Symbolbild: Zwei Schülerinnen lernen an einem Tisch. . Elternbeiräte machen sich nun an einem Standort im nördlichen Landkreis für die Sekundarstufe II stark, damit dort auch das Abitur abgelegt werden kann | Foto: dpa

Oberhausen-Rheinhausen

Eltern wollen gymnasiale Oberstufe an Gemeinschaftsschule

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Für eine gymnasiale Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule (GMS) machen sich die Elternbeiräte der Lußhardt-GMS Forst/Hambrücken, der GMS Waghäusel und Oberhausen-Rheinhausen sowie der Pestalozzi-GMS Graben-Neudorf stark. „Bis jetzt kocht jede Kommune ihr eigenes Süppchen“, verweist Wolfgang Mexner, Elternbeiratsvorsitzender in Graben-Neudorf, im BNN-Gespräch auf die Anstrengungen der Schulträger, für den jeweiligen Standort das beste heraus zu holen.

Bei einem Netzwerktreffen am Mittwoch, 8. Mai, um 18.30 Uhr in der GMS Oberhausen, zu dem Eltern und -beiräte eingeladen sind, soll den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen eine Petition überreicht werden. „Die Bürgermeister sollen sich als Schulträger zusammen setzen und gemeinsam einen Antrag auf Sekundarstufe II stellen“, fordert Mexner angesichts 1 500 betroffener Schüler und deren Eltern. Wo, hänge vor der Raumsituation und sinnvollen Verkehrsverbindungen ab. Damit will Elternbeiratsvorsitzender Mexner auch sinkenden Anmeldezahlen an den Gemeinschaftsschulen entgegen wirken, die an einigen Einrichtungen zum Schuljahr 2019/20 vom Staatlichen Schulamt Karlsruhe registriert wurden.

Nahverkehrsanbindung von großer Bedeutung

So werden die fünften Klassen in Forst/Hambrücken und Waghäusel erstmals einzügig starten. Nach Angaben von Schulamtsleiter Rüdiger Stein sanken in Forst/Hambrücken die vorläufigen Schülerzahlen von 45 auf 24, in Waghäusel von 32 auf 21 und in Graben-Neudorf von 31 auf 22 Fünftklässler. Die insgesamt niedriger Nachfrage nach Gemeinschaftsschulen will Stein nicht überbewerten: „Die Eltern stimmen jedes Jahr neu ab.“ Die Gemeinschaftsschulen in Bruchsal (38 Anmeldungen), Oberhausen-Rheinhausen (54), Kraichtal (39), Gondelsheim (49) und Bad Schönborn (40) bleiben weiter zweizügig. Nach Steins Einschätzung müssen die betroffenen Schulen nun stärker die Vorteile ihres Standorts und des pädagogischen Konzepts präsentieren. Laut Forsts Hauptamtsleiter Heimo Czink ist auch die ÖPNV-Anbindung einer Schule ein wichtiges Kriterium bei der Anmeldung, das es zu verbessern gelte.
Unterrichtsausfall
Unterrichtsausfall nach Schularten Mitte Februar 2019. | Foto: ROB/Adobe Stock/BNN-Grafik
Nach Einschätzung von Elternbeirat Mexner ist die GMS für viele Grundschullehrer ein Ersatz für die Haupt- und Werkrealschulen und werde nicht empfohlen. Eine gymnasiale Oberstufe an einer GMS im nördlichen Landkreis Karlsruhe würde aber dem Wunsch vieler Eltern nach G9 entgegen kommen und den Schülern ein Abitur nach neun Jahren ermöglichen. Ein Wechsel nach der zehnten Klasse auf eine andere Schule bliebe ihnen damit erspart. 1 500 Gemeinschaftsschüler bieten laut Mexner Potenzial für zwei Oberstufenklassen an der GMS.

Nachbargemeinden beobachten Situation

Bürgermeister Martin Büchner versucht seit längerem vergeblich, in Oberhausen-Rheinhausen eine Sekundarstufe II einzurichten. Nachdem die Baukosten für die Gemeinschaftsschule in Waghäusel explodiert sind, muss der neue Gemeinderat im Herbst über einen Neubau entscheiden. Prinzipiell stehe man einem Antrag auf Sekundarstufe II an einer GMS – wo auch immer – offen gegenüber, erklärt mittlerweile Waghäusels Bürgermeister Thomas Deuschle. Auch in Forst verfolgt man die Diskussion um die Einrichtung einer Sekundarstufe II an einer Gemeinschaftsschule im nördlichen Landkreis mit Interesse, so Hauptamtsleiter Czink.