Familie Kögler freut sich über den Zuspruch: Das baut uns auf." | Foto: Petra Steinmann-Plücker

„Einfach überwältigend“

Eine Welle der Hilfsbereitschaft für Stettfelder Familie

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„Einfach überwältigend“ sei die Resonanz auf den BNN-Artikel „Ein Gefangener im eigenen Haus“ vom 29. Dezember gewesen, berichtet Familie Kögler. So viele Menschen nahmen Anteil am Schicksal von Maik Kögler, der nach einem Fahrradunfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt. In Leserbriefen, E-Mails, Anrufen, über soziale Netzwerke wurden und werden Hilfen angeboten. Seit dem schweren Unfall kämpft die kleine Familie vor allem mit bürokratischen Hürden.

Politik schaltet sich ein

Tony Löffler, Bürgermeister von Ubstadt-Weiher, will sein Möglichstes tun und bietet unter anderem Unterstützung aus dem speziellen Programm der Gemeinde zur Stärkung der Ortskerne an, das auf die gesamte Kommune ausgedehnt wurde, damit Menschen mit Handicap in ihrem Zuhause bleiben können. Reinhold Gsell, VdK-Kreisverbandsvorsitzender, hat Beistand zugesagt. Und auch der Bundestagsabgeordnete Olav Gutting hat unter anderem entschieden, „den Fall dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorzutragen und um Prüfung zu bitten, damit künftig solche Schicksale eine bessere Behandlung durch die Behörden erfahren.“

Bürokratische Hürden

Und genau das ist der Punkt, um den es Familie Kögler geht: darauf hinzuweisen, mit welchen bürokratischen Hürden zu kämpfen ist in einer Situation, in der das bisherige Leben ohnehin schon aus den Angeln gehoben ist. Es geht ihnen um Gerechtigkeit und ausdrücklich nicht um Spenden, betonen beide. „Natürlich müssen wir Einbußen hinnehmen, unsere Rücklagen angreifen, die eigentlich für andere Zwecke gedacht waren, aber finanziell kommen wir zurecht“, sagt Bianca Kögler. Beiden sei es eher unangenehm, wenn Privatleute ihnen Geld anbieten.

Das macht Mut

Aber gut tue ihnen der vielfältige Zuspruch. „Das bestärkt uns, baut uns auf, macht Mut.“
Maik Kögler wird, ein halbes Jahr nach seinem Unfall, im Rahmen des sogenannten „Hamburger Modells“ stufenweise wieder ins Arbeitsleben eingegliedert. Den Fahrdienst zum alten Arbeitsplatz stellt die Rentenkasse. Damit er vor die Haustür kommt, sich auch im Haus ohne fremde Hilfe bewegen und seine Fahrten zum Arzt, zur Physiotherapie bewältigen kann, ohne Angehörige oder Freunde bitten zu müssen, darum kümmert sich die Familie erst einmal selbst und alleine.

Petra Steinmann-Plücker