ES GEHT IN DIE TIEFE: Mit Bohrungen will die Deutsche Erdwärme künftig zwischen Waghäusel, Philippsburg und Oberhausen-Rheinhausen nach der neuen Energiequelle suchen. (Symbolbild) | Foto: dpa

Die Erkundung beginnt

Geothermiesuche bald auch in Waghäusel und Philippsburg

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Erst Karlsruhe, jetzt Waghäusel, Philippsburg und Oberhausen-Rheinhausen: Aus den dortigen Tiefen könnte schon bald Erdwärme gefördert werden. Die Karlsruher Firma Deutsche Erdwärme meldet jetzt, dass sie eine sogenannte Aufsuchungserlaubnis für diese Region bekommen hat. Damit verfügt sie über einen Korridor für mögliche Geothermie-Suche in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz von insgesamt circa 1 000 Quadratkilometern. Die jetzige Erlaubnis erstrecke sich über Teile der Gemarkungen von Waghäusel, Philippsburg sowie Oberhausen-Rheinhausen. Dort könnten künftig heiße Quellen in tausenden Metern Tiefe „angezapft“ werden, die die Haushalte mit Wärme versorgen.

Noch rücken nicht die Bohrer an

Das bedeutet freilich nicht, dass morgen schon die Bohrer anrücken. Aber bis zum Jahr 2024 will das Unternehmen mindestens vier konkrete Projekte am Oberrhein ans Netz bringen. Gerade entwickelt sich auch in Karlsruhe eine Diskussion über das Thema, „Wir wollen uns langfristig in der Region etablieren“, erklärt der Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der BNN. Manfred Dittmer spricht von einer „großartigen Energieform mit viel Potenzial und Chancen. Und dabei werden wir sehr offensiv kommunizieren“, schiebt er sofort hinterher. Wohlwissend, dass das Thema Geothermie mit den Häuserrissen in Staufen im Breisgau oder Erdbeben bei Basel in den vergangen Jahren nicht gerade populärer geworden ist – vorsichtig ausgedrückt.

Es soll Infoveranstaltungen geben

„In der Gewinnung von Erdwärme liegt die Chance, die Energiewende lokal mit erneuerbarer Energie voranzutreiben“, sieht hingegen Erhard Schmitteckert die positiven Seiten. Der Ingenieur aus Waghäusel war bisher im Besitz der Lizenz für das Gebiet. Diese hat er nun an die Firma Deutsche Erdwärme übertragen. Das Bergamt in Freiburg muss dieser Übernahme noch formal zustimmen. „Ja, es wird Infoveranstaltungen geben in den Orten und Städten. Jeder einzelne Schritt muss beantragt und genehmigt werden“, erklärt Dittmer. Man stehe mit dem Prozess noch ganz am Anfang. Jetzt gehe es darum, zu untersuchen, welcher Untergrund sich tatsächlich eignet, um Temperaturen von 160 Grad Celsius in tiefen Schichten so nutzbar zu machen, dass Häuser damit beheizt werden können. Zunächst werden die vorhandenen geologischen Daten analysiert. Diese Daten stammen übrigens teilweise von der Firma Rhein Petrol, die ebenfalls die hiesige Geologie untersucht und gerade bei Untergrombach probeweise nach Erdöl gesucht hat und fündig wurde.

In Bruchsal gibt es schon eine Anlage

Die Deutsche Erdwärme jedenfalls schließt bei der Förderung der Geothermie die Gefahr von Erdbeben aus, so erklärte sie zuletzt gegenüber den BNN. Die Technik habe Fortschritte gemacht.
Eine der wenigen Geothermie-Anlagen der Region steht übrigens in Bruchsal, bei der hiesigen Bereitschaftspolizei. Gebaut wurde sie im Jahr 2008.
Sie versorgt die Polizeianlage in den Dittmannswiesen mit Wärme und wird als Forschungsanlage von Bruchsaler Stadtwerken und der EnBW unterhalten.