Lars Stindl lässt sich von den Wiesentaler Nachwuchskickern ausspielen. | Foto: GES

Unterstützung für die Jugend

Lars Stindl beim TSV Wiesental: Doppelpässe mit dem großen Idol

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Dort, wo Lars Stindl einst das Fußballspielen lernte, jagen Dutzende Nachwuchsspieler des TSV Wiesental so fokussiert dem Ball hinterher, dass sie das Eintreffen ihres Idols überhaupt nicht bemerken. Erst als sich der Kapitän von Borussia Mönchengladbach langsam den Gruppen nähert, schauen die jungen Fußballer – viele von ihnen mit dem Namen und der Rückennummer des Nationalspielers auf dem Trikot – andächtig auf. Und dann dürfen die Junioren tatsächlich Doppelpässe spielen mit ihrem großen Vorbild, das sich gerade erst von einer langwierigen Sprungelenksverletzung erholt hat und zuletzt beim überzeugenden 3:0-Erfolg der Gladbacher gegen Bayern München gleich wieder als Torschütze erfolgreich war.

Stindl unterstützt die Talentschmiede beim TSV Wiesental

„Bei dem könnt ihr ruhig ein bisschen stärker passen“, muss Rico Krämer seinen Jungs die anfängliche Schüchternheit nehmen. Gemeinsam mit Karl-Heinz Gentner coacht der frühere DFB-Stützpunkttrainer die vor einem Jahr ins Leben gerufene Talentschmiede des TSV Wiesental, in der die besten Spieler der E- und D-Junioren des Vereins zusätzlich gefördert werden. Unterstützt wird die Gruppe von Lars Stindl, der in dieser Woche schon zum dritten Mal beim Training vorbeischaute und sich dann auch wieder aktiv einbrachte.
„Es ist schön, hier zu sein“, sagt der 30-Jährige, während er die Gelegenheit nutzt, ein paar Worte mit seinem ersten Jugendtrainer zu wechseln. Auch Krämer kennt Stindl bestens, der Nachwuchscoach trainierte den elffachen Nationalspieler bereits in dessen Anfangszeit beim TSV Wiesental und später bei den Junioren des Karlsruher SC, für den Stindl 2008 auch seine ersten Einsätze in der Bundesliga hatte. Über Hannover 96 kam der Wiesentaler 2015 zu Borussia Mönchengladbach, wo er heute Kapitän und absoluter Leistungsträger ist.

„Ich möchte dem Verein etwas zurückgeben“

„Wenn man so einen Vorzeigefußballer im Verein hat, muss man das auch nutzen. Für uns ist er ein Juwel“, findet Roland Marx, der die Talentschmiede ins Leben gerufen hat und selbst Jugendtrainer beim TSV ist. „Er ist der Beweis dafür, was man mit Ehrgeiz, Einsatz und Talent erreichen kann. Das wollen wir unseren Nachwuchsspielern vermitteln“, sagt Marx. Und so entwickelte sich das Projekt, das Stindl gerne unterstützt. „Ich will dem Verein, der mir so viel gegeben hat, auch ein bisschen was zurückgeben“, begründet der Profi sein Engagement. Es sei toll zu sehen, was sich in der kurzen Zeit schon entwickelt habe. Der Dank gelte vor allem den Trainern, die eine tolle Arbeit machten, so wie es auch zu seiner Jugendzeit schon gewesen sei.
Dann wird Stindl aber schon wieder weggezogen, er muss als Fotomotiv herhalten, bis auch der letzte junge Fan sein Bild hat. Und als am Ende dann die Autogrammkarten verteilt werden, leuchten auch die letzten Kinderaugen.

Der Gladbacher äußert sich zur Nationalmannschaft

Eine Rückkehr in die Fußball-Nationalmannschaft hat Stindl noch nicht abgeschrieben. „Natürlich bleibt die Nationalelf ein Thema für mich. Wenn man da mal dabei war, möchte man sehr gerne wieder dahin“, sagte der Mannschaftskapitän von Borussia Mönchengladbach der „Bild“-Zeitung. Stindl, der mit drei Treffern wesentlichen Anteil am Sieg der DFB-Elf beim Confed-Cup 2017 hatte, absolvierte sein bislang letztes Länderspiel beim 0:1 im WM-Test im März in Berlin gegen Brasilien. „Aber im Moment liegt mein Fokus voll auf Gladbach und darauf, möglichst bald wieder über die volle Distanz gehen zu können“, sagte der 30-Jährige, der nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause. In welcher Rolle Trainer Dieter Hecking seinen Kapitän zukünftig einplant, ist noch offen. „Mal sehen, was der Trainer so vorhat. Die Stürmerrolle interpretiere ich ja ein bisschen anders als der ein oder andere, lasse mich etwas mehr fallen. Aber auch die Rolle im Mittelfeld liegt mir“, sagte Stindl vor der Partie Mainz 05 am Sonntag.