Betrunkene Jugendliche haben für Ärger auf dem Eggensteiner Faschingsumzug gesorgt. Die Polizei war mit 80 Einsatzkräften vor Ort.
Betrunkene Jugendliche haben für Ärger auf dem Eggensteiner Faschingsumzug gesorgt. Die Polizei war mit 80 Einsatzkräften vor Ort. | Foto: Archiv/Hora

Randale und Attacken

Umzug in Eggenstein: Die Zukunft ist ungewiss

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Nachdem das neue Sicherheitskonzept nicht gefruchtet hat und es beim Eggensteiner Faschingsumzug am Dienstag wiederum zu Schwierigkeiten mit alkoholisierten Jugendlichen gekommen ist, blicken die Veranstalter in eine ungewisse Zukunft. Wie berichtet hatten betrunkene Jugendliche in kleinen Gruppen für Unruhe entlang der Strecke gesorgt. Ähnliche Szenen hatten sich bereits in den vergangenen Jahren abgespielt. Schon 2018 war über den Fortbestand des Umzuges diskutiert worden.

Fußgruppen von Randalierern angegangen

„Ich habe heute früh böse Mails von zwei Fußgruppen bekommen, die in der Nähe des Rathauses attackiert worden sind. Die Jugendlichen haben den Hexen und Hästräger die Masken vom Kopf gerissen“, berichtete Zugmarschall Mario Schönleber den BNN am Mittwoch. Die Polizei spricht von einer Körperverletzung. Außerdem ist ein Umzugshelfer zu Schaden gekommen. „Er ist am Bordstein umgeknickt und kann den Fuß momentan kaum belasten“, so Schönleber. Die beiden Fußgruppen hatten die Teilnahme am Faschingsumzug nach dem Vorfall abgebrochen. Eine von beiden habe außerdem angekündigt, „das erste und letzte Mal“ am Eggensteiner Umzug teilgenommen zu haben, so Schönleber.

Sicherheitskonzept weist Lücken auf

Ob es aber überhaupt einen 51. Umzug in Eggenstein geben wird, steht momentan in den Sternen. Nachdem es schon in den vergangenen Jahren zu Problemen mit betrunkenen Heranwachsenden gekommen war, hatten sich die Gemeindeverwaltung und das veranstaltende Ortskartell auf ein neues Sicherheitskonzept für den Umzug 2019 geeinigt. Polizei und der vom Veranstalter engagierte Sicherheitsdienst wickelten an insgesamt fünf Schleusen den Einlass ab. Als die Schleuse in der Bahnhofstraße aber abgebaut wurde, damit der Umzug passieren konnte, drängten auch Jugendliche auf die Strecke, die sich zuvor am Bahnhof gesammelt hatten. Laut Polizei hatten sich einige davon zunächst in der Karlsruher Innenstadt getroffen, sich ob der starken Polizeipräsenz rund um den Karlsruher Umzug aber entschieden, nach Eggenstein aufzubrechen, wo sie immer wieder durch Rangeleien auffielen. „Das haben wir seit einigen Jahren, dass diese jungen Leute scharenweise kurz vor Beginn auftauchen“, sagte Klaus Heidemann, Leiter des Polizeireviers Waldstadt.

Handgreiflichkeiten und Festnahmen

Auch nachdem der „Gaudi-Wurm“ seinen Weg ins Narrendorf auf dem Festplatz gefunden hatte, sorgten die Störenfriede weiter für Ärger entlang der Strecke. Es kam zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei sprach 25 Platzverweise aus. Bei der Festnahme eines jungen Mannes kam es zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen gegen Polizeibeamte. Zwei Personen mussten in Gewahrsam genommen werden. Insgesamt wurden drei Körperverletzungen und zwei Sachbeschädigungen angezeigt.

Zukunft des Umzugs wird thematisiert

Da das neue Sicherheitskonzept nicht gefruchtet hat, wollen Gemeinde und Ortskartell am Freitag über die Zukunft des Eggensteiner Umzugs sprechen. „Wir waren uns alle im Klaren darüber, dass es der letzte Umzug sein könnte“, sagte Regine Hauck von der Verwaltung. „Aber wir wollen uns auch nur ungern von dieser Tradition trennen.“ Mario Schönleber kann sich vorstellen, dass sich der Zug künftig innerhalb der Absperrungen aufstellt.

Junge Frau Opfer sexueller Nötigung

Ein unangenehmes Ende nahm der Tag auch für eine junge Frau: Die 21-Jährige hatte die „Afterumzugsparty“ des Kleintierzüchtervereins in der Hasenbockhalle besucht und machte sich gegen Mitternacht zu Fuß auf den Heimweg.
Kurz darauf bemerkte sie, dass ihr ein Mann folgte. Dieser packte sie plötzlich an der Hand, führte diese zu seinem entblößten Geschlechtsteil und forderte sie zu sexuellen Handlungen auf. Die 21-Jährige konnte sich losreißen, lief nach Neureut und bat an einem Wohnhaus in der Hauptstraße um Hilfe. Der Mann wird als 40 bis 50 Jahre alt und circa 173 Zentimeter groß beschrieben. Er trug einen Vollbart und sprach Dialekt. Bekleidet war er mit schwarzer Schlaghose und weißem Oberteil. Er hatte eine Sonnenbrille auf, bei der ein Glas fehlte.