Die Vorstände der beiden Volksbanken kamen für dieses Bild in Corona-Zeiten nur virtuell zusammen. Es ist eine Fotomontage.
Die Vorstände der beiden Volksbanken kamen für dieses Bild in Corona-Zeiten nur virtuell zusammen. Es ist eine Fotomontage. | Foto: PR

Filialen bleiben erhalten

Die Volksbanken Bruchsal-Bretten und Stutensee-Weingarten wollen fusionieren

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Die nächste Fusion regionaler Genossenschaftsbanken kündigt sich an. Am Mittwoch teilten die Volksbanken Bruchsal-Bretten und Stutensee-Weingarten mit, nun mit den offiziellen Gesprächen über einen Zusammenschluss zu beginnen.

Beide Aufsichtsräte hätten diesem Ansinnen einstimmig zugestimmt, sagt Roland Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bruchsal-Bretten. Auf Vorstandsebene seien zuvor schon seit Monaten Sondierungsgespräche geführt worden.

Es gehe darum, Verwaltungskosten zu sparen und in Zukunftsprojekte zu investieren, erklärt Schäfer den Zweck der angestrebten Fusion. Die beiden Geldhäuser arbeiten schon länger zusammen, etwa bei der Ausbildung. Zudem grenzen die jeweiligen Geschäftsgebiete direkt aneinander.

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Mit einer Bilanzsumme von 1,83 Milliarden Euro und 252 Vollzeitstellen ist die Volksbank Bruchsal-Bretten der deutlich größere Partner. Die Volksbank Stutensee-Weingarten hat eine Bilanzsumme von 823 Millionen Euro und 113 Stellen.

Kundenservice per Video

Beide Genossenschaften sind derzeit an insgesamt 38 Standorten präsent. Keine dieser Filialen soll im Zuge der Fusion geschlossen werden, verspricht Volksbankchef Schäfer: „Wir bleiben in der Fläche präsent.“ Allerdings werde das Filialkonzept Service-Interaktiv-System (SISy) ausgeweitet.

In den SISy-Geschäftsstellen können Kunden mit Volksbankmitarbeitern über ein Videoterminal in Kontakt treten. Nur für bestimmte Beratungsleistungen sind Bankangestellte vor Ort. „In fünf unserer Filialen testen wir das Konzept seit über einem Jahr“, sagt Schäfer. „Es wird sehr gut angenommen. Wir spüren dort einen Zulauf. Gerade auch jetzt, in Zeiten von Corona.“

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Das neue, gemeinsame Geldinstitut soll den Namen der Volksbank Bruchsal-Bretten weiterführen, im Geschäftsgebiet der Volksbank Stutensee-Weingarten allerdings weiterhin unter der bisherigen Bezeichnung auftreten. „Für die Kunden ändert sich daher maximal die Kontonummer“, so Schäfer.

Volksbankchef verspricht: Keine Kündigungen

Auch die Mitarbeiter beider Banken müssten keine Einschnitte befürchten, sagt der Vorstandsvorsitzende: „Es wird keine fusionsbedingten Kündigungen geben. Die natürliche Fluktuation, etwa über Altersteilzeit, reicht aus, um den Personalstand sinnvoll zu reduzieren.“

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Beschlossen werden soll die Fusion im Juni auf den Vertreterversammlungen beider Volksbanken. Das Coronavirus könnte diesen Zeitplan allerdings noch beeinflussen. „Wenn es weitere Einschränkungen gibt, müssen wir über eine Verschiebung nachdenken“, sagt Schäfer. Am Termin für den angestrebten Zusammenschluss, 1. Januar 2021, werde sich dadurch aber nichts ändern.