Natia Todua nach ihrem Einzug ins Finale von "The Voice of Germany" mit ihrem Teamchef Samu Haber. Jetzt geht es für die Bruchsalerin um die Teilnahme beim ESC. | Foto: ProSieben/Sat.1

Vorentscheid mit Bruchsalerin

ESC-Sängerin Lou hofft auf Natia Todua

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Am Donnerstag ist es soweit: Es fällt die Entscheidung, wer Deutschland beim Eurovision Song Contest 2018 vertreten wird. Zu den sechs Kandidaten für „Unser Lied für Lissabon“ gehört Natia Todua, die Siegerin von „The Voice of Germany 2017“ aus Bruchsal. Daumen drückt ihr auch die Kirrlacher Sängerin Lou Hoffner, die 2003 beim ESC im lettischen Riga antrat.

„Sie ist kein La-La-Medsche, würde Joy Fleming sagen“, urteilt Lou Hoffner über die „The Voice“-Gewinnerin. Keine Prinzessin, sondern ein „Mädchen mit hervorragender Stimme, das mit Augen und Gesten unheimlich viel Kraft“ transportiere, so die Kirrlacher Sängerin weiter. Sie traut der 21-jährigen, gebürtigen Georgierin zu sich durchzubeißen, denn sie habe bewiesen, dass sie ihren Job kann. Der ESC sei nach wie vor „der größte Gesangswettbewerb der Welt“ und auch der Vorentscheid sorge immer für viel Aufmerksamkeit.

Natia Todua in Bruchsal

Lou war selbst beim ESC

Lou Hoffner weiß, wovon sie spricht. 2001 erreicht sie mit ihrer „Party-Gang“ und dem von Ralph Siegel speziell für sie geschriebenen „Happy Birthday Party“ Platz drei in der Vorentscheidung. Zwei Jahre später tritt sie erneut an, gewinnt in Kiel die Vorentscheidung, vertritt Deutschland beim ESC in Riga mit dem Siegel-Song „Let’s get happy“ und landet auf einem respektablen zwölften Platz. „Es ist schon was Tolles, vor einem Millionenpublikum weltweit zu singen“, erinnert sie sich. Und: „Grand Prix machen ist wie eine Goldmedaille, die bleibt immer. Wie ein Markenzeichen“, denn den gibt’s nur einmal im Jahr im Unterschied zu den vielen Castingshows.

Große Freude bei Sängerin Lou Hoffner: 2003 setzte sie sich beim ESC-Vorentscheid durch und vertrat Deutschland beim Gesangswettbewerb.
Große Freude bei Sängerin Lou Hoffner: 2003 setzte sie sich beim ESC-Vorentscheid durch und vertrat Deutschland beim Gesangswettbewerb. | Foto: NDR/Ronald Fromman

„Sie wird ihren Weg machen“

Für Natia werde es sicher nicht leicht, „Musik ist nun mal Geschmackssache“, deshalb sei es schwierig, eine Prognose abzugeben. Auch werde der Hype riesig werden „und wenn sie es nicht schafft, kriegt sie Ohrfeigen, aber das muss sie wegstecken können“, da brauche sie ein dickes Fell. Aber Natia habe offensichtlich ein gutes Umfeld, das ihr helfe sich zu erden. „Sie wird ihren Weg machen“, ist sich die erfahrene Entertainerin sicher. So war Lous Auftritt in Riga:

Tipps von einem ESC-Gewinner

Was Lou Natia auf den Weg mitgeben möchte, ist das, was ihr der irische Sänger und Komponist Johnny Logan geraten habe: „Geh raus und mach dein Ding. Gib alles von dir!“ Bei Logan hat das gut geklappt: Sogar zweimal hat der Ire den ESC gewonnen, als bisher einziger Interpret. Und Natia? „Wenn sie sie selbst ist, dann wird das gut, sagt mir mein Bauchgefühl“, so Lou Hoffner und schickt ein herzliches „toi, toi, toi“ für den Vorentscheid hinterher.

Von Petra Steinmann-Plücker