Im Rathaus von Ubstadt-Weiher sind die Mitarbeiter wegen der Wahlanfechtung zusätzlich gefordert. | Foto: Gärtner

Nachspiel in Ubstadt-Weiher

Einspruch gegen Wahl

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Die Bürgermeisterwahl in Ubstadt-Weiher hat möglicherweise ein Nachspiel. Das Votum beschäftigt die Verwaltung auch nach mehr als zwei Wochen nach dem Urnengang noch. Die unterlegene Kandidatin Friedhild „Fridi“ Miller hat Einspruch gegen die Abstimmung, bei der Amtsinhaber Tony Löffler einen überwältigenden Sieg verbuchte, eingelegt.

Kritik an Hasselbachs Zulassung

Die parteilose Sindelfingenerin verweist in einem Schreiben, das der Bruchsaler Rundschau vorliegt, darauf, dass der ebenfalls unterlegene Kandidat Philipp Hasselbach von der neonazistischen Partei „Die Rechte“ erst gar nicht zur Wahl hätte zugelassen werden dürfen: Der „sogenannte Rechtsradikale“ sei auf dem „amtlichen Stimmzettel weder mit Beruf, noch mit Stand vermerkt“ gewesen, was nach Millers Ansicht „rechtsfehlerhaft ist“.

Prüfungsamt am Zug

Das Kommunal- und Prüfungsamt der Kreisverwaltung Karlsruhe hat die Gemeinde mittlerweile zu einer Stellungnahme aufgefordert, die dem Landratsamt unverzüglich zugehen wird, versichert eine Sprecherin der Kommunalverwaltung. „Wir werden das sorgfältig prüfen“, versichert Kommunalamtsleiter Joachim Schöffler. Wegen der Zulassung von Hasselbach, der in Straubing wohnt, hat Miller auch Strafanträge bei den Staatsanwaltschaften in Karlsruhe und in Regensburg gestellt.

Löffler reagiert gelassen

Christdemokrat Tony Löffler hatte die Wahl am 6. Mai mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Der Amtsinhaber erhielt knapp 95 Prozent der Stimmen. Auf Philipp Hasselbach entfielen 3,2, auf Friedhild Miller 1,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei über 53 Prozent. Nachdem Millers Ansinnen, das Votum anzufechten, bekannt geworden war, äußerte sich Löffler gelassen: „Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Wahlausschuss keinen Fehler gemacht hat.“