In Stuttgart nahmen die Bruchsaler Vertreter die Zusage für den "Digital Hub" entgegen.
In Stuttgart nahmen die Vertreter aus der Region Bruchsal die Zusage für den "Digital Hub" entgegen. | Foto: pr

Bruchsal bekommt Zuschlag

Eine Million für Digitalisierungszentrum

Das Land Baden-Württemberg will in Bruchsal ein Digitalisierungszentrum für Unternehmen mit bis zu einer Million Euro fördern. Die Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal hatte als Koordinator zusammen mit der Technologie-Region Karlsruhe sowie 60 Betrieben, Forschungseinrichtungen und Kommunen eine Bewerbung eingereicht. Das Projekt „Digital Hub Bruchsal-Kraichgau“ bekam am Montag beim sogenannten Digitalisierungsgipfel der Landesregierung von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut den Zuschlag als eines von zehn landesweiten Zentren.

Im „Hub“ soll der digitale Wandel vorbereitet werden

Damit könne nun bis zu eine Million Euro in die Region fließen, um junge Unternehmen, Industrie- und Handwerksbetriebe an Rhein und Kraichgau auf den digitalen Wandel vorzubereiten, so teilt die städtische Pressestelle mit. Die Ministerin betonte, dass „Regionale Digital Hubs“ eine zentrale Maßnahme zur Digitalisierung der Wirtschaft in der Fläche des Landes seien. „Die regionalen Digital Hubs sollen als Teilchenbeschleuniger digitaler Innovationen wirken. Baden-Württemberg war immer stark, weil es in der Fläche stark war. Uns zeichnet aus, dass wir nicht nur wenige wirtschaftliche Kraftzentren haben, sondern dass starke und international erfolgreiche Mittelständler auch und gerade im ländlichen Raum zu Hause sind. Das soll auch im digitalen Zeitalter so bleiben“, unterstrich die Ministerin.

Entscheidender Wirtschaftsfaktor

„Der Digital Hub Bruchsal-Kraichgau setzt genau das in die Praxis um, wovon andere immer nur reden. Die Wirtschaftsregion Bruchsal steht für Handwerk, Produktion, Maschinenbau – und nicht trotzdem, sondern gerade deswegen sind Industrie 4.0 und Digitalisierung für uns entscheidende Wirtschaftsfaktoren“ zeigt sich Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick und Vorsitzende der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal nach der Preisverleihung hocherfreut.

Ein Leuchtturm

Der Digital Hub werde ein Leuchtturm, der weit über die Wirtschaftsregion Bruchsal hinausstrahlen wird, waren sich die Verantwortlichen sicher. Die Prämierung gibt allen Projektpartnern die Möglichkeit, über die Digitalisierung des regionalen Mittelstands nicht nur zu reden, sondern aktiv zu unterstützen. Der Hub diene als Anlaufstelle, für Unternehmer und Gründer, für Studenten und Fachkräfte und werde sicher ein fester Bestandteil der IT-Landschaft werden.

Kreative Köpfe und etablierte Unternehmen

„Für den Aufbau und die ersten drei Jahre des Betriebs stellt das Land rund eine Million Euro Fördermittel in Aussicht,“ erläutert Stefan Huber, Geschäftsführer der Regionalen Wirtschaftsförderung. „Mit dem Digital Hub schaffen wir einen einmaligen Ort, an dem unterschiedlichste Akteure, kreative Köpfe und etablierte Unternehmer, auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Mit Angeboten wie Tüftlergaragen und völlig neuen Veranstaltungsformaten werden bspw. Start-Ups, Unternehmer, Handwerker, Designer und Forscher gemeinsam Geschäftsmodelle von morgen entwickeln,“ erklärt Huber das Konzept, das die Jury von Beginn an überzeugte.

Offene Hightech-Werkstatt

„Eine offene Hightech-Werkstatt und gemeinsam genutzte Maschinen wie Lasercutter oder 3D-Drucker für Prototyp-Entwicklungen sind nur einige Beispiele für die konkreten Angebote, die der Digital Hub den Start-ups und Unternehmen bieten wird. Es geht darum, zwei Welten zusammenzubringen: Kreative und digitale Köpfe auf der einen und produzierende Betriebe auf der anderen Seite. Die Vielfalt der Vernetzungsmöglichkeiten ist heute noch gar nicht absehbar,“ schildert André Tiede, Projektleiter für den Digital Hub bei der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH.

Für die TechnologieRegion Karlsruhe, die der zweite zentrale Partner des Projektes ist, will man parallel zum Aufbau des Hubs eine Digitalisierungsstrategie für die gesamte Technologie-Region auf den Weg bringen. Geschäftsführer Jochen Ehlgötz möchte „die Schnittstellen zu wichtigen Partnern wie Cyberforum und KIT sicherstellen. Damit können wir als gesamte Technologie-Region Karlsruhe einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen beitragen.“