht förderlich, um den täglichen Schulstoff zu verdauen. Der Idealfall: ein gesundes Mittagessen, das den Geist anregt und den Körper nicht überstrapaziert. Wie handhaben dies die Bruchsaler Ganztagsschulen?

Von unserer Mitarbeiterin Irmgard Duttenhofer

Es ist eine logistische Herausforderung, sagt Gernot Ries, seit 2016 Schulleiter an der Johann-Peter-Hebel-Schule, einer von vier Grundschulen mit Ganztagsangebot in Bruchsal. In der Mensa seiner Schule essen die Kinder in zwei Schichten. Das trifft auch auf die Joß-Fritz-Schule Untergrombach und Dietrich-Bonhoeffer-Schule Heidelsheim zu. Die Stirumschule fährt in ihrer Mensa sogar einen Drei-Schicht-Betrieb.

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Nachmittagsunterricht und ein warmes Essen

Mehr als 100.000 Mittagessen wurden im vergangenen Jahr an Bruchsaler Schulen ausgegeben. Tendenz: weiter steigend. Denn parallel zu den Ganztagsschülern, deren Zahl von Jahr zu Jahr kontinuierlich anwächst, sollen künftig auch Kernzeitkinder, deren Schulalltag von sieben bis 14 Uhr dauert, an Tagen mit Nachmittagsunterricht ein warmes Mittagessen bekommen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Kapazitäten in den Mensen der jeweiligen Schulen zur Verfügung stehen. In der Bruchsaler Kernstadt ist das Platzangebot ausgereizt. In Heidelsheim und Untergrombach können noch weitere Kinder am Mittagstisch Platz nehmen, berichtet Amtsleiter Rainer Rapp vom Schul- und Sportamt der Stadt Bruchsal.

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Hausaufgabenbetreuung in der Konrad-Adenauer-Schule

Die Konrad-Adenauer-Schule ist keine Ganztagsgrundschule, bietet aber seit diesem Schuljahr eine Hausaufgabenbetreuung mit kommunaler Unterstützung an. Kinder, die das Angebot nutzen, sind bis 15.50 Uhr in der Schule. Deshalb rollt jetzt auch für diese Schüler montags bis donnerstags ein warmes Mittagessen an.

Magdalena und Lorenzo sind beide neun Jahre alt und erfahrene Mensa-Esser in der Hebelschule. Heute haben sie sich, unabhängig voneinander, für Kaiserschmarren entschieden. Magdalena wählt Apfelmus als Beilage und einen Schokopudding als Nachtisch, Lorenzo lässt sich Zimt und Zucker auf den Hauptgang streuen, nimmt eine Karottensuppe als Vorspeise aufs Tablett und eine Mandarine zum Dessert.

Annette Woll und Eleria Martinez freuen sich über den Appetit der kleinen Gäste. Rund 150 Essen gehen an diesem Tag über ihre Theke. Alles muss zügig von der Hand gehen, aber nicht hektisch. Schließlich wollen die Kinder nach dem Essen noch Zeit haben zum Toben.

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Viele Kinder bevorzugen vegetarische Gerichte

Heute sind beide Hauptgänge fleischlos. „Bei den Gesprächen am Runden Tisch wird immer wieder deutlich, dass die Kinder gerne vegetarisch essen“, weiß Rainer Rapp. Wichtig sei ihm, dass die Kinder zufrieden sind und die Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beachtet werden, erklärt Rapp.

In allen Bruchsaler Mensen kümmern sich städtische Mitarbeiterinnen um die Aufsicht und den reibungslosen Ablauf. 60 Frauen hat die Stadt Bruchsal eingestellt, die sich auf die Speisesäle der Bruchsaler Schulen verteilen. Ihre Arbeitsplätze sind fest zugeteilt, damit die Kinder immer die gleichen Ansprechpartner haben.